Provisionen

Drillisch: Wirbel um yourfone-Shops

Nach einem Bericht der Telecom Handel hat Drillisch Probleme mit den yourfone-Shops. Drillisch hingegen sieht sich auf Kurs. Vor allem im Onlinegeschäft liege man über den Erwartungen
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yourfone-Händler klagen über schlechte Geschäfteyourfone-Händler klagen über schlechte Geschäfte In Maintal bei Drillisch scheint es derzeit hoch herzugehen. Der Aktienkurs des Unternehmens ist nach einer regelrechten Börsenrallye im Laufe des aktuellen Jahres seit einigen Wochen auf dem absteigenden Ast. Gestern und heute setzte er dann zu einer regelrechten Talfahrt an, bei der der Kurs alleine heute bei einem an sich freundlichen Börsenklima je nach Handelsplatz zeitweise um bis zu sieben Prozent niedriger lag als am Vortag.

Als Auslöser könnten Berichte der Telecom Handel gelten. Die Kollegen schrieben über einen schlechten Start der Offline-Schiene von Drillisch, den yourfone-Shops. Heute Abend, kurz nach Börsenschluss des Xetra-Handels reagierte Drillisch mit einer Adhoc-Mitteilung, in der der Start des Offlinevertriebs als weiterhin planmäßig bezeichnet wurde. Im Online-Geschäft liege man sogar über den Erwartungen. Der Börsenkurs erholte sich im Umfeld der Mitteilung gegenüber dem Tagestief deutlich.

Telecom Handel: Nerven bei Händlern liegen blank

Die Nerven bei den yourfone-Händlern lägen blank, berichtete Telecom Handel. Erste Händler wollen ihre Verträge mit Drillisch kündigen, andere würden unter der Ladentheke Karten von anderen Anbietern verkaufen, um sich über Wasser zu halten. Ein Händler berichtete dem Blatt, unter der Flagge Telefónica habe er noch 100 Verträge im Monat aktiviert, unter yourfone seien es 20 bis 25, ein anderer berichtet von 15. Mit den Provisionen könne noch nicht einmal die Ladenmiete gedeckt werden.

Im Gespräch mit der Händler-Fachzeitschrift wurde auch yourfone-Vorstand Heiko Hambückers zitiert. Man habe das Rumoren bei den Partnern wahrgenommen. Ein Problem der Händler sei das bei yourfone fehlende Bestandskundengeschäft, das bei Shops anderer Netzbetreiber viel ausmache. "Was wir an echten Neukunden generieren können, reicht nicht aus, um die Profitabilität unserer Partnershops zu gewährleisten", wird der Vorstand zitiert. Ein anderes Problem sei auch, das Drillisch in den Shops wegen der Provisionen nicht so günstig sein könne wie man es online ist. yourfone plant offenbar vorübergehend, den Differenzbetrag zu übernehmen, was einzigartig in der Branche sei.

In der heute Abend versendeten Ad-Hoc-Mitteilung heißt es dazu, der Aufbau des Offline-Kanals "verläuft entsprechend unseren Erwartungen". Die Zahl der über die yourfone-Shops gewonnenen Neukunden steige von Monat zu Monat stetig an. Aktuell betreibe man 216 Shops und man halte am Ziel von mindestens 300 Standorten fest "ohne dabei die Profitabilität aus den Augen zu verlieren".

Gleichzeitig betonte Drillisch, dass der Onlinevertrieb (etwa mit der Marke smartmobil) "weiterhin sehr positiv" läuft, er liege über den Erwartungen des Anbieters. Insgesamt liegt der Schwerpunkt der Vermarktung nach wie vor auf den "hoch profitablen LTE-Tarifen und unser Fokus auf der damit verbundenen Daten-Monetarisierung". Die Bekanntheit der Marken habe zugenommen, was Drillisch darin bestärkt, die eingeschlagene Marketingstrategie auch in 2016 fortzusetzen. Auch an den vergleichsweise hohen Dividendenzahlungen (mindestens 1,70 Euro pro Jahr und Aktie) will der Anbieter für die Geschäftsjahre 2015 und 2016 festhalten.

Aufgrund der positiven Entwicklung des operativen Geschäfts im Oktober und im November erwarte Drillisch darüber hinaus nun ein EBITDA in Höhe von 105 Millionen Euro, was nicht nur am oberen Ende der ursprünglichen Prognose für 2015 in Höhe von 95 bis 100 Millionen Euro, sondern sogar um 5 Prozent darüber liege. Für das Geschäftsjahr 2016 erwartet Drillisch nach wie vor einen weiteren Anstieg auf 115 bis 120 Millionen Euro.

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