NGMN-Konferenz

BMW fordert spezielle Mobilfunk-Frequenz für den Notruf

Der kommende Mobilfunkstandard 5G wird vor allem das Autofahren revolutionieren. Doch dafür ist ein verlässliches, flächendeckendes Netz wichtig. BMW fordert für den Notruf sogar eine spezielle Mobilfunk-Frequenz.
Von der NGMN-Konferenz in Frankfurt berichtet
AAA
Teilen (5)

NGNM-Konferenz in Frankfurt
NGNM-Konferenz in Frankfurt
Beim LTE-Nachfolger 5G geht es nicht nur um einen höheren Downstream im Mobilfunknetz. Durch die totale Vernetzung wird es eher wichtig, verlässliche Mobilfunknetze zu haben, die auch entlang von Fernstraßen und Bahnlinien verfügbar sind.

Auf der momentan in Frankfurt stattfindenden NGMN-Konferenz gaben zwei Auto-Hersteller Einblicke, wie das Auto und natürlich der Fahrer in Zukunft von 5G profitieren werden. Für die geplanten Dienste muss 5G nämlich deutlich zuverlässiger sein als LTE oder UMTS.

Audi: Vom Auto generierte Daten in Echtzeit übertragen

Alfons Pfaller von Audi betonte, dass die Autoindustrie der Industriezweig sei, der gegenwärtig am meisten von der Digitalisierung erfasst wird. Das betreffe nicht nur Software und Dienste an Bord eines Autos, sondern auch die komplette Planungs- und Produktionskette.

Laut Audi hat das Cloud-Zeitalter bei den Auto-Herstellern längst begonnen. Das Auto bleibe nach wie vor bei den Nutzern ein emotionaler Gegenstand. Deswegen dürfe es nicht passieren, dass der Nutzer sich außerhalb des Autos mit Internet, Smartphone und Apps beschäftigt, aber wenn er das Auto besteigt, ist er von veralteter Technik umgeben. Auch das Netz-Erlebnis müsse an Bord dasselbe sein wie Zuhause.

Audi wird das Innere von Autos komplett umgestalten. Im kommenden Jahr soll bereits ein Audi auf den Markt kommen, in dem es kaum noch Bedienknöpfe gibt. "Digital Interieur" nennt Audi das. Die ganzen Kfz-Systeme sollen voll und ganz auf das Erlebnis des Nutzers ausgerichtet sein. Doch Audi will auch daran arbeiten, dass die ganze Netzwerkinfrastruktur, beispielsweise zur Speicherung der erhobenen Sensordaten oder für Entertainment-Services, zuverlässiger funktioniert. Dafür müssten natürlich auch die Mobilfunknetze endlich zuverlässig sein - 5G muss das liefern.

Unter "Schwarmintelligenz" versteht Audi, dass zukünftig alle vernetzten Autos in Echtzeit ihre Daten an das Netzwerk und die dahinter liegende Infrastruktur übertragen, damit Stau-Informationen beispielsweise ohne Verzögerung ausgeliefert werden können. Das funktioniert natürlich nur, wenn die von den Autos auf der Straße generierten Daten auch in Echtzeit beim Server oder in der Cloud ankommen. Mit 5G kann dies gelingen.

Laut Pfaller wird daher der Uplink in den Mobilfunknetzen sehr viel mehr Beachtung finden, bisher habe man sich sehr stark nur auf den Downlink konzentriert. Denn die übertragene Datenmenge werde wachsen.

BMW: Spezielle Mobilfunk-Frequenz für den Notruf

Martin Arend von BMW betonte ebenfalls, dass die Kommunikation zwischen dem Auto auf der Straße und einem möglichst sicheren Backend über absolut zuverlässige Mobilfunknetze abgewickelt werden müsse.

Arend betonte, dass es absolut unerlässlich sei, mit 5G eine tatsächlich flächendeckende Mobilfunk-Netzabdeckung zu erzielen. Das Ziel sei, bundesweit 50 MBit/s bei bis zu 500 km/h ohne Abbrüche zu erreichen. Selbstverständlich würden die Audi-Autos nicht 500 km/h fahren, wohl aber eventuelle Hochgeschwindigkeitszüge in der Zukunft.

Arend schlägt vor, eine spezielle Mobilfunkfrequenz zukünftig nur für sicherheitskritische Anwendungen wie automatisierte Notrufe vom Auto aus zu reservieren. Das sei momentan zwar noch Zukunftsmusik, aber demnächst sei ja Weihnachten und da dürfe man sich etwas wünschen, auch von der Politik.

Telekom-CTO Bruno Jacobfeuerborn und Ulf Ewaldsson von Ericsson sprachen auf der NGMN-Konferenz auch über das Thema: Dafür brauchen wir den LTE-Nachfolger 5G.

Teilen (5)

Mehr zum Thema Auto