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Kauf-Ratgeber WLAN-Router: Das sollten aktuelle Geräte leisten

Datenraten, Verschlüsselung, Frequenzbänder und Anschlüsse im Blick
Von mit Material von dpa
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Kauf-Ratgeber WLAN-Router: Das sollten aktuelle Geräte leistenWas WLAN-Router leisten müssen Wer kabellos im Internet surfen möchte, findet auf dem Markt zahlreiche Geräte unterschiedlichster Hersteller. Aber nicht jeder Router erfüllt die an ihn gesetzten Ansprüche. Um beispielsweise Highspeed-Geschwindigkeiten via VDSL oder Kabel richtig ausschöpfen zu können, muss eigentlich ein LAN-Kabel benutzt werden. Weil das aber nicht immer möglich oder gewünscht ist, sollte wenigstens die WLAN-Verbindung so schnell wie möglich sein. Bei der Wahl des passenden WLAN-Routers sollten Nutzer daher einen Blick auf die technischen Daten werfen. Sie geben Aufschluss über den Funktionsumfang des Gerätes und seine Einsatzfähigkeit. Im Folgenden nennen wir einige wesentliche Punkte, die es zu beachten gilt.

WLAN-Geschwindigkeiten und sichere Verschlüsselung

Um eine möglichst schnelle Datenübertragung auch via WLAN zu garantieren, sollte der Router - ebenso wie die Gegenstelle - den aktuellen WLAN-Funkstandard IEEE 802.11n unterstützen, der auch als WLAN-n bezeichnet wird. Zudem sollte er als Verschlüsselungsstandard Wi-Fi Protected Access 2 (WPA2) beherrschen. Dieser wird von der Mehrzahl der Geräte unterstützt und gilt als sicher. Die Standards WEP und WPA sind zwar auch eine Möglichkeit, das Netzwerk vor unberechtigtem Zugriff abzuschotten und allemal besser als gar keine Verschlüsselung, beide lassen sich aber von Kennern mit relativ wenig Aufwand knacken und halten bei einem gezielten Angriff daher nicht Stand. In der Regel ist die Verschlüsselung bei Auslieferung der Router durch den Provider bereits voreingestellt und der Schlüssel in den Unterlagen bzw. auf dem Gerät vermerkt. Kauft der Nutzer den Router selbst, sollte er WPA2 in jedem Fall aktivieren.

Die Hersteller werben damit, dass ihre Geräte Datenraten bis zu 300, 450 MBit/s oder sogar mehr liefern. In der Realität sehen die maximal möglichen Geschwindigkeiten allerdings ganz anders aus: Während es Topmodelle derzeit auf rund 200 MBit/s bringen können, schaffen es gute Durchschnittsrouter auf etwa 100 MBit/s. Der Unterschied zu den auf dem Papier angegebenen maximalen Datenraten hat folgende Gründe: Selbst unter weitgehend optimalen Bedingungen ist die Funkübertragung Störungen ausgesetzt. Es besteht ein ständiger Datenfluss und außerdem werden auch Protokolldaten gesendet - beides drückt auf die Durchsatzgeschwindigkeit.

Wahl des Frequenzbereiches und Standortes entscheidend

Für WLAN stehen grundsätzlich zwei Frequenzbereiche zur Verfügung: 2,4 und 5 Gigahertz (GHz). Viele aktuelle WLAN-Router bieten die Wahl zwischen einem der beiden Frequenzbereiche an. Im bisher weniger genutzten 5-GHz-Band gelingt dabei oft ein wesentlich höherer Datendurchsatz. Deshalb eignet es sich zum Beispiel sehr gut zum drahtlosen Streamen von Filmen. Ganz neu sind Router, die auf beiden Frequenzen gleichzeitig mit drei parallelen Datenströmen übertragen können. Doch noch mangelt es an Gegenstellen, da auch der WLAN-Adapter an Notebook oder PC drei Datenströme gleichzeitig empfangen können muss, um die volle Datenrate zu übertragen.

Ebenso wichtig wie die Wahl des Frequenzbereiches ist auch die Positionierung des Routers. Im optimalen Fall steht der WLAN-Router im Zentrum des Funknetzwerks in einer erhöhten Position und wird nicht von anderen Geräten verdeckt. Zudem sollte immer die neueste Firmware installiert sein, die es auf der Internetseite des Herstellers gibt. Oft kann die Geschwindigkeit auch erhöht werden, wenn die Gegenstelle, also zum Beispiel das Notebook, etwas gedreht wird.

Wichtige Ausstattungsmerkmale des WLAN-Routers

Nicht immer wird der Zugang zum Internet via WLAN realisiert. Wer ab und zu auch kabelgebunden ins Internet geht, sollte darauf achten, dass der Router Gigabit-LAN-Schnittstellen mitbringt. Ebenso sollten zur Heimvernetzung USB-Schnittstellen für Drucker und Speichermedien an Bord sein. Router mit USB fungieren oft auch als Server, mit denen Nutzer Daten von einem externen Speicher im Netzwerk per Samba- oder FTP-Server bereitstellen, oder per UPnP-AV-Server ins Netzwerk streamen können. Eine integrierte DECT-Basisstation macht den Router zur Telefonzentrale - hierbei können mehrere Telefone angeschlossen und zentral verwaltet werden. Auch das Thema VoIP bleibt weiterhin aktuell: Viele Router vereinen ein DSL-Modem, einen Router, eine Telefonanlage und eine WLAN-Schnittstelle in einem Gerät und können Sprachdaten und -pakete an geeignete Endgeräte wie IP-Telefone weiterreichen.

Immens teuer sind WLAN-Router schon länger nicht mehr. Gute Modelle gibt es schon für deutlich unter 100 Euro. Die Experten der Computerzeitschrift "c't" überzeugte in einem Test zum Beispiel der DIR-645 von D-Link (Online-Preis rund 75 Euro) mit gutem Durchsatz, geringem Energieverbrauch sowie sehr gutem Funktionsumfang. Allerdings funkt das Gerät nicht auf dem 5-GHz-Band. Anders die Router F7D4301 von Belkin (65 Euro), BR-6675nD von Edimax (80 Euro) und WNDR3700v2 von Netgear (85 Euro), die den Experten zufolge ebenfalls empfehlenswert sind.

Aus einem WLAN-Router-Test der "PC-Welt" ging der Netgear WNDR4500 (135 Euro) aufgrund seines hohen Tempos und den gut strukturierten Menüs als Sieger hervor - trotz seines vergleichsweise hohen Stromverbrauchs. Im Gegensatz zu den anderen Routern benötigt der zweitplatzierte Router im Test kein separates DSL-Modem, weil dieses bereits integriert ist. "Bei Ausstattung, Bedienkomfort und Sicherheitseinstellungen bleibt AVM mit der Fritz-Box 3370 die Referenz", urteilt die Zeitschrift. Das Modell (150 Euro) kann allerdings nicht auf beiden Frequenzbändern gleichzeitig funken und gehört nicht mehr zu den neueren Modellen aus dem Hause AVM.

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