Netz

5G: 1&1 Drillisch will National Roa­ming mit Telefónica

Sollte 1&1 Drillisch Frequenzen für ein neues 5G-Mobilfunknetz ersteigern, so setzt das Unternehmen auf National Roaming. Ein eigenes flächendeckendes Netz ist vorerst nicht machbar.
AAA
Teilen (22)

Die Auktion um die zu verge­benden neuen Mobil­funk­fre­quenzen ist in vollem Gange. Neben den drei bereits im Markt befind­li­chen Netz­be­trei­bern bietet auch 1&1 Dril­lisch eifrig mit. Sollte das Unter­nehmen tatsäch­lich einige der zur Vergabe anste­henden Frequenz­blöcke erstei­gern, so würde ein viertes deut­sches Mobil­funk­netz entstehen.

Wie aber soll das funk­tio­nieren? Neue Frequenzen für ein flächen­de­ckendes neues Mobil­funk­netz stehen erst 2026 zur Verfü­gung. Zudem zeigt sich auch bei den drei etablierten Betrei­bern, dass es gar nicht so einfach ist, eine neue Basis­sta­tion in Betrieb zu nehmen. Bestehende Stand­orte sind oft statisch oder hinsicht­lich der elek­tro­ma­gne­ti­schen Verträg­lich­keit ausreizt, neue Stand­orte zu bekommen ist einer­seits schwierig, ande­rer­seits aber vor allem auch lang­wierig. Wie das Online­ma­gazin inside-handy berichtet, hat United-Internet-Chef Ralph Dommer­muth nun in einer Tele­fon­kon­fe­renz durch­bli­cken lassen, wie er sich 1&1 Dril­lisch als Netz­be­treiber vorstellt. Bereits im Januar hatte Dommer­muth die Idee formu­liert, dass die 5G-Anbieter ihre Netze gemeinsam aufbauen, um Syner­gien zu nutzen. Nun erklärte er, nur mit National Roaming sehe er 5G als "große Chance" für sein Unter­nehmen.

1&1 Dril­lisch arbeitet bereits mit Telefónica zusammen

Dommermuth will National RoamingDommermuth will National Roaming Als Partner kommt dabei in erster Linie Telefónica in Frage, zumal es mit dem Münchner Konzern schon jetzt eine enge Zusam­men­ar­beit gibt. Der aktuell gültige Vertrag, dem zufolge 1&1 Dril­lisch Zugriff auf 30 Prozent der Netz­ka­pa­zi­täten von Telefónica hat, könne auch auf eine solche National-Roaming-Lösung über­tragen werden, meint Dommer­muth.

Der United-Internet-Chef zeigte sich opti­mis­tisch, mit Telefónica zu einer Über­ein­kunft zu kommen, sofern sein Unter­nehmen über­haupt 5G-Frequenzen erstei­gert. Um jeden Preis will der Konzern nämlich nicht vom Provider zum Netz­be­treiber aufsteigen. "Wenn die 5G-Frequenz­auk­tion zu teuer wird, bleibt alles wie es ist", so Dommer­muth.

Neben Telefónica arbeitet 1&1 Dril­lisch derzeit auch mit Voda­fone zusammen, um eigene Mobil­funk­ta­rife anbieten zu können. Dabei muss der Provider im Voda­fone-Netz aller­dings immer noch auf den LTE-Zugriff verzichten, während Kunden mit einem Vertrag im Telefónica-Netz auch schnelle Daten­über­tra­gungen über 4G möglich sind.

In einem Themen-Special haben wir darüber berichtet, wie ein Mobil­funk­netz funk­tio­niert.

Teilen (22)

Mehr zum Thema 5G