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4G-Mobilfunk in den USA: Welche Technik ist das eigentlich?

Jeder spricht von 4G, jeder ist erster und schnellster - wie geht das?

Der Wettbewerb unter den Mobilfunk-Netzbetreibern tobt nicht nur bei uns in Deutschland, auch in USA ist der Kampf der Anbieter und Reseller nicht geringer. Hinzu kommt hier noch ein Wettbewerb unterschiedlicher Technologien, die speziell beim mobilen Internet zur Anwendung kommen. Dies sind zum einen die aus Europa bekannte HSPA+-Beschleunigung im UMTS-Netz, dann LTE, das in USA allerdings mit einem anderen Konzept als aktuell in Deutschland ausgerollt wird und zum letzten das schon seit längerem verwendete Wimax.

Drei Netzbetreiber sagen "4G" und jeder meint etwas anderes

Bus mit Werbung für Sprint 4G in den Straßen von Las Vegas Bus mit Werbung für Sprint 4G in den Straßen von Las Vegas
Foto: teltarif.de
In USA tobt der Wettbewerb - vor allem wenn man diesen durch die deutsche Brille wahrnimmt - schon immer etwas härter. Vergleichende Werbung ist an der Tagesordnung, ob mit Ironie oder knallhart und böse. Aktuell hat sich dies beim Mobilfunk der vierten Generation (4G Mobile) aber noch verschärft, weil hier vor allem die drei Anbieter Sprint, T-Mobile (USA) und Verizon mit harten Bandagen und sehr ähnlichen Aussagen auf Kundenfang gehen. Alle werben mit "4G Mobilfunk" um die Gunst beim Kunden, am Ende bekommt der Kunde bei jedem Netzbetreiber aber sehr stark unterschiedliche Produkte. Auch anerkannte Marktforscher, wie zum Beispiel Nielsen spielen mit. Der genannte Forscher hat jüngst die Übertragungsgeschwindigkeiten von T-Mobile, Verizon und Sprint gemessen und T-Mobile zum Sieger gekürt.

T-Mobile propagiert für 4G HSPA-Netze und will diese noch bis Jahresende relativ flächendeckend auf 42 MBit/s ausbauen, Verizon nutzt LTE, steckt aber beim Netzausbau noch in den Anfängen, während Sprint auf Wimax setzt, das zumindest in Ballungsräumen schon gut verfügbar ist. Weitere Nachteile von LTE und Wimax sind die mangelnde Verfügbarkeit für internationale Reisende oder für Amerikaner im Ausland. Die Hilfslösung heißt dann meist Leihhardware, etwa ein mobiler Breitband-Hotspot von Novatel Wireless oder Huawei mit einer Prepaid-SIM-Karte.

Vierter Netzbetreiber im Bunde, der von all diesen Dreien immer wieder angesprochen wird, ist AT&T, der bislang noch das Apple iPhone exklusiv in den USA verkauft und unter anderem daher seit längerem mit Überlastungserscheinungen in seinem Netz zu kämpfen hat. Bevor wir weiter in die technischen Details gehen, ein kleiner Werbespot von T-Mobile USA, der die Sticheleien im Wettbewerb untereinander gut zum Ausdruck bringt:

Wie weit welches 4G-Netz bei welchem Netzbetreiber bereits ausgebaut ist und einen Tipp, wie man als Tourist in USA außerhalb der weit verbreiteten WiFi-Zones noch einen bezahlbaren Zugang zum mobilen Internet findet, erfahren Sie auf der zweiten Seite dieses Artikels.
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