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o2 DSL: Nur noch bestimmte Auskunftdienste erreichbar

Telekom-Auskunft von o2-Anschlüssen offenbar nicht mehr erreichbar
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Es waren nur wenige Zeilen in einer internen Mitteilung an den o2-Fachhandel. Zum 1. April hat o2 bei seinem DSL-Angebot den Anbieter für telefonische Auskunftsdienste gewechselt und wird seinen Kunden zukünftig Telegate für alle Inlands- und Auslandsauskünfte anbieten. Die bisher genutzten Rufnummern der Deutschen Telekom werden nicht mehr erreichbar sein, teilte das Unternehmen mit. Betroffen sind laut o2-Mitteilungen nur Kunden des "Festnetzes" von o2, wo über das Internetprotokoll über DSL-Verbindungen telefoniert wird. Aus dem o2-Mobilfunknetz sind die Auskunftsnummern der Telekom 11833 weiter erreichbar.

Im DSL-Festnetz empfiehlt o2 die Rufnummern von Telegate. Die Inlandsauskunft: 11881 bwz. 11889 sind künftig für 1,39 Euro pro Minute statt bisher 1,79 Euro pro Minute zu erreichen. Für die Telegate-Auslandsauskunft (11882) werden weitere 1,99 Euro pro Minute berechnet. Eine aktuelle Liste der erreichbaren Sonderrufnummern mit den o2-DSL-Auskunftsdiensten ist online verfügbar.

Durch die Einführung der 118xx Rufnummern-Gasse sollte auch bei den Auskunftsdiensten Wettbewerb auf dem Telekommunikationsmarkt geschaffen werden. In Monopolzeiten waren nur die Deutsche Bundespost berechtigt unter der ursprünglichen Kurzwahl 118 (ohne Folgeziffern) Auskünfte zu erteilen, später wurde die Rufnummer auf 0118 und mit Beginn des Wettbewerbs zunächst auf 01188 verlängert, um Platz für weitere Auskunftsdienste zu schaffen.

Nach anfänglicher Euphorie sind im Auskunftsmarkt im Wesentlichen nur noch zwei große Spieler unterwegs, die Deutsche Telekom und die Telegate, daneben operieren kleinere Anbieter im Tiefstpreis-Segment oder sehen ihren Fokus eher im teuren Vermitteln zu "Mehrwertdiensten" aller Art.

Müssen alle Auskunftsdienste erreichbar sein?

Wenn ein Netz-Anbieter nur noch bestimmte Auskunftdienste "befreundeter" Unternehmen erreichbar macht, wird das Ziel des Wettbewerbs unterlaufen. Nicht bekannt ist, ob außer den Rufnummern von Telegate noch andere 118er-Nummern von o2-DSL-Anschlüssen aus zu erreichen sind.

Auch nicht geklärt ist, ob ein Anbieter von Telekommunikationsnetzen diskriminierungsfrei zu allen Mehrwertdienstanbietern verbinden muss, wenn sein Kunde es wünscht.

o2 war neben E-Plus in der Fachwelt schon länger in die Diskussion geraten, weil bestimmte Festnetzrufnummern, unter denen Chatlines, Informationstelefone oder günstige Durchwahlmöglichkeiten z.B. ins Ausland angeboten wurden, von o2 sowie E-Plus aus "Netzsicherheitsgründen limitiert" worden waren. In der Praxis sind einige Rufnummern nur schwer, andere gar nicht mehr nutzbar.

Eine offizielle Information, welche Nummern gesperrt oder schwer zu erreichen sind, gibt es nicht. Wie ein Sprecher der Bundesnetzagentur auf Anfrage bestätigte, besteht keine Verbindungspflicht zu bestimmten Rufnummern. Das bedeutet, dass es den Anbietern letztlich freisteht, Verbindungen zu bestimmten Rufnummern herzustellen oder eben nicht.

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