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Festnetz Internet Mobilfunk Handy & Co. mobicroco Meldung Meinung Service 26.05.2013 

So beheben Sie Störungen im WLAN zuhause und unterwegs

Dicke Wände, veraltete Technik und funkende Störquellen

Schlechter Empfang im WLAN (Symbolbild)
Nervig: Störungen im WLAN zuhause und unterwegs
WLAN gehört heute zu den beliebtesten Wegen, zuhause Geräte wie PC, Laptop, Tablet oder Smartphone sowie auch WLAN-Radio und immer häufiger auch das TV mit dem heimischen Internetzugang zu verbinden. So wird die Heimvernetzung immer populärer, zum Beispiel um Medieninhalte wie Musik, Fotos und Videos auf verschiedenen Geräten zu nutzen.

Doch leider trüben Störungen und schlechter Empfang das Vergnügen: Der Nutzer surft trotz High-Speed-Internetanschluss im Schneckentempo durch das Web oder es kommt beim Media-Streaming zu Aussetzern und Ruckeln. Hier finden Sie Informationen zu typischen Ursachen von niedrigen Datenraten und schlechtem WLAN-Empfang und Tipps, was Sie dagegen tun können.

WLAN-Standards: Keine unrealistischen Erwartungen

Hierzulande funkt WLAN üblicherweise nach den Standards IEEE 802.11b, g und n. Die möglichen Datenraten unterscheiden sich deutlich: Während 802.11b nur eine maximale Bruttodatenrate von 11 MBit/s bietet, liegt sie bei 802.11n bei 150 bis 600 MBit/s - je nach verbauter Antennentechnik. Nutzer sollten aufgrund dieser Angaben allerdings nicht zu viel erwarten: Die Bruttodatenrate bezeichnet die theoretisch maximal mögliche Geschwindigkeit unter idealen Bedingungen. Diese kann in einem Alltagsszenerio schon durch die realen physischen Bedingungen nicht erreicht werden.

Zudem kann nicht die gesamte Kanalkapazität für Nutzerdaten verwendet werden. Hinzu kommen zahlreiche Informationen, welche die Datenübertragung erst ermöglichen, zum Beispiel zur Codierung und Adressierung. Im Endeffekt kann der Nutzer also immer mit einer Halbierung bis Drittelung der Bruttodatenrate rechnen, um einen für ihn tatsächlich erreichbaren Wert zu erhalten.

Bremsen im Heimnetzwerk

Übertragungen per Funk sind im Allgemeinen weniger zuverlässig als solche per Kabel. Denn die Funkwellen müssen auf dem Weg zu ihrem Ziel viele Hindernisse überwinden, bzw. durchdringen. Trockenbauwände mit Metallständerwerk und Stahlbetonwände sind als WLAN-Killer besonders berüchtigt, aber auch andere Gegenstände, die viel Metall oder Wasser enthalten können das Signal deutlich abschwächen. Dabei kann es durchaus sein, dass das Signal nur an einem bestimmten Ort sehr schwach ankommt, ein paar Zentimeter daneben aber der Empfang schon wieder optimal ist.

Üblicherweise sind die Antennen in WLAN-Routern für zuhause so ausgerichtet, dass das Signal sich horizontal gut ausbreitet, vertikal jedoch weniger gut. Bei der Versorgung von mehreren Stockwerken durch ein WLAN, sieht der Empfang in den Etagen ohne WLAN-Access-Point in der Regel mau aus.

Neben passiven Bremsen, die durch ihre bloße Anwesenheit dem Funkverkehr Probleme bereiten, gibt es zahlreiche Geräte, die selbst Funkwellen ausstrahlen, welche mit dem WLAN kollidieren. In der Regel funkt WLAN im 2,4-GHz-Band, ebenso wie Bluetooth. Daher lohnt es sich aus mehreren Gründen, Bluetooth generell auszuschalten und nur bei Bedarf zu aktivieren. Denn das hilft zum ersten dabei, Energie zu sparen. Zum zweiten zeigen sich üblicherweise Bluetooth-Verbindungen wenig beeindruckt durch ein WLAN in der Nähe, umgekehrt kann ein WLAN jedoch sensibel auf Bluetooth reagieren. Das liegt daran, dass Bluetooth robustere Übertragungsverfahren nutzt als die WLAN-Standards der IEEE-802.11-Familie.

Der 2,4-GHz-Bereich gehört auch zum sogenannten ISM-Band, das für industrielle, wissenschaftliche und medizinische Nutzungen freigegeben ist, so dass dort auch weitere Anwendungen zu finden sind, wie etwa Mikrowellen und manche medizinische Geräte. Auch manche DECT-Telefone nutzen Frequenzen aus dem 2,4-GHz-Band.

