Rundfunk

5G Today: Start-Event für 5G Broadcast in München

Das Forschungsprojekt 5G Today hat im Rahmen eines Start-Events seinen offiziellen Betrieb aufgenommen. Die Sendesignale von 5G Broadcast sind anfangs aber nur von einem Prototyp zu empfangen.
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Das Projekt 5G Today hat mit einem Test­feld für Rund­funk­über­tra­gung (5G Broad­cast) am gest­rigen 8. Mai seinen offi­zi­ellen Betrieb aufge­nommen. Test­sen­dungen fanden bereits seit Ende 2018 statt.

Die Projekt­partner Baye­ri­scher Rund­funk, das Institut für Rund­funk­technik (IRT), Kathrein, Rohde & Schwarz sowie Telefónica Deutsch­land erproben damit die test­weise Rund­funk­ver­brei­tung für eine künf­tige 5G-Tech­no­logie. Das neue und groß­flä­chige 5G-Test­feld in Ober­bayern wird von zwei Hoch­leis­tungs­sen­dern mit je 100 Kilo­watt Ausgangs­leis­tung (tech­nisch: ERP) an den Stand­orten Isma­ning und am Wendel­stein versorgt. Mithilfe der hohen Sende­türme und der hohen Leis­tung der Sender (High-Power-High-Tower-Konzept, HPHT) wird die groß­flä­chige Ausstrah­lung von Rund­funk­pro­grammen auf Basis des neuen Broad­cast-Modus FeMBMS (Further evolved Multi­media Broad­cast Multi­cast Service) getestet. Der FeMBMS-Rund­funk­modus erlaubt eine weit­rei­chende und preis­werte Verbrei­tung attrak­tiver Inhalte über sehr große Funk­zellen mit Radien von bis zu 60 Kilo­me­tern.

Staats­mi­nister star­tete Betrieb per Tablet

Startevent zu 5G BroadcastStartevent zu 5G Broadcast Der Leiter der Baye­ri­schen Staats­kanzlei, Staats­mi­nister für Bundes- und Euro­pa­an­ge­le­gen­heiten und Medien, Dr. Florian Herr­mann, MdL, star­tete den Betrieb des Senders per Tablet vor 150 Gästen aus der Tele­kom­mu­ni­ka­tions- und Medi­en­branche, die an einer zwei­tä­gigen Fach­kon­fe­renz des IRT teil­nehmen. "Mit diesem Meilen­stein schaffen wir einen Impuls für die baye­ri­sche Medi­en­land­schaft und stellen einmal mehr die Inno­va­ti­ons­kraft des Frei­staates heraus", so Herr­mann.

Mit dem Projekt 5G Today soll der Grund­stein für eine effi­zi­ente Über­tra­gung von Rund­funkin­halten in den 5G-Netzen der Zukunft gelegt werden. Es wird seit 2017 mit Mitteln der Baye­ri­schen Forschungs­stif­tung geför­dert. „Ich freue mich, dass wir heute das erste groß­flä­chige Test­netz der Welt für 5G-Broad­cas­ting eröffnen können“, so Ulrich Wilhelm, Inten­dant des Baye­ri­schen Rund­funks und derzeit ARD-Vorsit­zender. "Wir müssen unsere künf­tigen digi­talen Kommu­ni­ka­ti­ons­in­fra­struk­turen so gestalten, dass weiterhin die Teil­habe aller Menschen an viel­fäl­tigen Inhalten gewähr­leistet ist. Ich begrüße, dass Bayern in diesem Sinne bei der Stan­dard­set­zung und Ausge­stal­tung unserer digi­talen Welt eine Vorrei­ter­rolle spielt."

Was bei der Verbrei­tung von Rund­funkin­halten bislang fehlte, ist ein effi­zi­enter und direkter Weg, um Nutzer ohne zusätz­liche Kosten für sie mit linearen Live-Inhalten auf mobilen Geräten zu errei­chen. Deshalb hat der BR zusammen mit dem IRT und drei Bran­chen­füh­rern 2017 das 5G Today-Projekt gestartet. Damit wird getestet, wie auf der Basis von 5G-Broad­cas­ting zukünftig eine Overlay-Infra­struktur geschaffen werden kann, die sich zur gleich­zei­tigen Versor­gung von Millionen künf­tiger 5G-Mobil­ge­räte eignet. Dabei sollen weder die regu­lären Mobil­funk­netze belastet werden, noch zusätz­liche Kosten für die Bürger entstehen.

