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115 soll ab Januar wie Festnetznummer abgerechnet werden

Anbieter dürfen aber auch weiterhin eigene Preise berechnen
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Ab Januar sollen Gespräche zur Behördennummer 115 wie eine Festnetznummer abgerechnet werden. Das geht aus einer Verfügung der Bundesnetzagentur hervor, die die Behörde heute im Amtsblatt veröffentlichte. Demnach sind sowohl Festnetz- als auch Mobilfunkanbieter angehalten, ihre Tarife in den ersten beiden Monaten des kommenden Jahres entsprechend umzustellen. Verpflichtend ist die Verfügung in Bezug auf die Preisgestaltung allerdings nicht.

115 soll als Festnetznummer abgerechnet werden115 soll als Festnetznummer abgerechnet werden Im Klartext heißt das: Der Kunde muss hoffen, dass sein Festnetzanbieter die 115 künftig als normale Ortsnetzrufnummer abrechnet, hat aber keinen Anspruch darauf. "Wir verfügen keine zu berechnenden Entgelte", erklärte ein Sprecher der Bundesnetzagentur auf Nachfrage. Daher könne man auch nicht festlegen, dass ein Anbieter verpflichtet sei, diese Nummer wie alle anderen Nummern abzurechnen. In der Verfügung heißt es wörtlich: "Die Tarifierung von Anrufen soll zukünftig wie bei Ortsnetzrufnummern erfolgen."

Eine weitere Änderung wird es zum neuen Jahr bei der 115 geben: Nutzer können auch die Behörden aus anderen Orten über die 115 erreichen. Dazu muss die Ortsvorwahl des jeweiligen Ortes vorgewählt werden. So können sich beispielsweise Nutzer vor einem Umzug über Auflagen in ihrer neuen Stadt informieren. Auch aus dem Ausland wird die 115 erreichbar gemacht werden. Anrufer landen dann voraussichtlich in einem nationalen Callcenter, das den Anrufern entsprechend weiterhilft. Eine echte Festnetznummer wird die 115 aber nicht: Sie bleibt weiterhin über Call-by-Call-Anbieter nicht erreichbar, sondern wird ausschließlich über den jeweiligen Teilnehmernetzbetreiber geroutet - auch wenn eine entsprechende Vorwahl vorgewählt wird.

Ab sofort auch 115 in Baden-Württemberg

Heute schalten weitere Kommunen im Süden und Südwesten Deutschlands die einheitliche Behördennummer 115 frei. Mit Freiburg und Karlsruhe kommen dabei erstmals zwei große Kommunen aus Baden-Württemberg hinzu. In Rheinland-Pfalz schließen sich die Landeshauptstadt Mainz und Ludwigshafen der 115 an. Damit haben nun insgesamt rund 18 Millionen Bürgerinnen und Bürger mit der 115 einen direkten Draht in die Verwaltung. Die 115 ist montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr erreichbar.

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