Noch schneller

10 GBit/s übers Kupferkabel: Neue XG-Fast-Technik erfolgreich getestet

In einem Test konnte Alcatel-Lucent Geschwindigkeiten von 10 GBit/s mittels XG-Fast-Technik simulieren. Dadurch sind Glasfaser­geschwindig­keiten an Orten möglich, die nicht mit Glasfaser erschlossen sind. Wir haben die Ergebnisse für Sie zusammengefasst.
Von Marleen Frontzeck-Hornke
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Glasfasergeschwindigkeiten an Orten, die nicht mit Glasfaser erschlossen sindGlasfasergeschwindigkeiten an Orten, die nicht mit Glasfaser erschlossen sind Die Forschungs-Abteilung Bell Labs von Alcatel-Lucent hat es in einem ersten Test-Szenario erfolgreich geschafft, eine Über­tragungs­rate von 10 GBit/s über Kupferkabel zu erzeugen. Möglich wird dies durch die neue Prototyp-Technologie mit der Bezeichnung XG-Fast. Dabei handelt es sich um die Weiter­entwicklung der G.fast-Technologie, die die Telekom noch in diesem Jahr ausprobieren will. Dies ist in jeglicher Hinsicht ein großer Fortschritt in puncto Breitband-Technik. So sind theoretisch nun an Orten Glas­faser­geschwindig­keiten umsetzbar, die bisher durch verschiedene Faktoren nicht mit Glasfaser - sprich FTTH-Netze (Fiber-to-the-home) - erschlossen werden konnten.

Beim Konsumenten könnten so Über­tragungs­raten von bis zu 1 GBit/s ankommen und damit neue Wege eröffnet werden. Bei der XG-Fast-Technik wird Glasfaser beispiels­weise bis in die Wand oder den Keller eines Gebäudes verlegt, für den Rest der Strecke soll dann Kupferkabel genommen werden. Im Labor wurde laut Alcatel-Lucent eine Situation unter realen Bedienungen bei einer maximalen Entfernung von 70 Metern und der Kupferkabel-Qualität simuliert. Hier konnte mit XG-Fast eine maximale Geschwindigkeit von 2 GBit/s (1 GBit/s symmetrisch) bei einer Frequenz von 350 MHz erreicht werden. Nach den 70 Metern wurden die höheren Frequenzsignale komplett ausgeblendet. Unter Labor­bedingungen wurde dann XG-Fast mit Bonding bei einer maximalen Entfernung von 30 Metern auf der Frequenz 500 MHz getestet - hier konnte eine Geschwindigkeit von 10 GBit/s erzielt werden. Beim sogenannten Bonding werden zwei Kupfer­doppel­adern verwendet.

Produkte auf G.fast kommen 2015

Natürlich können die Testszenarien nicht hundert­prozentig wiedergeben, was in der Realität passiert. Deshalb konnten folgende Faktoren auch nicht in das Test-Ergebnis einfließen: Die Dicke und Qualität des Kupferkabels oder aber auch das Nebensprechen bei angrenzenden Kabeln. Zumindest der letzte genannte Punkt kann mittels Vectoring verhindert werden, ansonsten können die genannten Faktoren die tatsächliche Über­tragungs­rate beeinflussen.

Bereits im Jahr 2015 sollen schon erste Produkte auf Basis von G.fast zur Verfügung stehen. Die Technologie soll dann zunächst im 106-MHz-Frequenzbereich Geschwindigkeiten von bis zu 500 MBit/s über 100 Meter schaffen. Die erweiterte Technologie XG-Fast liefert im Vergleich zu G.fast bei einer kürzeren Entfernung deutlich höhere Daten­übertragungs­raten. Bell Labs hat den eigenen Angaben nach bei den Test auf herkömmliche Kupferkabel eines europäischen Netzbetreibers zurückgegriffen.

Mehr zum Thema Vectoring und G.fast lesen Sie in unserem Hintergrundbericht. Welche technischen Grundlagen und Bestandteile ein Glasfasernetz hat, erfahren Sie in unserem Ratgeber zum Thema Internet per Glasfaser.

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