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Kostenloses WLAN im ICE hat möglicherweise Verspätung

Zwar lässt das kostenlose und zuverlässige WLAN im ICE auf sich warten, doch Verkehrsminister Dobdrindt will schon WLAN im Regionalverkehr verpflichtend machen. Er will die Länder auffordern, die Ausschreibungen für den Nahverkehr anzupassen.
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Kostenloses WLAN in den Zügen wird wohl noch dauernKostenloses WLAN in den Zügen wird wohl noch dauern Der Nahverkehr auf der Schiene ist in Deutschland maßgeblich von den Bundesländern organisiert und finanziert. Sie bestellen bei den Bahnunternehmen wie der Deutschen Bahn aber auch Privatunternehmen wie der ODEG oder der Nordwestbahn den Nahverkehr, bestimmen also, welcher Zug wie oft und wohin fährt. Welches Unternehmen den Zuschlag bekommt, wird in der Regel über Ausschreibungen bestimmt. Diese sollen künftig auch den Punkt WLAN enthalten, fordert Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), der sich seit langem für kostenloses WLAN in Nah- und Fernverkehrszügen einsetzt.

Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung erneuerte der Minister jetzt auf der Verkehrsministerkonferenz der Länder seine Forderung. Demnach fordert er von den Ländern, dass sie bei künftigen Ausschreibungen im Regionalverkehr WLAN als Standard vorschreiben. Bereits im Juni war dieser Vorstoß bekannt geworden.

Doch selbst, wenn sich Dobrindt mit seinem Vorstoß durchsetzen sollte, würde es noch viele Jahre dauern, bis WLAN in allen Zügen verbindlich wäre. Der Grund sind die Ausschreibungen selbst. Sie haben, bevor sie greifen, in der Regel eine Vorlaufzeit von mehreren Jahren. In dieser Zeit haben die Gewinner der Ausschreibung Zeit, die Züge und das Personal zu beschaffen, um die Linie zu bedienen. Zudem haben Ausschreibungen nicht selten eine Laufzeit von fünf bis zehn Jahren oder gar mehr, so dass frühestens mit Ablauf der aktuellen Vergabe WLAN verpflichtend werden könnte.

Kommt das kostenlose WLAN im ICE mit Verspätung?

Die Deutsche Bahn plant, WLAN im ICE kostenlos anzubieten. In der 1. Klasse ist dies heute schon Realität. Doch eigentlich hätte Mitte kommenden Jahres auch die 2. Klasse von einem kostenlosen Internetzugang profitieren sollen. Doch das könnte sich verzögern. Zumindest lässt sich das zwischen den Zeilen aus einer Äußerung der neuen DB-Fernverkehrschefin Birgit Bohle raushören. "Wir werden alles daran setzen, es möglichst noch 2016 hinzubekommen - aber nur zu einer guten Qualität", wird sie von der Süddeutschen Zeitung zitiert.

Auf die Qualität kann sich der Kunde derzeit jedoch nicht verlassen. So kann am gleichen Tag auf der gleichen Strecke aber in unterschiedlichen Zügen einerseits ein Downstream von 15 MBit/s und mehr möglich sein, während sich der Nutzer wenige Stunden später glücklich schätzen darf, wenn die aufgerufene Webseite ausgeliefert wird. Auch das neue Unterhaltungsportal der Bahn im ICE hatte sich jüngst verspätet.

Messung von Funknetzen entlang der Strecke durch Kunden

Schon seit längerem bittet die Deutsche Bahn auch ihre Kunden, die Funkversorgung im Zug zu testen - per WLAN und Mobilfunknetz. Die Bahn will so zusammen mit den Netzbetreibern für eine Verbesserung der Netze sorgen. Bereits im Januar haben wir die App ausführlich vorgestellt und gestestet.

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