Rechtssichere E-Mail

Rechtssichere E-Mail: 1&1 startet De-Mail-Dienst auf der CeBIT (Update)

Keine Neuigkeiten vom EU-Beschwerdeverfahren gegen De-Mail
Von mit Material von dpa
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Der Internet-Anbieter 1&1 will mit dem E-Postbrief der Deutschen Post konkurrieren. "Wir werden unsere De-Mail am 6. März auf der CeBIT in Hannover vorstellen", kündigte Jan Oetjen, Vorstand der 1&1 Internet AG, im "Handelsblatt" an. Neben der United-Internet-Tochter 1&1 gehören auch die Deutsche Telekom und Mentana Claimsoft zum überschaubaren Kreis der Firmen, die sich für den De-Mail-Dienst akkreditieren.

Kunden sollen die verschlüsselten E-Mails von der zweiten Jahreshälfte an nutzen können. "Von den 150 Briefen, die jeder Deutsche durchschnittlich pro Jahr erhält, könnten dann zukünftig 80 Prozent durch die elektronische Post ersetzt werden", sagte Oetjen, der auch Chef der E-Mail-Portale Web.de und GMX ist. 1&1 will den neuen elektronischen Brief billiger anbieten als den E-Postbrief der Deutschen Post. Der Bonner Konzern verlangt derzeit eine Gebühr von 55 Cent.

Bislang stieß der E-Postbrief der Deutschen Post bei der breiten Nutzer-Masse eher auf verhaltenes Interesse. Marktforschungsfirmen wie Comscore, Doubleclick Ad Planner oder Alexa zählten der Zeitung zufolge in den vergangenen Monaten durchschnittlich 200 000 Nutzer für den E-Postbrief.

Weiterhin Kritik an technischer und wettbewerbsrechtlicher Umsetzung

1&1 startet De-Mail-Dienst auf der CeBIT1&1 startet De-Mail-Dienst auf der CeBIT Unterdessen verstummt die Kritik an der Umsetzung des von der Bundesregierung eingeführten Mail-Dienstes und am zugehörigen De-Mail-Gesetz nicht. Bereits bei Bekanntwerden erster technischer Details vor etwa einem Jahr wurde moniert, dass bei der Datenübertragung keine "Ende-zu-Ende-Verschlüsselung" stattfindet. Während der Übertragung könnten die Nachrichten einem erhöhten Risiko des Angriffes durch unbefugte Dritte ausgesetzt sein. Kritisiert wird ebenfalls, dass die Nutzer für den Dienst eine ganz neue Mailadresse einrichten müssen und den Dienst nicht in ihr vorhandenes Mailpostfach einbinden können, wenn der eigene Mail-Provider sich nicht für De-Mail akkreditieren lässt.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft aber gar nicht die technische, sondern die wettbewerbsrechtliche Seite. De-Mail könnte sich zu einer rein deutschen Insellösung entwickeln, solange andere Länder nicht ein vergleichbares System aufbauen oder die Europäische Union dies länderübergreifend tut. Eine rechtssichere E-Mail-Kommunikation ins Ausland wird mit De-Mail zum Startzeitpunkt also wohl nicht möglich sein.

Kritiker bemängeln, dass die technischen Anforderungen so speziell für Deutschland seien, dass sich bisher auch kein ausländisches Unternehmen zu einer De-Mail-Akkreditierung entschließen konnte. Wie teltarif.de in Erfahrung bringen konnte, läuft momentan bei der EU eine Beschwerde gegen den De-Mail-Dienst, die klarstellen soll, ob bei der De-Mail-Akkreditierung einzelne deutsche Firmen über Gebühr bevorzugt worden sein könnten. Auf Anfrage konnte oder wollte der zuständige Anwalt in Brüssel gegenüber teltarif.de allerdings keine näheren Angaben zum Stand dieses Beschwerdeverfahrens machen.

Update 11:30 Uhr: Auch Telekom stellt De-Mail auf der CeBIT vor

Soeben erreicht uns eine Mitteilung der Telekom Deutschland: Das Unternehmen wird ebenfalls auf der CeBIT seinen De-Mail-Dienst vorstellen. Die zugeteilten Adressen sollen für Privatpersonen die Form Vorname.Nachname@t-online.de-mail.de erhalten. Unternehmenskunden sollen darüber hinaus künftig Subdomains bestellen können. Dabei wird der Firmenname Bestandteil der De-Mail-Adresse, beispielsweise in der Form Vorname.Nachname@Meinefirma.de-mail.de. Neben personalisierten De-Mail-Adressen für einzelne Mitarbeiter sollen Unternehmen außerdem Funktionspostfächer wie etwa Einkauf@Meinefirma.de-mail.de einrichten können. Firmen, die bereits eine eigene ".de"-Domain - zum Beispiel Meinefirma.de - für die Kommunikation per E-Mail nutzen, steht laut Angaben der Telekom die Nutzung dieser Domain als De-Mail-Subdomain in einer Startphase automatisch zu. Die Unternehmen müssen die Nutzung lediglich bei ihrem Anbieter einmalig im Rahmen der Registrierung beantragen.

Dr. Frank Wermeyer, Geschäftsverantwortlicher De-Mail bei der Deutschen Telekom, behauptet: "De-Mail ist so verbindlich wie ein Brief und genauso bequem zu nutzen wie E-Mail. Durch die eindeutige Endung können unsere Kunden De-Mail von anderen Nachrichten sofort unterscheiden. Gleichzeitig senden wir das klare Signal: De-Mail ist vertrauenswürdig. Unsere Kunden können sich schon bald von den Vorteilen überzeugen."

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