Erste Hilfe: Empfang optimieren

Als erste Maßnahme bei schlechtem WLAN-Empfang an einzelnen Endgeräten kann es hilfreich sein, verschiedene Standorte auszuprobieren. In der Regel ist die Stärke des Signals umso besser, je näher sich der Nutzer am Standort des Access Points befindet - üblicherweise ist dies ein WLAN-Router. Auch dessen Standort lässt sich meistens optimieren. Aus ästhetischen Gründen tendieren viele dazu, diesen in einem Schrank oder in einer Box verschwinden zu lassen. Das geht aber häufig zulasten der Signalstärke. Und umso geringer die Signalstärke ist, desto kleiner wird die Datenrate. Daher ist es besser, den WLAN-Router offen in einem Regal oder auf einer Anrichte zu positionieren. Eine erhöhte Position sorgt dabei meistens für eine bessere Sende- und Empfangsqualität. Hat der Access Point externe Antennen, so kann der Nutzer verschiedene Ausrichtungen ausprobieren.

Gerade in Mehrfamilienhäusern ist der Empfang häufig schwierig, weil so viele Netze vor Ort auf den gleichen Frequenzen funken. Dann kann der Wechsel auf einen weniger genutzten Kanal für Abhilfe sorgen - viele moderne Geräte machen das automatisch. Zur eigenhändigen Suche nach einem freien Kanal kann der Nutzer auf zahlreiche Tools für den PC oder Apps für das Smartphone wie etwa InSSIDer oder WiFi Analyzer zurückgreifen. n-WLAN bietet dabei den Vorteil, auf das weniger überfüllte 5-GHz-Band auszuweichen, falls die beteiligten Geräte dies unterstützen. Diese Band bietet zudem mehr überlappungsfreie Kanäle als das von b/g-WLAN ausschließlich genutzte 2,4-GHz-Band.

Auf n-WLAN aufrüsten: Besserer Empfang dank MIMO und Dual-Band-Technik

Dualband-WLAN-Router TP-Link TL-WDR4300
Dualband-WLAN-Router TP-Link TL-WDR4300
Wer noch ältere Geräte im Einsatz hat, kann seine Geschwindigkeit im WLAN verbessern, wenn er diese auf den aktuellen n-WLAN-Standard mit der Mehrantennentechnik (MIMO) aufrüstet, denn n-WLAN ist deutlich schneller, robuster und reichweitenstärker als seine Vorgänger. Im Falle des WLAN-Routers ist dafür ein Neukauf fällig. Wichtig: Die Übertragung per schnellem n-WLAN kann natürlich nur stattfinden, wenn die Endgeräte das ebenfalls unterstützen. Ein neuer Router allein nutzt also nichts, er wird einfach nach den Standards 802.11a/b/g mit den alten Geräten kommunizieren, falls diese kein n-WLAN unterstützen.

Einen Desktop-PC kann der Nutzer mittels eines WLAN-Adapters als PCI-Karte auf den neuesten Stand bringen. Beim Laptop ist der Anschluss eines WLAN-Adapters als USB-Stick möglich. Der Standard 802.11n wurde im Jahr 2009 offiziell verabschiedet, zuvor waren aber schon eine Reihe von Draft-n-WLAN-Geräten im Handel erhältlich.

Nicht jedes Gerät bietet Features für Höchstgeschwindigkeiten

Wer mit n-WLAN Top-Geschwindigkeiten erreichen will, sollte beim Neukauf eines WLAN-Access-Points darauf achten, dass dieser die im n-WLAN-Standard optionalen Features beherrscht. Darunter fällt das Aussenden von mehreren räumlichen Datenströmen. Möglich sind bis zur vier Datenströme mit bis zu 150 MBit/s Datenrate, was die maximalen 600 MBit/s ergibt.

Wer die Vorteile des 5-GHz-Bands nutzen möchte und noch alte g-WLAN-Geräte besitzt, setzt beim Kauf auf einen WLAN-Router mit simultaner Dual-Band-Fähigkeit. Einfacher ausgedrückt: Ein WLAN-Access-Point, der gleichzeitig im 2,4-GHz- und im 5-GHz-Band funken kann. So kann der Nutzer mit neuen Geräten vom 5-GHz-Band profitieren und weiterhin die Altgeräte nutzen, die nur im 2,4-GHz-Bereich unterwegs sind. Ohne die Fähigkeiten zum parallelen Betrieb in beiden Frequenzbereichen kann ein Dual-Band-WLAN-Router nur in einem von beiden Bändern arbeiten. Dann steht der Nutzer vor der Entscheidung, entweder das 5-GHz-Band zu nutzen, wodurch b-/g-Geräte nicht versorgt werden können, oder ausschließlich das 2,4-GHz-Band zu nutzen.

Signal verstärken oder kritische Stellen per Kabel überbrücken

Ist die Wohnung groß und die Reichweite des WLAN-Routers trotz n-WLAN zu gering, so kann sich der Nutzer mit einem WLAN-Repeater behelfen. Viele WLAN-Router lassen sich auch im Repeater-Modus einsetzen, daher kann der Nutzer ein altes, ungenutztes Gerät umfunktionieren. Daneben bieten viele Hersteller auch kleine kompakte WLAN-Repeater für die Steckdose.

Wer sein heimischen Netzwerk über mehrere Etagen anlegen will oder wenn dicke Wände unüberwindbare Hindernisse in der Wohnung darstellen, kann die kritischen Stellen per Kabel überwinden, zum Beispiel per Ethernet oder Powerline, und danach das Signal weiter per WLAN verteilen.

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Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2013-03 Erwachsene ab 14 Jahre