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Illegal: BNetzA schaltet Call-by-Call-Nummer 01091 ab

Erneut greift die Bundes­netz­agentur durch und schaltet eine unse­riöse Call-by-Call-Nummer ab. Dieses Mal trifft es die 01091 - auch hier gab es ille­gale Abo-Fallen für die Verbrau­cher.

Die 01091 muss wegen zahlreicher Gesetzesverstöße abgeschaltet werden. Die 01091 muss wegen zahlreicher Gesetzesverstöße abgeschaltet werden.
Bild: Kube und Au GmbH
Offenbar wirft die Bundes­netz­agentur aktuell verstärkt einen Blick auf unse­riöse und mögli­cher­weise ille­gale Vorgänge bei Call-by-Call-Betrei­bern. Immerhin erlebte Call by Call durch den Home-Office-Boom seit Mitte März so etwas wie einen zweiten Früh­ling.

Mitte Juni hat die BNetzA zuletzt durch­ge­griffen und die Call-by-Call-Vorwahl 01018 abge­schaltet. Nun trifft es mit der 01091 eine weitere Vorwahl­nummer, die es wohl darauf abge­sehen hatte, unbe­darfte Verbrau­cher um ihr Geld zu prellen.

Schon seit 2011 Preise über­teuert

Die 01091 muss wegen zahlreicher Gesetzesverstöße abgeschaltet werden. Die 01091 muss wegen zahlreicher Gesetzesverstöße abgeschaltet werden.
Bild: Kube und Au GmbH
Die 01091 hat als Vorwahl schon eine längere Geschichte. Vor 2009 war die Nummer der IDT Global Limited zuge­ordnet, lag dort aber wohl nur unge­nutzt herum. Im September 2009 gab die Bundes­netz­agentur die Nummer dann erneut zur Nutzung frei.

2011 warnte teltarif.de dann erst­mals vor der Nutzung der neu verge­benen 01091. Egal wohin das Gespräch ging und zu welcher Zeit damals tele­fo­niert wurde: Die Minu­ten­preise lagen deut­lich über dem Durch­schnitt und über den Preisen der teuersten regu­lären Anbieter. Seit damals wird die Vorwahl darum auch nicht mehr im Call-by-Call-Tarif­ver­gleich von teltarif.de gelistet.

Wenige Wochen später star­tete dann die seiner­zeit güns­ti­gere 010091 mit einer Null in der Mitte mehr, was mitunter bei Verbrau­chern zu teuren Verwechs­lungen geführt haben dürfte. Die 01091 verlangte mitunter den mehr als zehn­fa­chen Preis der Konkur­renz - und rech­nete Minu­ten­preise wie 49,9 Cent pro Minute auch noch im 5-Minuten-Takt ab.

Abofalle statt Tarifan­sage

Die Bundes­netz­agentur hat heute die dauer­hafte Abschal­tung der Betrei­ber­kenn­zahl 01091 ange­ordnet. Zusätz­lich wurden wie auch bei vorigen abge­schal­teten Vorwahlen Rech­nungs­le­gungs- und Inkas­sie­rungs­ver­bote für alle Abrech­nungen im Zusam­men­hang mit der Nutzung der Nummer 01091 rück­wir­kend ab dem 26.­Dezember 2019 ausge­spro­chen. "Nutzer von Call-by-Call-Diensten müssen sich auf die Einhal­tung der Preis­trans­pa­renz­vor­gaben verlassen können. Die Miss­ach­tung dieser Vorgaben schadet Verbrau­chern und Branche", erklärte Jochen Homann, Präsi­dent der BNetzA heute.

Bei der 01091 berichtet die Behörde indes von ähnli­chen Geset­zes­ver­stößen wie bei der 01018: Ermitt­lungen der Bundes­netz­agentur nach Verbrau­cher­be­schwerden hätten ergeben, dass im Rahmen der Nutzung der Betrei­ber­kenn­zahl 01091 anstelle der vorge­schrie­benen Tarifan­sage ein Angebot zum Abschluss eines Abon­ne­ment­ver­trags bezie­hungs­weise einer "Flat­rate" ange­sagt worden sei. Dies verstoße gegen gesetz­liche Vorgaben und den Nummern­plan Betrei­ber­kenn­zahlen.

Die Über­prü­fung habe darüber hinaus ergeben, dass Abrech­nungen intrans­pa­rent erfolgten und Abon­ne­ments den Verbrau­chern auch nach einer Kündi­gung weiter­be­rechnet worden waren. Zudem seien gesetz­lich vorge­se­hene Preis­trans­pa­renz­vor­gaben nicht einge­halten worden. Verbin­dungen zu als beson­ders günstig bewor­benen Zielen hätten regel­mäßig nicht herge­stellt werden können.

Dauer­hafte Abschal­tung der Vorwahl

Der Betreiber der 01091, die Kube & Au GmbH, wurde von der BNetzA verpflichtet, die Erreich­bar­keit der Betrei­ber­kenn­zahl 01091 dauer­haft zu unter­binden. Dadurch werde auch das Entstehen weiterer Forde­rungen verhin­dert.

Die Bundes­netz­agentur habe zusätz­lich zur Abschal­tung die Abrech­nung von Entgelten insbe­son­dere über die Tele­fon­rech­nungen der Endkunden unter­bunden. Diese Beträge seien auf den Rech­nungen als Beträge anderer Anbieter unter den Artikel- bezie­hungs­weise Leis­tungs­num­mern (ALNR) 86400, 86402, 86412 und 86453 und unter Nennung des Produkt­textes "01091 Fest­netz", "01091 Ausland", "01091 Spar" oder "Call by Call" ausge­wiesen gewesen. Im Einzel­ver­bin­dungs­nach­weis sei bezüg­lich der Abon­ne­ments "FESTENTGELTCC442" ausge­wiesen gewesen. Das Verbot gelte für sämt­liche Leis­tungen ab dem 26. Dezember 2019. Diese Beträge dürften auch nicht inkas­siert und einge­trieben werden.

Eine gleich­lau­tende Anord­nung sei eben­falls gegen­über der EWD Inkasso GmbH ergangen, die als Inkas­so­büro für die Forde­rungen der Kube & Au GmbH aufge­treten sei.

Die Bundes­netz­agentur prüft auch regel­mäßig die Betreiber von Auskunfts­num­mern, die einmal gesperrt und später wieder zuge­lassen worden sind.

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