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yourfone: 50 000 SIM-Karten für Integration von Flüchtlingen

yourfone investiert insgesamt 3,5 Millionen Euro in die SIM-Karten-Aktion für Flüchtlinge. Dabei kooperiert der Mobilfunker mit dem Deutschen Roten Kreuz und dem Deutschen Caritasverband. Wir haben Details zum Prepaid-Tarif zusammengefasst.
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Das Prepaid-SIM-Karten-Paket für FlüchtlingeDas Prepaid-SIM-Karten-Paket für Flüchtlinge yourfone hat eine deutschlandweite Tarif-Aktion für die Integration von Flüchtlingen angekündigt. Demnach werden in ein bis zwei Wochen 50 000 kostenlose SIM-Karten an Flüchtlinge verteilt. Dabei arbeitet der Mobilfunker eng mit dem Deutschen Caritas­verband und dem Deutschen Roten Kreuz zusammen. Der Schirmherr der yourfone-Aktion ist Jens Spahn (MdB, CDU). Der Wert der SIM-Karten beträgt insgesamt 3,5 Millionen Euro. Der Caritasverband wird 20 000 SIM-Karten und das DRK 30 000 SIM-Karten für die Verteilung in den Erstaufnahmeeinrichtungen erhalten. Wie dabei die Verteilung genau ablaufen soll, haben wir in einem weiteren Artikel näher beleuchtet, nun geht es erst einmal um das konkrete Tarif-Angebot und warum man sich zu der Aktion entschlossen hat.

Bei dem Tarif von yourfone für Flüchtlinge handelt es sich um eine echtes Prepaid-Angebot - also ohne Kostenfalle für den Nutzer und ohne Risiko für den Anbieter. Das Starterpaket wird kostenlos abgegeben - regulär fallen 9,95 Euro pro Prepaid-Angebot einmalig an. Bei dem Tarif handelt es sich konkret um die Option Clever L, die üblicherweise mit 9,95 Euro pro Monat zu Buche schlägt. Diese beinhaltet 200 Minuten und 200 SMS in alle deutschen Netze. Danach werden je SMS bzw. Gesprächsminute 8 Cent fällig. Für jede Gesprächsminute ins ausländische Festnetz oder Mobilfunknetz fallen hohe Kosten an. So schlägt jede Minute beispielsweise nach Syrien oder Afghanistan mit 99 Cent und jede verschickte SMS mit 29 Cent zu Buche. In jedem Prepaid-Paket ist ein Startguthaben in Höhe von 5 Euro enthalten. Bei Anrufen in die Heimat ist in diesen Fällen das Guthaben schnell aufgebraucht.

1 GB Datenvolumen und weitere Tarif-Details

Zudem ist ein Datenvolumen von 1 GB pro Monat enthalten. Dabei steht eine Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 7,2 MBit/s im Downstream (3G, kein LTE) zur Verfügung. Ist das Daten-Kontingent vorzeitig aufgebraucht, dann wird die Performance gedrosselt und es kann nur noch mit bis zu 32 kBit/s im Downstream im Internet gesurft werden. Wie yourfone im Gespräch mit teltarif.de mitteilte, reiche diese Geschwindigkeit aber völlig aus, um über Messenger wie WhatsApp, Skype, Line und Viber zu kommunizieren.

Der Prepaid-Tarif von yourfone ist für die Neuankömmlinge sechs Monate kostenlos. Danach wird die SIM-Karte bzw. Tarif-Option deaktiviert. Natürlich hat der Flüchtling auch die Möglichkeit, das yourfone-Angebot weiterhin zu nutzen. Dann gelten aber wieder die regulären Gebühren. Pro SIM-Karte investiert yourfone einen Wert von etwa 70 Euro.

Warum die SIM-Karten-Aktion für Flüchtlinge?

Bei der Pressekonferenz zum Thema "50 000 SIM-Karten für Flüchtlinge" hat teltarif.de auch gefragt, warum man sich zu dieser Aktion entschlossen hat. Darauf antwortete Jens Spahn: "Die Kommunikation unter den Flüchtlingen ist weitestgehend digitalisiert, Nachrichten verbreiten sich in Sekundenschnelle." Angekommen im Zielland erfülle die mobile Kommunikation mit dem Smartphone elementar wichtige Funktionen. "Die kostenlose SIM-Karte ist gleichzeitig eine Aufforderung an die Flüchtlinge, sich mit Deutschland, seinen Gepflogenheiten und Regeln auseinanderzusetzen und die Sprache zu lernen", führte der Abgeordnete weiter aus. "Deshalb werden die Nutzer der SIM-Karten regelmäßig über entsprechende Angebote wie Info-Portale für Flüchtlinge, SMS Gutschein-Codes für kostenlose Deutsch-Lern-Apps oder geplante Integrationsangebote informiert werden."

Tobias (links) und Julian (rechts) ValdenaireTobias (links) und Julian (rechts) Valdenaire Der yourfone-Vorstand Julian Valdenaire meint: "Wir wollen uns an der Integration der Flüchtlinge beteiligen und helfen. yourfone ermöglicht mit der Integrations-SIM-Karte Flüchtlingen den für sie sehr wichtigen Zugang zu mobilen Telekommu­nikations­leistungen." Da die SIM-Karten hierzulande nicht zur Grundversorgung von Asylbewerbern gehören, werden die ersten Ausgaben von ihrem Taschengeld für SIM-Karten getätigt.

Roberto Alborino, Referatsleiter Migration und Integration im Deutschen Caritasverband, macht deutlich: "Aus unserer Erfahrung in der Arbeit mit den Flüchtlingen wissen wir, wie wichtig Mobiltelefone sind, um zu erfahren, wie es der Familie und den Freunden im Heimatland geht. Dies ist oft über Monate hinweg die einzige Möglichkeit, miteinander in Verbindung zu bleiben. Dazu kommt, dass Mobiltelefone helfen, sich zu orientieren oder auch als Übersetzungshilfe den Alltag leichter machen."

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