Einsteiger-Smartphone

Akku-Wunder ZTE Blade A452 im Test: Dual-SIM und LTE für 130 Euro

Das ZTE Blade A452 wirkt für 130 Euro auf den ersten Blick wie ein typisches Einsteiger-Smartphone. Doch der Akku ist eine Überraschung - was hat das Gerät zu diesem Preis noch zu bieten?
AAA
Teilen

Verpackung des ZTE Blade A452
Verpackung des ZTE Blade A452
Kann man für 130 Euro ein Android-Smartphone erwarten, das alle wichtigen Funktionen beherrscht, verbindungstechnisch gut aufgestellt ist, viele Stunden durchhält und das mit einer guten Leistung punkten kann? Beim neuen ZTE Blade A452 heißt die Antwort ganz klar: jein - im Test erwarteten uns einige positive und negative Überraschungen.
ZTE Blade A452

Bei vielen Smartphone-Nutzern, die einmal ein Spitzenmodell von Apple, Samsung oder HTC besessen haben, geht es nach zwei bis drei Jahren um die Frage: Muss es wirklich wieder so ein teures Modell für 600 Euro sein? Manch ein Anwender hat in den zwei Jahren das Handy nur für Standardanwendungen genutzt, aber zum Beispiel die Rechenleistung eines superschnellen Octa-Core-Prozessors nie ausgenutzt. Die nächste Frage lautet darum: Was bekomme ich denn für weniger Geld und welche Kompromisse muss ich machen?

Interessant ist insbesondere bei den günstigen Smartphones von ZTE, Honor, Huawei, Xiaomi und anderen, dass sie für die Grundfunktionen völlig ausreichend sind. Doch insbesondere bei einem Preis von nur 130 Euro muss der Kunde Kompromisse machen - welche das beim ZTE Blade A452 sind, klärt dieser Test.

Homescreen des ZTE Blade A452
Homescreen des ZTE Blade A452

Technische Daten und Haptik

Werfen wir erst einmal einen kurzen Blick auf die technischen Daten des ZTE Blade A452: In dem Kunststoffgehäuse mit 5-Zoll-Display steckt ein Mediatek-MTK6735P-Prozessor mit vier Kernen und 1,3 GHz Taktfrequenz, der auf einen 16 GB großen Arbeitsspeicher zugreifen kann. Von den 8 GB Flashspeicher waren auf unserem Gerät noch knapp 1 GB frei. Dies liegt daran, dass schon für das System 4 GB fest reserviert sind und der Rest bereits mit Apps belegt ist. Es können aber microSD-Karten mit bis zu 32 GB Kapazität eingesteckt werden.

Micro-USB-Buchse und Metallring ums Display
Micro-USB-Buchse und Metallring ums Display
Das Display hat eine Auflösung von lediglich 1280 mal 720 Pixel. Die Hauptkamera löst mit 13 Megapxel auf und die Frontkamera mit 2 Megapixel. Verbindung mit dem Internet nimmt das Handy über LTE Cat. 4 oder per WLAN 802.11b/g/n auf. Neben Bluetooth 4.0 ist auch ein GPS-Modul an Bord. Erhältlich ist das Smartphone in den Farben Gold, Schwarz und Weiß - im Test stand uns das weiße Modell zur Verfügung.

Rückseite: Matt, aber nicht rutschfest
Rückseite: Matt, aber nicht rutschfest
Eine Gewichtsangabe für das Telefon gibt es bei ZTE nicht - unsere Küchenwaage zeigte für das ZTE Blade A452 170 Gramm an. In der Hand kommt es uns etwas klobig vor, nicht zuletzt deswegen, weil es 9,25 Millimeter dick ist. Insbesondere das über die ganze Frontseite reichende Displayglas erschien uns recht massiv. Das weiße Gehäuse ist zwar matt, aber nicht griffig - man muss also fest zupacken, damit das Smartphone nicht abrutscht. Trotz matter Oberfläche sieht man schnell Fingerabdrücke auf dem hinteren Cover und auch auf dem Display. Der Bildschirm ist mit einem Metallring eingefasst, der etwas kantig wirkt, wenn man zum Rand des Displays streicht.

Nur Punkte: Welcher Softbutton ist für was
Nur Punkte: Welcher Softbutton ist für was?
Die beiden Android-Softbuttons rechts und links vom Soft-Homebutton sind übrigens nur als Punkte ausgeführt. Man muss also entweder herumprobieren oder in die Kurzanleitung schauen, um ihre Funktion herauszufinden: Links vom Homebutton liegt die Zurücktaste, rechts davon die Menütaste, die im Fall des ZTE Blade A452 mit einem kurzen Druck die Farb- und Hintergrundbild-Verwaltung für den Homescreen aufruft, mit einem längeren Druck den Taskmanager.

System, Apps und Kamera

Auf dem ZTE Blade A452 ist Android Lollipop 5.1 vorinstalliert - zu einem Update auf Android 6 wurde bislang nichts bekannt. Ein App-Menü gibt es nicht - alle Apps liegen direkt auf den Homescreens des Telefons.

