Geschäftszahlen

Yahoo! überrascht mit Gewinnplus

Der WWW-Pionier enttäuscht aber mit seinen Erwartungen
Von dpa /
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Der Internetkonzern Yahoo! hat trotz eines erneuten Umsatzeinbruchs seinen Gewinn zuletzt erstmals wieder steigern können. Mit seinen Erwartungen für die nächsten Monate enttäuschte das US-Unternehmen die Anleger dagegen jetzt und schickte die Aktie auf Talfahrt.

Der Überschuss legte im zweiten Quartal durch harte Sparmaßnahmen um acht Prozent auf 131 Millionen Dollar zu. Dies war weit stärker als von Experten erwartet. Der Umsatz fiel aber wegen der Werbekrise zum Vorjahr um 13 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar (rund 1,1 Milliarden Euro). "Wir bekommen vom Werbemarkt noch immer gemischte Signale", sagte der neue Finanzchef Tim Morse nach US-Börsenschluss im kalifornischen Sunnyvale.

Der bei Werbung rund um die Online-Suche dominierende Erzrivale Google hatte zuletzt auch lediglich ein vergleichsweise schwaches Umsatzplus präsentiert. Im Kampf gegen Google steht Yahoo! Berichten zufolge kurz vor einer Kooperation mit dem Softwareriesen Microsoft. Eine Übernahme von Yahoo! durch Microsoft war vergangenes Jahr gescheitert.

Konzernumbau: Yahoo! strich Tausende Jobs

Die seit Januar amtierende Konzern-Chefin Carol Bartz gab den Startschuss für eine komplett überarbeitete Yahoo!-Website. Yahoo! öffnet sich damit für Inhalte und Dienste fremder Anbieter. Nutzer können nun etwa auch Online-Netzwerke wie Facebook und MySpace oder den Kurznachrichtendienst Twitter einbinden. Nach dem Start in den USA soll der deutsche Web-Auftritt im Laufe des Jahres folgen. Die Yahoo!-Website hat monatlich rund 330 Millionen Besucher.

Für das laufende dritte Quartal rechnet der Konzern mit einem Umsatz zwischen 1,45 und 1,55 Milliarden Dollar. Analysten hatten mehr erwartet. Die Aktie sank nachbörslich spürbar. Seit Jahresbeginn hat sie um mehr als ein Drittel zugelegt.

Den Gewinn belasteten im vergangenen Quartal rund 65 Millionen Dollar an Einmalkosten für den Konzernumbau. Yahoo! strich unter anderem Tausende Jobs. Nun sollen aber etwa im Verkauf erstmals wieder punktuell Leute eingestellt werden, kündigte Morse an.

Bartz hatte angesichts der Krise von Yahoo! eine umfassende Neuorganisation eingeläutet und für ein Stühlerücken im Management gesorgt. Finanzchef Morse gilt als ausgewiesener Kostensenker.