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TV-Kaufentscheidung: HD, 4K oder 8K?

Wir klären die Frage, ob jetzt der richtige Zeitpunkt für den Kauf eines neuen 4K-TVs ist oder sich Nutzer noch gedulden sollten.
Von Daniel Rottinger
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4K-TVs liegen im Trend und kaum ein Hersteller führt nicht die Vorteile der neuen Fernseh-Generation mit ultrahoher Auflösung (3840 mal 2160 Pixel) ins Feld. Entsprechend viele neue UHD-Modelle kommen auf den Markt und versuchen bei den Verbrauchern zu punkten. Doch worauf gilt es dabei zu achten?

UHD-TV oder TV mit Ultra HD Premium?

Aktueller Sony-TV mit 4K-HDRAktueller Sony-TV mit 4K-HDR Während die erste Generation der 4K-TVs keine Zusatzbezeichnung im Namen trägt, kommen in den vergangenen Wochen verstärkt Geräte mit dem "Ultra HD Premium"-Label auf den Markt. Konkret haben sich die großen Hersteller bei UHD-Premium auf einige Standards geeinigt, die ein Gerät mindestens erfüllen muss. Dazu zählt etwa ein erweiterter Farbraum (BT-2020). Während beim HDTV nur 35 Prozent des menschlich wahrnehmbaren Farbraums abgedeckt werden, sind es bei BT-2020 immerhin 76 Prozent.

Und es gibt noch weitere Auflagen: So müssen LED-TVs besonders hell leuchten und es ist eine Spitzenhelligkeit von 1000 cd/m² vorge­schrieben, der Schwarzwert muss hingegen nur 0,05 cd/m² erreichen. Die besonders leuchtstarke Farbwiedergabe wird unter dem Featurename HDR (High Dynamic Range) vermarktet. Anders sieht es bei OLED-TVs aus: Diese müssen in Sachen Helligkeit weniger leisten und nur 540 cd/m² Spitzenhelligkeit erreichen, dafür ist die Maßgabe im Bereich der Schwarzdarstellung strenger. Hier ist ein Schwarzwert von 0,0005 cd/m² Pflicht. Zudem ist vorgeschrieben, dass die Geräte über eine 10-Bit-Signalverarbeitung verfügen müssen, damit Hersteller ihre TVs mit dem "Ultra HD Premium"-Label bekleben dürfen. Nutzer erkennen die Modelle mit dem vergleichsweise neuen Standard an einem Logo mit der Bezeichnung "Ultra HD Premium". Neben TVs sind etwa auch einige 4K-Blu-ray auf dem Markt vertreten, die den Anforderungen genügen und das UHD-Premium-Logo tragen.

Sollte ich besser auf einen 8K-TV warten?

Auf Technik-Messen haben die großen TV-Hersteller vereinzelt Geräte mit Displays in petto, die mit 8K (7680 mal 4320 Pixel) auflösen. Der darauf wiedergegebene Inhalt beschränkt sich allerdings meist auf kurze Democlips und mehr oder weniger beeindruckende Naturaufnahmen. Im Alltag werden die 8K-TVs auf absehbare Zeit allerdings keine große Relevanz haben. Schließlich gibt es gleich mehrere limitierende Faktoren, gerade wenn das Bild aus dem Internet auf das TV-Gerät gelangen soll. Nutzer benötigen einen Anschluss mit hoher Bandbreite, damit der Inhalt auf dem Bildschirm ohne Verzögerung wiedergegeben wird.

Der VoD-Anbieter benötigt entsprechend mehr Server- bzw. CDN-Kapazitäten und muss mit steigenden Kosten rechnen - auf der Videoplattform YouTube gibt es ganz vereinzelt Clips, die in 8K-Auflösung vorliegen. Zudem ist ein leistungsfähiger Bildprozess in dem Fernsehgerät erforderlich, damit die Darstellung flüssig ist. Den größten Flaschenhals dürfte allerdings weniger die technische, als vielmehr die inhaltliche Schiene sein. Schließlich müssen Filmemacher ihre Werke in 8K-Auflösung produzieren, damit diese später nicht nur auf 8K hochskaliert werden. Eine der ersten Hollywood­filme, der in 8K produziert wird, ist Guardians of the Galaxy Vol. 2. Der Streifen wird voraussichtlich Anfang 2017 erscheinen.

Sind ausreichend 4K-Inhalte verfügbar?

Aktuell sind Videos und TV-Inhalte in 4K-Qualität noch Mangelware. So gibt es etwa kaum deutsche TV-Sender, die ihr Programm in UHD ausstrahlen. Stattdessen müssen sich Anwender mit dem Astra-Demo-Kanal UHD1, der sich teils nur mit HD-Plus-Karte ansehen lässt, begnügen. Alternativ können Nutzer die Sender Pearl.tv UHD, Fashion 4K und Insight UHD in ultrahochauflösender Qualität per Satellit frei empfangen. Bei den großen VoD-Anbietern sieht es etwas besser aus, wobei auch hier nur ein Bruchteil der Inhalte in 4K vorliegt, wie wir in einer Meldung dokumentiert hatten. Als weitere Möglichkeit können Nutzer über das Videoportal YouTube an UHD-Inhalte abrufen, sofern sie über eine schnelle Internetanbindung verfügen.

Wer über keine schnelle Internetanbindung verfügt, kann auf 4K-Blu-rays ausweichen. Um diese wiedergeben zu können, ist allerdings zunächst die Anschaffung eines 4K-Blu-ray-Players erforderlich. Die 4K-Discs sind zudem vergleichsweise teuer und nur ein Bruchteil der Film-Highlights erscheint überhaupt in dieser Form.

Fazit

Wenn Nutzer mit dem Gedanken spielen sich einen 4K-TV zuzulegen, wird vermutlich häufig auch darüber nachgedacht, ob nicht auch ein HD-Fernseher ausreicht. Diese Überlegung ist gar nicht so abwegig, schließlich sind 4K-Inhalte derzeit noch Mangelware. Stattdessen müssen sich Besitzer eines UHD-TVs damit abfinden, dass etwa Full-HD-Inhalte einfach nur auf 3840 mal 2160 Pixel hochskaliert werden. Anderseits gibt es Anzeichen für eine zunehmende Verfügbarkeit 4K-Inhalten: Gerade bei Netflix und Amazon Video nimmt die Zahl der Inhalte zu, wenn auch nicht so rasant wie sich einige 4K-Enthusiasten sich wünschen würden. Die gröbsten Kinderkrankheiten der ersten UHD-TV-Generation sind zudem passé auch preislich haben sich die Geräte in einem moderaten Preis­bereich eingependelt.

Allerdings kann es trotz dieser positiven Vorzeichen ratsam sein, den Kauf des 4K-TV-Geräts erst nach der IFA im September zu tätigen. Auf der Technik-Messe in Berliner werden die großen Hersteller auch in diesem Jahr ihre TV-Neuheiten präsentieren. Daraus ergeben sich meist auch Preisvorteile beim Kauf eines Vorgängermodells.

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