Netztechnik

Nokia erreicht unter 2 ms Latenz in einem 4,9G-Netz

LTE ist noch nicht am Ende des Machbaren angekommen, wie Nokias Verfahren 4,9G aufzeigt. Weniger als 2 Millisekunden Latenz sind mit der neuen Airscale-Basisstation möglich.
Von Andre Reinhardt
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Slogan aus der Nokia-Homepage-Sektion "Netze"Slogan aus der Nokia-Homepage-Sektion "Netze" Bis zur geplanten Einführung von 5G vergehen noch gut drei Jahre, Zeit genug, um das mobile Breitband via LTE weiter auszureizen. Auf dem aktuell in Shanghai statt­findenden Mobile World Congress stellte Nokia seine neue Technologie 4,9G vor. Hierbei handelt es sich um die letzte Ausbaustufe des Verfahrens Long Term Evolution. Realisiert wird 4,9G mit der Airscale-Basisstation von Nokia. Der finnische Netzwerk­ausrüster kann mit seiner neuesten Mobilfunk-Entwicklung die Antwortzeit auf unter zwei Millisekunden senken.

Zugriffszeit: 4,9G kitzelt Reserven aus LTE

Im März 2016 wurde von den Standardisierungs­gremien 3GPP der Release 13 verabschiedet. Dahinter verbirgt sich LTE Advanced Pro, auch als 4.5G bekannt. Ein weiterer Zwischenschritt von 4G zu 5G stellt das kürzlich von Nokia präsentierte 4,9G dar. Abermals nutzt der Netzwerk-Spezialist für dieses Verfahren seine Airscale-Basisstation. Das Highlight bei der Demonstration dieser Technologie auf dem MWC Shanghai war die äußerst geringe Latenz. Weniger als zwei Millisekunden betrug die Zugriffszeit innerhalb des Netzes. Dank einer neuen Funktion konnte Nokia die Übertragungs­zeitintervalle somit um 86 Prozent verringern.

Airscale vereint 4G und 5G

Mit der Basisstation Airscale erhalten Netzbetreiber künftig die freie Wahl beim bevorzugten mobilen Breitband. Künftig sollen die Tele­kommunikations­unternehmen die beiden Standards 4G und 5G in einem System nutzen können. Sowohl 5G-Installationen als auch LTE bis zur höchsten Ausbaustufe (4,9G) seien mit Airscale machbar.

5G: Weniger Frust beim mobilen Surfen

Aktuell führt Vodafone das Feld hinsichtlich der maximalen LTE-Bandbreite in Deutschland an. Bis zu 500 MBit/s können in manchen Städten erreicht werden. Was nach viel klingt, relativiert sich jedoch mit steigender Anzahl von Teilnehmern, unter denen die Bandbreite aufgeteilt wird. Mit 5G soll es weniger Datenstau geben. Im Idealfall beträgt die Bandbreite beim fünften Mobilfunk­standard bis zu 10 GBit/s im Downstream. Die Verfügbarkeit soll ebenfalls hoch sein. Außerdem wird eine niedrige Latenz von unter einer Millisekunde angepeilt. Bis diese Vision im Jahre 2020 Realität wird, helfen Techniken wie 4,9G dabei, auch weiterhin die Qualität innerhalb der Mobilfunk­netze kontinuierlich zu steigern.

Im April hatten wir darüber berichtet, dass Nokia in seinem 4.5G-Testnetz bis zu 850 MBit/s im Downstream erreicht hatte.

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