Kein App-Menü: Alle Apps auf den Homescreens
Kein App-Menü: Alle Apps auf den Homescreens
Auf unserem Testgerät vorinstalliert waren Instagram, Facebook, Facebook Messenger, Avast Mobile Security, AliveShare, die Swiftkey-Tastatur, Kingsoft WPS Office und der Ume-Browser sowie die üblichen Standard-Anwendungen. Aufgrund des kleinen Speichers wird der Nutzer nicht allzu viele Anwendungen auf dem Smartphone installieren können - oder die Apps müssen dazu in der Lage sein, auf eine Speicherkarte ausgelagert zu werden.

Die Hauptkamera bekleckerte sich in unserem Test nicht gerade mit Ruhm: Bei gutem Licht machte sie im Studio zwar brauchbare Bilder, diese glänzen aber nicht gerade durch eine intensive Farbkraft oder besonders scharfe Kanten. Für Schnappschüsse im Freien oder bei guter Beleuchtung auch in Innenräumen reicht sie jedoch aus.

Schlecht sieht das Ergebnis allerdings bei schwachem Licht aus - hier liegt ein dunkler Schleier wie eine Soße aus roten, grünen und blauen Pixeln über dem Bild. Die in der ZTE-Werbung angesprochene junge Zielgruppe für dieses Smartphone wird aus der Disco also kaum verwertbaren Bilder mitbringen. Die Ergebnisse stellen wir hier als Original-Bilddatei zum Download zur Verfügung:

Dual-SIM, Leistung und Akku

Um das Cover auf der Rückseite abzunehmen, benötigt man einen ausreichend großen Daumennagel. Dieser muss in die Micro-USB-Öffnung gesteckt werden, dann lässt sich die Rückwand anheben und abziehen. Auf den ersten Blick sieht man, dass hier nur zwei Slots verbaut sind: Der erste nimmt eine Micro-SIM auf und nur dieser erste Slot unterstützt LTE. In den zweiten Slot kann wahlweise eine GSM-Micro-SIM oder die microSD-Speicherkarte eingesteckt werden. Der Anwender muss sich also zwischen Dual-SIM-Funktion und Speicherkarte entscheiden.

Akku nicht wechselbar
Slot zwei alternativ für GSM-SIM oder microSD, Akku nicht wechselbar
Die rudimentäre Dual-SIM-Verwaltung befindet sich in den Einstellungen unter "SIM-Karten". Hier kann jede SIM deaktiviert und wieder aktiviert werden. Außerdem lässt sich festlegen, über welche SIM die Datenverbindung realisiert werden soll und welche SIM standardmäßig für abgehende Anrufe und SMS verwendet werden soll. Gibt man hier nichts ein, fragt das Telefon jedes Mal nach.

In unserem Test fanden wir heraus, dass das ZTE Blade A452 lediglich ein Dual-SIM-Standby-Modul enthält. Wird nicht telefoniert, sind beide SIM-Karten ins Netz eingebucht und telefonisch erreichbar. Als wir aber mit der zweiten SIM-Karte abgehend telefonierten, war die erste nicht mehr erreichbar - die Mailbox dieses Anschlusses sprang sofort an.

Lautstärkewippe und Powerbutton
Lautstärkewippe und Powerbutton
Zum Quad-Core-Prozessor und seiner Grafikeinheit muss nicht viel gesagt werden: Der Chip reicht lediglich für Standardaufgaben aus. Scrollen durch Menüs und Screens klappte ohne Stocken, doch bei Spielen versagt die Leistung. Unsere Benchmarks maßen bei aufwändigen Spielen lediglich Bildraten von 10 bis 12 Bildern pro Sekunde - für mobiles Gaming ist das nicht zu gebrauchen.

Ein echtes Wunder ist aber der nicht wechselbare 4000-mAh-Akku, vor allem im Standby: ZTE gibt hier 600 Stunden an, was 25 Tagen entsprechen würde. In unserem Test haben wir das Telefon einmal zwei Wochen eingeschaltet liegen lassen (WLAN an, zwei SIM-Karten eingelegt, Bluetooth an, GPS an) und danach war das Telefon immer noch an und für Telefonate nutzbar. Auch bei der Nutzungszeit ist das ZTE Blade A452 ein ungewöhnliches Gerät: 22 Stunden Sprechzeit bei 3G gibt ZTE an, doch ein Smartphone wird auch zum Musikhören, Videos schauen, Surfen und für Apps benutzt. Dieses simuliert unser Benchmark PCMark und kam zu dem beeindruckenden Ergebnis: Das ZTE Blade A452 ist 10 Stunden und 5 Minuten ohne Pause und mit eingeschaltetem Display nutzbar, bevor der Akku schlapp macht.

Fazit: Blasses Einsteiger-Phone mit überragendem Akku

Die Einzelnoten im Handy-Test:
  • Technische Ausstattung: 3
  • Bedienung, Handling, Software: 2
  • Hardware, Verarbeitung, Material: 2
  • Basis-Feature des Handys: 2
  • Einschätzung des Redakteurs: 3
  • Gesamtnote: 2,4
Begeisterung wecken kann beim ZTE Blade A452 lediglich der sagenhaft starke Akku, der selbst bei dauerhafter Nutzung mit angeschaltetem Display 10 Stunden durchhält. Diese Leistung bezahlt der Kunde allerdings mit einem schwachbrüstigen Prozessor, der nur für die Standardaufgaben reicht, sowie mit einem niedrig auflösenden Display. Dual-SIM und microSD können nur abwechselnd genutzt werden und ansonsten überwiegt beim ZTE Blade A452 Standard-Kost.
Teilen

Mehr zum Thema ZTE