Wettbewerb

1&1 Drillisch vs. Telekom: National Roaming als Zankapfel

1&1 Dril­lisch beschwert sich bei der Bundes­netz­agentur über seine Mitbe­werber, weil die Verhand­lungen über National Roaming stocken. Die Telekom wider­spricht der Darstel­lung des Konkur­renten.
AAA
Teilen (15)

1&1 Dril­lisch hat im vergan­genen Jahr für 1,1 Milli­arden Euro Mobil­funk­frequenzen erstei­gert. Das Unter­nehmen will so vom reinen Service-Provider zum eigen­stän­digen Netz­betreiber aufsteigen. Aller­dings ist es in den kommenden Jahren unrea­listisch, dass 1&1 Dril­lisch ein eigenes, flächen­deckendes Mobil­funk­netz aufbaut.

Das bedeutet im Umkehr­schluss: 1&1 Dril­lisch braucht ein National-Roaming-Abkommen mit einem seiner Mitbe­werber, um Kunden überall in Deutsch­land Mobil­funk­dienste anbieten zu können. Solche Lösungen sind nicht neu. Beispiels­weise hatte Viag Interkom nach seinem Netz­start 1998 zunächst ein Trans­ferroa­ming über die schwei­zeri­sche Tele­fonge­sell­schaft Swisscom genutzt, sodass die Kunden auch auf die anderen Netze zugreifen konnten.

Später konnte Viag Interkom ein offi­zielles National-Roaming-Abkommen mit der Deut­schen Telekom abschließen, das genutzt wurde, bis die heutige o2 ein eigenes deutsch­land­weites Mobil­funk­netz aufge­baut hatte. Eine vergleich­bare Lösung strebt auch 1&1 Dril­lisch an, um zum Netz­betreiber aufzu­steigen, den Kunden aber eben­falls eine flächen­deckende Funk­versor­gung anbieten zu können.

Offi­zielle Beschwerde bei der Bundes­netz­agentur

Schleppende Verhandlungen über National RoamingSchleppende Verhandlungen über National Roaming Wie das Nach­rich­tenma­gazin Der Spiegel in seiner aktu­ellen Ausgabe berichtet, hat sich 1&1 Dril­lisch nun beim poli­tischen Beirat der Bundes­netz­agentur über seine Wett­bewerber beschwert. Offenbar kommt der Konzern beim Thema National Roaming nicht weiter. Dabei sahen die Regeln bei der Frequenz­auktion im vergan­genen Jahr dafür ein "Verhand­lungs­angebot" vor.

1&1 Dril­lisch befürchtet dem Bericht zufolge, dass etablierte Netz­betreiber wie die Deut­sche Telekom die Gespräche verzö­gern, um ihren Vorsprung gegen­über dem Neuein­steiger auszu­bauen. Wies weiter heißt, könnten Telekom, Voda­fone und Telefónica aus Sicht von 1&1 Dril­lisch auch darauf setzen, dass der neue Mitbe­werber frus­triert aufgibt und seine Frequenzen weiter­verkauft.

Telekom: "National Roaming ist kein Stan­dard­produkt"

Wie Der Spiegel weiter berichtet, erklärte der Deutsch­land­chef der Telekom, Dirk Wössner, in einem Schreiben an den poli­tischen Beirat der Bundes­netz­agentur, National Roaming sei "kein Stan­dard­produkt" und müsse "voll­ständig neu konzi­piert werden". Zudem habe 1&1 Dril­lisch bis Ende Januar "keinerlei Signal" gegeben, dass die Zeit dränge. Der Wunsch nach einem schnellst­mögli­chen Angebot löse bei ihm daher "Verwun­derung" aus. Die Telekom prüfe, ob es möglich sei, "der Bitte von 1&1" nach­zukommen.

Dril­lisch wider­spricht. Man habe "stets deut­lich gemacht, einen zügigen Vertrags­schluss anzu­streben". Die Bundes­netz­agentur werde ihre Schieds­rich­terrolle ausüben müssen, wenn sich keine zeit­nahe Lösung abzeichnet. Wie bereits berichtet hat 1&1 Dril­lisch sogar schon erste Basis­stationen aufge­baut.

Teilen (15)

Mehr zum Thema 5G