Kooperation

1&1 bucht VDSL-Anschlüsse der Telekom

Kontingentmodell der Telekom kommt erstmals zur Anwendung
Von Thorsten Neuhetzki
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1&1 wird künftig auf die VDSL-Anschlüsse der Deutschen Telekom zurückgreifen. Dabei kommt erstmals das neue und erst vor kurzem überarbeitete Kontingent-Modell zum Tragen. Es sieht vor, dass Provider, die VDSL-Anschlüsse bei der Telekom einkaufen, dieses in einem Kontingent tun und dadurch interessantere Konditionen bekommen. 1&1 ist nach Angaben der Telekom der erste Partner für dieses neue Modell. Für die Telekom hat die Kooperationsvereinbarung den Vorteil, dass sie ihre VDSL-Infrastruktur besser auslasten kann. "Wir investieren Milliarden in die Breitbandnetze. Durch das Kontingent-Modell übernehmen Partnerunternehmen einen Teil des Risikos der hohen Infrastrukturinvestitionen", betont Niek Jan van Damme, Deutschland-Vorstand bei der Telekom.

Die Telekom verkauft ihre VDSL-Anschlüsse im Kontingent an 1&1Die Telekom verkauft ihre VDSL-Anschlüsse im Kontingent an 1&1 Nach Änderungen der Deutschen Telekom am ursprünglichen Kontingent-Modell hatten Bundesnetzagentur und EU-Kommission grünes Licht für solche Kooperationen gegeben. Unternehmen erhalten jetzt ein Sonderkündigungsrecht für die Vereinbarung, wenn sie alternativ neue Glasfaseranschlüsse nutzen wollen. Die Mindestkontingentgröße wurde zudem verkleinert, damit auch mittelständische Unternehmen Kontingente an VDSL-Anschlüssen buchen können. Und schließlich wurde das monatliche Entgelt um 50 Cent pro Anschluss erhöht.

NetCologne und Telekom verhandeln wieder über gegenseitige Netznutzung

Auch der in Köln ansässige Anbieter NetCologne führt nach Angaben der Telekom derzeit Gespräche über die Anpassung der bereits Ende 2011 geschlossenen Kooperationsvereinbarung an das neue Kontingent-Modell. Die beiden Unternehmen hatten sich bereits über die gegenseitige Nutzung der Infrastruktur geeinigt, als die Bundesnetzagentur das Kontingentmodell der Telekom untersagte. Dadurch ließen beide Unternehmen die Vereinbarung ruhen. Die beiden Breitbandanbieter wollen ihre Netzinfrastrukturen gegenseitig nutzen: NetCologne möchte ein Kontingent an VDSL-Anschlüssen der Telekom buchen, die Telekom im Gegenzug eine bestimmte Anzahl von Glasfaseranschlüssen von NetCologne mieten. Dadurch sparen sich beide Anbieter eigene Netzarbeiten und die Schaffung nicht genutzter Infrastruktur. Stattdessen werden vorhandene Netze besser ausgenutzt.

Weitere Kooperationen dieser Art sollen folgen. Zudem plant die Telekom, auch Glasfaseranschlüsse als Vorleistungsprodukt über Kontingente anzubieten. Erst diese Woche hatte die Telekom die ersten Kunden in ihrem Glasfasernetz offiziell ans Netz genommen. Das VDSL-Netz der Telekom erreicht nach Angaben des Providers rund 11 Millionen Haushalte in 50 Städten. Zudem sind zahlreiche Haushalte in unmittelbarer Nähe der Vermittlungsstellen mit VDSL versorgt. Außerdem baut die Telekom in zwölf Städten bzw. Stadtteilen ein Netz mit Glasfaser bis in die Wohnungen (Fibre to the Home, FTTH). VDSL ist ebenfalls ein Glasfasernetz, hier wird das Glasfaser aber nur bis zu den Verteilerkästen bzw. Kabelverzweigern geführt (Fibre to the Curb, FTTC, Basis für VDSL).

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