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Persönliche Rufnummer 0700 nicht immer erreichbar

Erreichbarkeit aus dem Ausland hängt von der Telefongesellschaft ab
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Sie sollten als lebenslange persönliche Telefonnummer dienen: Rufnummern mit der Vorwahl 0700, die von der Bundesnetzagentur gegen einen einmaligen Betrag von 62,50 Euro vergeben werden.

Kurz nach dem Start der Vorwahl war das Angebot zahlreich. Der Festnetzanbieter Arcor (heute Vodafone) konnte 0700-Nummern sogar noch vor der Deutschen Telekom schalten. Heute verwaltet Arcor nur noch seine Bestandskunden, Neukunden werden nicht mehr angeschlossen. Von den Homepages von M-Net oder SNT-Multiconnect sind diese Angebote längst verschwunden. Eine 0700-Rufnummer bieten derzeit nur noch die Deutsche Telekom selbst, das Unternehmen 1&1 und die kleineren Anbieter TELiAS und AS-Infodienste an. Auch bei EWE-Tel ist das Angebot nicht mehr zu finden, dennoch wird es noch auf Nachfrage geschaltet.

AS-Infodienst-Kunden aus dem Ausland nicht erreichbar

Kunden, die ihre 0700-Rufnummer bei Andreas Schlacht, dem Inhaber und CEO von AS-Infodienste geschaltet haben, sind allerdings aus dem Ausland unter +49 700 nicht mehr erreichbar. Der Anrufer hört die deutsche Ansage "Dienst oder Dienstmerkmal nicht möglich." Dies liege daran, so teilte die Bundesnetzagentur auf Anfrage von teltarif.de mit, dass die Telekom bei Verbindungen von oder ins Ausland keine marktbeherrschende Stellung mehr hat. Es bliebe aber dem alternativen Anbieter unbenommen, mit ausländischen Carriern eigene direkte Interconnect-Verhandlungen zu führen.

In der Tat sind AS-0700-Rufnummern aus dem Ausland nicht mehr erreichbar, bestätigt auch Andreas Schlacht. Dieser Umstand sei auf einen vor etwas mehr als 2 Jahren von der Bundesnetzagentur genehmigten Änderungsantrag der Deutschen Telekom zurückzuführen. Demnach wurde die Verpflichtung der Telekom, den privaten Netzbetreibern, unter anderem in der Rufnummerngasse 0700, ankommende Auslandsverbindungen zuzuführen, aufgehoben. Ersatzweise bietet AS-Infodienste seinen Kunden, denen auch eine internationale Erreichbarkeit wichtig ist und die gleichzeitig nicht auf die besonderen Routingfunktionen einer solchen Servicerufnummer verzichten möchten, wahlweise eine 0180-Rufnummer an oder schlägt die Verwendung einer lokalen Festnetzrufnummer vor. Auch dort lassen sich die bekannten Routingfunktionen und Online-Auswertungsmöglichkeiten wie bei einer 0700-Rufnummer realisieren.

Der Unterschied zwischen der persönlichen Rufnummer 0700 und der "Shared" Cost Vorwahl 01805 ist kaum noch nachvollziehbar. Beide Varianten bieten schon heute bei allen Anbietern ein Routing nach Wochentag, Zeit und Ursprung (Vorwahlbereich, wo der Anrufer her kommt), es können mehrere Ziele hintereinander angesteuert werden, AS bietet sogar einen Parallelruf auf bis zu 10 Ziele zeitgleich an.

Moderne Dienstleiter haben verschiedene Tarif- oder Hinweis-Ansagen für den Anrufer im Programm oder schalten die Gespräche über interaktive Ansage- und Auswahlmenüs (IVR) weiter, die bei Privatkunden nicht immer gerne gesehen werden. Umfangreiche Statistiken erlauben es dem Sondernummerninhaber, sein Telefonaufkommen zu analysieren.

0700-Rufnummern zu teuer

Auf Grund der höheren Tarifierung wurden 0700-Rufnummern wurden hierzulande nie sonderlich populär, was ein Brancheninsider gegenüber teltarif.de mit den "eindeutig zu hohen Anrufpreisen zu diesen Rufnummern" in Verbindung bringt. Ein Anruf zu 0700 kostet im Festnetz der Deutschen Telekom zwischen 6 und 12 Cent pro Minute, abhängig von der Tageszeit. Bei Mobilfunk sind es meist knapp 70 Cent und mehr. Nur die Weiterleitung ins Festnetz zu einem realen Anschluss ist kostenlos, für Weiterleitungen zu Mobilfunk müssen die 0700-Nummerninhaber extra für ankommende Anrufe bezahlen. Dies kostet in der Regel mehr als 21 Cent pro Minute.

Zum Betrieb einer 0700-Rufnummer braucht man mindestens eine reale "normale" Rufnummer, wo die Anrufe terminiert werden können. Das kann auch ein Anschluss im Ausland oder ein Handy sein. Abgehend können 0700-Rufnummern normalerweise nicht signalisiert werden. Abhilfe kann das Leistungsmerkmal CLIP-no screening am Anlagenanschluss schaffen, das für Firmen und speziell für Call-Center gedacht ist. Die "echte" Rufnummer wird übertragen und beim Empfänger nur dann sichtbar wird, wenn dieser ein ISDN-Telefon verwendet, das diese Funktion unterstützt.

Die Preise für den Anschluss der 0700-Rufnummer liegen bei 7,84 Euro monatlich (Deutsche Telekom) bzw. 7,08 Euro pro Monat bei 1&1, bei AS sind esmonatlich 6,07 Euro. Während die Telekom einen einmaligen Anschlusspreis von 26,17 Euro berechnet, schließt AS bei einer Laufzeit von 12 Monaten kostenlos an. 6 Monate Laufzeit hingegen kosten einmalig 8,93 Euro.

Die Telekom bietet die Konfiguration wahlweise über eine 01802-Rufnummer per Tonwahl oder über ein Java-Applet im Internet an, letzteres zu 1,55 Euro pro Monat extra, bei 1&1 ist das Web-Frontend der "0700-Intelicom" inklusive.

Die Popularität von 0700-Rufnummern könnte nur dann gesteigert werden, so ein Insider zu teltarif.de, wenn die Bundesnetzagentur eine deutliche Aussage zur Bepreisung (insbesondere von Mobilfunk zu 0700) treffen könnte. Idealerweise sollten Anrufe zu 0700 nicht mehr als Anrufe zu einem regulären geografischen Festnetzanschluss kosten, wie es sich bei 032 teilweise schon durchgesetzt hat, wo Anrufe zu nicht geografischen 032-Rufnummern in den Festnetz-Flatrates enthalten sind.

Ein anderes Tarifmodell wird in Großbritannien verfolgt: Da kostet der Anruf zu 0700-Rufnummern den Mobilfunkpreis. Dafür muss der Carrier den Anruf auch zu einem Handy kostenlos weiterleiten.

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