Projekt­partner zeigen sich zufrieden

Auch die tech­ni­schen Projekt­partner zeigen sich zufrieden mit dem Projekt: "Mit seiner Exper­tise von Mobil­funk- und Rund­funk­technik kann Kathrein sein Know-how aus beiden Berei­chen einbringen. Diese Syner­gien sind für uns bei der Erpro­bung verschie­dener Dienste bei 5G Today sehr wert­voll", betont Anton Kathrein, CEO der Kathrein-Gruppe. Am Sender Isma­ning wurde ein Anten­nen­system von Kathrein ins Test­feld inte­griert, das für die Verbrei­tung von Rund­funk­si­gnalen an mobile Endge­räte konzi­piert ist.

Für die 5G-Rund­funk­über­tra­gung werden HPHT-Sender von Rohde & Schwarz genutzt. "Mit diesem zukunfts­wei­senden Konzept genießen Broad­caster bei der Verbrei­tung von Video­in­halten über 5G-Netze dieselben Vorteile wie beim klas­si­schen Rund­funk wie beispiels­weise eine hohe Video­qua­lität, kurze Latenz­zeiten und eine große Reich­weite. Mit unseren Hoch­leis­tungs­sen­dern tragen wir entschei­dend zum Betrieb des Test­felds bei", betont Peter Riedel, Geschäfts­führer des Unter­neh­mens. Die beiden Test­sender werden in einem Gleich­wel­len­netz (SFN: Single Frequency Network) über Kanal 56/57 (750–760 MHz) betrieben.

Dafür stellt Telefónica Deutsch­land die geeig­neten Frequenzen zur Verfü­gung: "Wir unter­stützen das 5G Today-Projekt bei der Koor­di­na­tion des genutzten Spek­trums im 700-MHz-Band. Uns liegt viel daran, mehr über die groß­flä­chige Ausbrei­tung im Bereich von 700 MHz und damit die Anwen­dung sehr großer Funk­zellen zu erfahren", so Gerald Huber, Senior Manager 5G Projects bei Telefónica Deutsch­land.

Nach der erfolg­rei­chen Inbe­trieb­nahme zeigte sich Michael Hage­meyer, Geschäfts­führer des IRT, zufrieden: "In München und Ober­bayern haben wir mit dem Test­feld nun ein Allein­stel­lungs­merkmal und ein echtes Pionier­pro­jekt – auch wenn bis zu einem mögli­chen öffent­li­chen Betrieb und bis zur Verfüg­bar­keit von kommer­zi­ellen Endge­räten noch einige Jahre vergehen werden. Für unsere Forschung wird der Test wich­tige Erkennt­nisse liefern."

Das IRT koor­di­niert das Projekt und entwi­ckelt dafür einen Proto­typen eines FeMBMS-Empfän­gers auf Basis der Soft­ware Defined Radio Technik (SDR). In Zukunft könnte diese Tech­no­logie in Smart­phones, Tablets und TV-Geräten für den Empfang von Rund­funk über 5G inte­griert werden. Radio will man offenbar ausklam­mern, bezie­hungs­weise soll nur ein "Abfall­pro­dukt" bei 5G Broad­cast sein. Der Test­emp­fänger für das Start-Event wurde freund­li­cher­weise vom Institut für Nach­rich­ten­technik der Tech­ni­schen Univer­sität Braun­schweig zur Verfü­gung gestellt.

Projekt läuft bis Herbst 2019

Der Test­be­trieb von 5G Today läuft von nun an bis Herbst 2019, danach werden die Ergeb­nisse ausge­wertet und die weitere Verwer­tung der Erkennt­nisse geplant. Das Projekt endet am 31. Oktober dieses Jahres.

Lesen Sie zum Thema 5G Broad­cast auch unser Pro & Contra.

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