Evolution

4G/LTE ist jetzt weltweit führende Netztechnologie

4G/LTE hat bezüglich der Zahl der Mobilfunkkunden jüngst 3G und nun auch 2G hinter sich gelassen. Lesen Sie die Prognose, wie schnell 5G angenommen werden wird.
Von dem Global Mobile Broadband Forum 2017 in London berichtet
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Global Mobile Broadband Forum 2017 in LondonGlobal Mobile Broadband Forum 2017 in London Auf dem vom Netzwerk-Ausrüster und Smartphone-Hersteller Huawei veranstalteten Global Mobile Broadband Forum 2017 in London präsentierte Alex Sinclair, CTO der GSMA, dem führenden Branchenverband der Mobilfunkbranche, beeindruckende Zahlen: Aktuell ist 4G/LTE dabei, bezüglich der Zahl der Kunden GSM weltweit als führende Mobiltechnologie abzulösen, nachdem vor kurzem auch schon 3G/UMTS überholt wurde. Dieser Erfolg wird etwa 7 Jahre nach dem Start der ersten 4G/LTE-Netze erzielt. War LTE anfangs den Käufern von High-End-Smartphones in den Industrieländern vorbehalten, ist es zunehmend auch mit günstigen Smartphones und in immer mehr Ländern verfügbar. Allerdings ist selbst hierzulande die 4G-Durchdringung niedriger, als sie grundsätzlich sein könnte: Insbesondere Discounter-Kunden in den Netzen von Deutscher Telekom und Vodafone müssen sich weiterhin mit 3G/UMTS zufrieden geben, und werden folglich auch nicht als "4G Subscriber" gezählt.

Für den kommenden Mobilfunk-Standard 5G erwartet die GSMA, dass dieser bereits 2025, also schon ca. 5 Jahre nach dem Start, an 2G vorbeiziehen wird. Das liegt aber nicht daran, dass 5G so viel schneller starten soll als 4G, sondern daran, dass 2G langsam aber sicher das Ende seiner Lebenszeit erreicht und die Zahl der nur-2G-Kunden in den kommenden Jahren schnell sinken wird. Hingegen erwartet die GSMA, dass die Zahl der 3G-Kunden in den kommenden Jahren in etwa konstant bleiben wird: Am oberen Rand gehen Kunden verloren, die von 3G zu 4G und/oder 5G upgraden, dafür kommen am unteren Rand Kunden hinzu, die von 2G zu 3G migrieren.

Entwicklung und Prognose des Anteils der verschiedenen Netztechnologien.
Entwicklung und Prognose des Anteils der verschiedenen Netztechnologien.
Die GSMA widerspricht damit der in der Industrie oft geäußerten Erwartung, dass 3G sogar noch vor 2G abgeschaltet wird. Der Grund für letztere Erwartung ist, dass für Anwendungen, die nur Sprache und/oder geringe Datenmengen benötigen, SMS und GSM bereits ausreichen. Liegt der Datenbedarf aber höher, ist 4G/LTE effizienter als 3G/UMTS. Ob allerdings die Netzbetreiber bereit sind, die deutlich neueren 3G-Netze zuerst abzuschalten und damit auch abzuschreiben, während die älteren 2G-Netze im Betrieb bleiben, bleibt abzuwarten. Zumindest müssten sie für so einen Schritt erstmal allen 3G-Kunden auch Zugang zu den 4G-Netzen gewähren. Vielleicht liegt die GSMA mit ihrer Prognose, dass 2G/GSM zuerst "stirbt", also doch richtig.
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