018-Verfügung

018-Nummern künftig nicht mehr öffentlich - mit einer Ausnahme

VPN-Nummern sollen künftig wirklich nur noch für VPN-Dienste nutzbar und nicht mehr öffentlich erreichbar sein. Lediglich eine Rufnummer darf offiziell weiter als Hotline betrieben werden.
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Eine missbrauchte Hotline-Gasse weniger: 018-Nummern sollen nicht mehr öffentlich sein.Eine missbrauchte Hotline-Gasse weniger: 018-Nummern sollen nicht mehr öffentlich sein. Eine Zeit lang waren 018-Nummern bei Betreibern von Sonderrufnummern als Alternative zu 0180-Nummern aber auch zu 0137 oder 0900-Nummern beliebt. Der "Vorteil" aus Betreibersicht: Die Nummer sah aus wie eine 0180-Nummer, konnte aber Kosten einer teuren Mehrwertdienste Nummer haben. Dabei waren diese Nummern eigentlich als VPN-Nummern gedacht, also für Firmen und Behörden, die mehrere Standorte haben und diese virtuell in eine Telefonanlage bringen wollten und auch unter einem Nummernpool erreichbar machen wollten. Bekanntestes Beispiel war der Informationsverbund Berlin-Bonn, wo Bundesministerien unter 01888-Nummern erreichbar waren - egal ob die Mitarbeiter gerade in Bonn oder Berlin saßen. Zum 1. Oktober ist mit der öffentlichen Erreichbarkeit der 018-Nummern aber Schluss - bis auf eine Ausnahme.

Zum 1. Oktober tritt eine Verfügung der Bundesnetzagentur in Kraft, die diese VPN-Gasse der 018er-Nummern betrifft. Sie verbietet eine Erreichbarkeit aus öffentlichen Telefonnetzen. Wörtlich heißt es in der Verfügung: "Rufnummern für VPN dürfen ausschließlich für VPN genutzt werden. Ein VPN im Sinne dieses Nummernplans ist ein Telekommunikationsnetz, das Endeinrichtungen des Betreibers des Netzes miteinander verbindet, wobei die Rufnummer des Netzes von Dritten nicht über das öffentliche Telefonnetz erreichbar sind." Erlaubt ist aber, dass einzelne "Endeinrichtungen" parallel über andere Rufnummern erreichbar sind - sie dürfen nur nicht aus dem 018er-Bereich stammen.

Barmer Ersatzkasse und Deutsche Bank bekannteste Nutzer der Gasse

Genutzt wurden die 018-Nummern in den vergangenen Jahren unter anderem von der Barmer Ersatzkasse, die ihre Geschäftsstellen unter der 018500+Durchwahl erreichbar machte. Die Kosten lagen bei 2,9 Cent pro Minute, wenn der Kunde von der Telekom aus anrief. Nachteil: Die Kosten und die Erreichbarkeit aus anderen Netzen und vom Handy blieben vollkommen unklar. Seit einigen Jahren nutzt die Barmer eine kostenlose 0800-Nummer. Ähnliches gilt für die Deutsche Bank, die nun wieder echte Festnetznummern nutzt. Als Negativ-Beispiel in Sachen Nutzung dürfte seinerzeit 1-2-3.tv gegolten haben. Der Fernseh-Auktionssender berechnete für einen Anruf auf seiner Nummer zeitweise 99 Cent pro Anruf.

Stand heute nutzt nur noch ein öffentlich relevanter Dienste-Anbieter diese Nummerngasse - und darf das auch weiterhin. Dabei handelt es sich um den Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio. Gemäß Bundesnetzagentur bekommt dieser eine Ausnahmegenehmigung, was die Erreichbarkeit von Dritten aus dem öffentlichen Telefonnetz angeht. Im Klartext: Die Nummer 01859995 bleibt für alle erreichbar. Der Anruf wird mit 6,5 Cent pro Minute aus dem Festnetz und nicht mehr als 50 Cent pro Minute vom Handy in Rechnung gestellt. Die Bundesnetzagentur hat einen Umzug dieser Nummer als unverhältnismäßig angesehen. Eine zeitliche Befristung des Bestandsschutzes gibt es offenbar nicht. Der Beitragsservice selbst hatte sich in einer Stellungnahme gegen einen Entzug der Nummer gewehrt. Vergangenes Jahr habe man 80 Millionen Briefe mit der Rufnummer verschickt, 5,4 Millionen Kontakte über die Nummer gehabt und die Rufnummer sei auf mehreren hundert Standardbriefen gedruckt. Unklar ist, ob es mittelfristig eine Umstellung geben soll.

Haben Sie eine Telefonnummer und wissen nicht, ob und wenn ja um welche Sonderrufnummer es sich handelt? Auf einer Übersichtseite haben wir alle Rufnummerngassen in Deutschland zusammengestellt und zeigen, wofür die Nummern genutzt werden (dürfen) und welche Kosten zu erwarten sind. Für viele Hotline-Nummern haben wir zudem in unserem 0180-Telefonbuch Alternativ-Nummern, die sich zu Festnetz-Kosten erreichen lassen.

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