MWC

Xiaomi Redmi Note 3 Pro mit MIUI 7 ausprobiert

Xiaomi hat mit dem Redmi 3 Pro ein Smartphone im Angebot, das mit seinem Snapdragon-650-Prozessor in mancherlei Hinsicht sogar das Galaxy S6 schlägt - einen Negativ-Punkt lässt Xiaomi aber offen. Wir haben das Xiaomi-Smartphone ausprobiert.
Vom Mobile World Congress in Barcelona berichtet
AAA
Teilen (12)

Xiaomis MIUI verzichtet auf einen App Drawer und ordnet Apps nur auf dem Homescreen an.Xiaomis MIUI verzichtet auf einen App Drawer und ordnet Apps nur auf dem Homescreen an. Xiaomi ist einer der größten Handy-Hersteller der Welt - vor allem wegen des großen Erfolgs in asiatischen Ländern. Auch europäische Kunden würden gerne eines der Devices offiziell kaufen - aber der Hersteller verkauft seine Produkte nicht in Europa. Als Importware sind die Smart­phones aber auch hier erhältlich. Grund genug, einmal einen Blick auf das Redmi Note 3 Pro zu werfen.

Das Smart­phone ist mit einem Snapdragon 650 ausgestattet, der über sechs Kerne verfügt. Davon basieren zwei auf der neuen Hochleistungs-Architektur ARM Cortex A72 - diese Kerne sorgen für Power im Alltag. Vier weitere CPU-Cores basieren auf der stromsparenden Cortex-A53-Architektur. Mit 3 GB Arbeits­speicher ist Multitasking für das Redmi Note 3 Pro kein Problem. Die Hauptkamera hat eine Auflösung von 16 Megapixel, Selfies knipst das Smart­phone mit einem nach vorne gerichteten 5-Megapixel-Sensor. Das Full-HD-Display hat eine Diagonale von 5,5 Zoll.

Xiaomi Redmi Note 3 Pro ausprobiert

Auf dem MWC war das Xiaomi-Smartphone ausgestellt. Wir haben es uns näher angesehen. Wie bei heutigen Mittelklasse-Smartphones üblich, kann die Performance von Anfang an überzeugen: Apps starten schnell, der Touchscreen reagiert ruckzuck und das Display weiß zu gefallen - insbesondere auch deswegen, weil die Pixeldichte hoch genug ist, sodass keine schlimm verpixelten Kanten an Buchstaben zu sehen sind. Auf dem Ausstellerstück war der Benchmark Geekbench installiert, den wir prompt starteten. Hierbei ergab sich für die Single-Core-Leistung ein guter Wert von 1527, während der Multi-Core-Score bei 3548 Punkten lag. Das sind Werte, die deutlich über dem Niveau eines Snapdragon 801 liegen - der Single-Core-Wert übertrifft sogar den (von Geekbench genannten) Vergleichswert eines Samsung Galaxy S6.

Geekbench bescheinigt dem Snapdragon-650-Prozessor eine gute Leistung.Geekbench bescheinigt dem Snapdragon-650-Prozessor eine gute Leistung. Neben der guten Performance ist die Be­nutzer­ober­fläche besonders interessant. Hier setzt Xiaomi auf MIUI. Die Software basiert auf Android, verwendet aber eine vollständig angepasste Optik. Auch die Organisation der Apps ist unter­schied­lich. Im Gegensatz zum klassischen Android verzichtet MIUI auf die Trennung zwischen App Drawer und Homescreen. Stattdessen lassen sich die Apps auf den Homescreens anordnen, sortieren und in Ordner legen. Damit vermeidet die Oberfläche die doppelte Anzeige von Apps. Schon beim ersten Ausprobieren gefällt dieser Ansatz. Insgesamt wirkt die Oberfläche auch in puncto Farbgestaltung schlicht und nicht übertrieben bunt. In den Menüs der Systemeinstellungen zeigt eine Animation an, wenn der Nutzer ans Ende der Liste gescrollt hat: Dann strecken sich die Bildinhalte etwas in die Höhe, sodass der Eindruck einer elastischen Fläche entsteht. Dieser Effekt bewirkt, dass die UI lebendig und reaktiv wirkt.

Die Rückseite des Smartphones besteht aus Metall und ist an den Seiten leicht abgerundet.Die Rückseite des Smartphones besteht aus Metall und ist an den Seiten leicht abgerundet. Auf dem Aussteller-Gerät waren keine Google-Apps vorinstalliert. In den Konten-Einstellungen ließ sich auch keine Option auswählen, mit der sich eine Google-Konto nachträglich hinzufügen ließe. Außerdem trugen einige Apps als Bezeichnung nur asiatische Schriftzeichen. Das ist kaum verwunderlich, immerhin konzentriert sich Xiaomi auf den asiatischen Markt. Das dürfte sich auch in absehbarer Zeit kaum ändern. So wird beispielsweise das neue Highend-Smartphone Mi 5 mit Snapdragon-820-Prozessor ebenfalls vorerst nur in China auf den Markt kommen. Wir haben das Xiaomi Mi 5 in einer eigenen News vorgestellt.

Schade: LTE im 800er-Band nicht unterstützt

In puncto Konnektivität bleibt alles beim alten: Das Smart­phone unterstützt nicht alle hierzulande gängigen LTE-Frequenzen. Insbesondere das 800-MHz-Band fehlt - ein kaum hinzunehmender Nachteil, immerhin dient gerade dieses LTE-Band in Deutschland zur Flächenversorgung. So fällt es letztlich schwer, das Redmi Note 3 Pro für den alltäglichen Einsatz zu empfehlen - obwohl es mit seiner Dual-SIM-Fähigkeit, der guten Performance und seinem Import-Preis von rund 250 bis 300 Euro nach einem echten Smart­phone-Leckerbissen klingt.

Teilen (12)

Mehr zum Thema Hands-On