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5G-Ausbau wird nicht ohne Glasfaser- und DOCSIS-3.1-Netze funktionieren

Mobilfunknetze sind schon heute eigentlich Festnetze mit einer Funkschnittstelle. Mit 5G wird das noch zunehmen - und Glasfasernetze werden noch wichtiger. Ein Impulspapier beschreibt Zusammenhänge.
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Die Zukunft heißt 5GDie Zukunft heißt 5G Eines der größten Buzzwords in der Branche mit Blick auf die Zukunft heißt "5G". Der neue Mobilfunkstandard soll mehr Endgeräte mit mehr Bandbreite und niedriger Latenz ins mobile Internet bringen, autonomes Fahren ermöglichen, Millionen von Sensoren vernetzen und mehr. Doch die Infrastruktur aufzubauen wird nicht einfach: Ohne das Miteinander der verschiedenen Marktteilnehmer und ohne den Ausbau von Glasfaserleitungen wird es nicht funktionieren - egal ob die Glasfaser dabei bis zum Kunden oder nur zum Kabelverzweiger reicht. Zu diesem Ergebnis kommt ein heute auf dem Digitalgipfel vorgelegtes Impulspapier einer Projektgruppe unter Beteiligung der Deutschen Telekom und Huawei.

Glasfasernetze sind Voraussetzung für 5G

Teile des Papiers lesen sich wie ein klares Bekenntnis der Telekom zur Glasfaser. Dabei ist das bei der Telekom nichts Neues, da sie eines der Unternehmen ist, das derzeit am meisten neue Glasfaserleitungen verlegt. Allerdings werden diese nur in Ausnahmefällen direkt bis zum Kunden (FTTB/H) geführt, sondern als Zuführung für die VDSL-Versorgung genutzt. "Mit Blick auf die langfristig erwarteten Anforderungen von 5G hinsichtlich Datenrate, Latenz und Ausfallsicherheit ist die Glasfaser grundsätzlich das zukunftssicherste und skalierbarste Medium. Zudem ist sie langfristig kostengünstig im Betrieb, da es keine aktiven Netzelemente zwischen Zentrale und Mobilfunkstandort mehr gibt", heißt es in dem Papier.

Einen Großteil der heutigen Mobilfunkstandorte versorgt die Telekom schon heute mit Glasfaserleitungen. Bei Vodafone und Telefónica ist dieser Anteil geringer. Hier kommt unter anderem Richtfunk zum Einsatz. "Auch in Zukunft werden alternative Anbindungen von Mobilfunkstandorten für 5G aus Kostengründen relevant bleiben, sofern sie die Anforderungen des jeweils spezifischen 5G-Use-Case-Szenarios am betreffenden Mobilfunkstandort erfüllen. Dabei können auch die weit verbreiteten HFC-Netze durch den anstehenden Einsatz der leistungsfähigen DOCSIS-3.1-Technologie einen wichtigen Beitrag leisten", so die Fachleute. Dies ist auch einer der Gründe von Vodafone für den Kauf der Kabel-Deutschland-Infrastruktur. "Aus technischer Sicht ist eine reine Glasfaseranbindung der Mobilfunkstandorte langfristig die effizienteste Wahl."

So sollen VDSL, FTTB/H und Kabelnetze dem 5G-Netz dienen

Auch aus Gründen des Netzmanagements sei die Glasfaseranbindung von 5G-Standorten optimal. "Durch den zellulären Charakter von Mobilfunknetzen gibt es am Zellrand immer Interferenzen mit benachbarten Zellen, was die Leistung deutlich beeinträchtigt. Mit der Einführung von 5G kann dieses Problem verringert werden." Dafür sei allerdings die schnelle und verzögerungsarme Koordination aller benachbarten Sende- und Empfangsstationen erforderlich, was für die Glasfaserleitungen spreche.

Der derzeit stattfindende massive Ausbau aller Festnetzinfrastrukturen sei förderlich für eine gute spätere 5G-Versorgung. "Durch den Ausbau der Festnetz-Glasfaserinfrastruktur in Richtung der Kundenstandorte entstehen Synergiepotenziale für eine zukünftige Glasfaseranbindung von (kleinzelligen) Mobilfunkstandorten. An bestimmten Punkten können bei allen Festnetzarchitekturen Glasfasern weiterverbunden werden." Dazu eigneten sich etwa die Multifunktionsgehäuse (also die grauen Kästen am Straßenrand), Netzverteiler bei FTTH/B und Glasfaser-Muffen in Schächten. Bei FTTH/B-Topologien bestünde noch eine zusätzliche Anbindungsmöglichkeit im Gebäude selbst.

Telekom (und Vodafone) im Vorteil

Die Synergieeffekte beim Netzausbau hatte teltarif.de bereits vor kurzem thematisiert: Die Telekom ist unterm Strich gegenüber Vodafone und vor allem gegenüber Telefónica beim späteren Ausbau von 5G deutlich im Vorteil.

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