Zu früh

4K-TV: Warum sich das Warten noch lohnt

Der Einstieg in die UHD-Welt wird Nutzern nicht einfach gemacht: Die Geräte sind zu teuer in der Anschaffung und aktuell gibt es nur wenig 4K-Inhalte.
Von Daniel Rottinger / Paul Miot-Paschke
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4K-Angebot noch sehr beschränkt - Sky plant UHD-Einstieg

Unabhängig von Anbietern fällt auf, dass das Angebot an 4K-Inhalten noch sehr eingeschränkt ist. Dies könnte in erster Linie an einer begrenzten Nachfrage liegen, wodurch rückkoppelnd auch das Entwicklungspotenzial von den Film- und Produktionsfirmen nicht gesehen wird. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Sky Deutschland anscheinend Bestrebungen zeigt, im Herbst dieses Jahres eine Bundesligapartie pro Spieltag und ausgewählte Spiele der Champions-League in UHD-Qualität per Satellit auszustrahlen. Es bleibt abzuwarten, welchen Zuspruch das Angebot bei Kunden des Pay-TV-Anbieters finden wird.

Auch jenseits der Onlinemedien- und Pay-TV-Welt bieten Blu-rays eine gewisse, aber dennoch überschaubare Auswahl an 4K-Inhalten. Allerdings liegen die Preise deutlich über denen einer regulären Blu-ray. Beispielsweise kostet der Film Der Marsianer - Rettet Mark Watney als Standard-Blu-ray auf Amazon etwa 10 Euro, während die 4K-Blu-ray für etwa 27 Euro zu bekommen ist. Unabhängig vom entsprechenden Filmmaterial ist außerdem erst einmal ein entsprechender Player notwendig, um die Inhalte betrachten zu können.

Teures 4K-Zubehör

Blu-ray-Player mit UHD-Funktion sind noch recht teuerBlu-ray-Player mit UHD-Funktion sind noch recht teuer Die erforderliche Bandbreite für ruckelfreies Streaming in UHD-Qualität dürfte der Internetanschluss vieler Nutzer nicht hergeben. Entsprechend gilt es sich nach Alternativen umzusehen. Eine Möglichkeit ist die Nutzung eines 4K-Blu-ray-Players. Doch die Anzahl der Geräte ist derzeit noch stark eingeschränkt und auch preislich sind die Player noch wenig attraktiv. So zahlen Nutzer etwa für das Modell DMP-UB900 von Panasonic knapp 800 Euro. Allerdings finden sich auf dem Markt auch günstigere Offerten, bei denen sich jedoch ein genauer Blick auf das Datenblatt lohnt. So offeriert etwa Sony mit dem UHP-H1 einen Blu-ray-Player zum Preis von knapp 350 Euro, der auch mit dem Buzzword 4K wirbt. Kunden erhalten jedoch nur ein Gerät, welches das Full-HD-Bild auf UHD-Auflösung hochgerechnet.

Doch es geht günstiger: Einen vollwertigen Blu-ray-Player für 4K-Filme finden Interessenten bei der Xbox-One-S-Spielekonsole, die mit rund 300 Euro zu Buche schlägt. Neben der Wiedergabe von Filmen und Serien über das Blu-ray-Laufwerk können Nutzer zudem aktuelle Spielehighlights mit der Xbox wiedergeben. Ein Blick auf den Gesamtmarkt zeigt, dass es derzeit noch wenig UHD-Player zum kleinen Preis gibt. Zudem bleibt das 4K-Vergnügen nach der Anschaffung eines entsprechenden Geräts weiterhin teuer, UHD-Blu-rays kosten schließlich meist doppelt so viel wie Standard-Blu-rays. Künftig dürfe allerdings durch eine stärkere Verbreitung von 4K-TVs auch das Interesse an UHD-Blu-ray-Playern zunehmen und in der Folge zu höheren Stückzahlen führen - geringerer Preis für die Verbraucher inklusive.

Fazit und Ausblick: Es tut sich etwas

Darum sollten Nutzer den Kauf eines 4K-TVs noch mit einem großen Fragezeichen versehenDarum sollten Nutzer den Kauf eines 4K-TVs noch mit einem großen Fragezeichen versehen Wie ein Blick auf die verschiedenen Segmente (TV-Geräte, Inhalte und Zubehör) zeigt, könnte sich eine abwartende Haltung beim UHD-TV-Kauf durchaus lohnen. Dennoch wird einem bei näherer Betrachtung klar, dass es durchaus positive Entwicklungen gibt: Ultra HD Premium steht derzeit noch am Anfang und der neue Standard hielt in den vergangenen Monaten nur in einige TV-Geräte Einzug. Allerdings dürfte die Verbreitung im Jahr 2017 durch sinkende Preis deutlich zunehmen und Geräte mit UHD-Premium im Massenmarkt ankommen. Gerade im Inhaltebereich ist einiges an Bewegung im Spiel und Amazon (Video) bzw. Netflix halten große Stücke auf 4K-Videoinhalte. Zwar ist das Angebot derzeit noch überschaubar, doch ein Wachstum der in UHD vorliegenden Serien und Filme zeichnet sich klar ab. Allerdings könnte diese Entwicklung ausgebremst werden, wenn der Ausbau von schnellem Breitbandinternet nicht hinterherkommt und Nutzer aufgrund mangelnder Internetgeschwindigkeit keine 4K-Streams ansehen können. Der geplante Eintritt von Sky Deutschland in den UHD-Sektor zeigt, dass auch die (Pay-)TV-Branche durchaus Potenzial in der neuen Technik sieht. Je nach Markterfolg der Initiative könnten sich auch andere Sender künftig für die Ausstrahlung ihres Angebots in UHD-Qualität entscheiden. Auch bei der Verbreitung von UHD-Blu-ray-Playern greift das Henne-Ei-Problem. Erst wenn sich eine Vielzahl an Nutzern für den Kauf eines Geräts entscheidet, ist ein geringerer Preis beim Kauf einer UHD-Blu-ray denkbar.

In einem weiteren Artikel haben wir erklärt, wie sich Ultra-HD bei Netflix nutzen lässt.

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