Internetradio-Trends

Hörfunkanbieter starten Radio Cloud und Personal Radio

phonostar und Antenne Bayern erproben neue Technologien
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Webradio-Portal phonostarWebradio-Portal phonostar Cloud Computing ist "in" und macht nun auch vor dem Internetradio nicht mehr Halt. Das Webradio-Portal phonostar bietet seinen Usern ab sofort die Möglichkeit, Radiosendungen aufzuzeichnen, ohne dass sie ihren Computer anlassen müssen. Möglich macht das die neue Radio-Cloud, mit deren Hilfe man aufgenommene Sendungen auf jedem beliebigen Computer direkt im Online-Player anhören oder herunterladen kann. Dazu muss der User laut phonostar-Angaben lediglich in das Online-Radiomagazin mit redaktionellen Programmtipps gehen und die Aufnahmefunktion per Mausklick aktivieren.

Den neuen Aufnahme-Service stellt phonostar in der Basis-Version kostenlos bereit. Nach Registrierung auf phonostar.de erhält jeder Hörer zwei Stunden persönliche Aufnahmekapazität in der Radio-Cloud. Sobald der Nutzer vorhandene Aufnahmen aus der Radio-Cloud löscht oder herunterlädt, wird der Speicher wieder um die Größe der gelöschten Datei erweitert. Wer mehr Speicherkapazität braucht oder mehrere Sendungen parallel aufnehmen möchte, kann auf die Plus-Pakete zurückgreifen. Ab 4,95 Euro pro Monat kann der Benutzer 50 oder 100 Stunden Aufnahmekapazität hinzubuchen.

Antenne Bayern erprobt Personal Radio

Personalisierte Internetradiodienste wie Spotify oder Last.fm gelten seit deren Start als Feinde des klassischen Radios. Nun wollen deutsche Radiosender kontern und ihrerseits personalisierte Internetradios starten. Dabei können die User nicht nur - wie etwa bei Spotify - die Musikfarbe bestimmen, sondern bekommen nach Wunsch und Interessenlage auch aktuelle Wortbeiträge aus Bereichen wie Politik, Kultur, Comedy oder Sport und sogar vorproduzierte Moderationen ("Voice Tracking") geliefert. Hinzukommen stündliche Weltnachrichten oder Breaking News.

Das Bayerische Wirtschaftsministerium fördert aktuell die Entwicklung eines solchen Softwaresystems für Rundfunksender laut eigenen Angaben mit rund 770 000 Euro. Ziel des Vorhabens ist es, das derzeit unbeeinflussbare Hörfunkprogramm durch ein individualisiertes zu ersetzen. Damit würden die Interessen der Zuhörer noch genauer getroffen. Als Pionier will der Privatsender Antenne Bayern das neue System erproben. Das über die Software individualisierte Programm soll für Hörer kostenlos per Streaming bereitgestellt werden. Wann der Dienst startet ist aktuell noch offen.

90elf startet Umfrage über Verbreitungswege

Der Fußballsender 90elf will unterdessen wissen, über welchen Verbreitungsweg seine Hörer aktuell einschalten und hat zu diesem Zweck eine Umfrage beim sozialen Netzwerk Facebook gestartet. Möglicherweise hat das Abstimmungsergebnis Auswirkung auf künftige Geschäftstätigkeitsfelder. Aktuell zeichnet sich eine Tendenz ab, wonach etwas mehr als die Hälfte der der 90elf-Hörer zu Hause per Livestream einschalten. Etwa 20 Prozent nutzen das Mobile Internet (Mobile Apps); terrestrisches Digitalradio (DAB+) wird von fast einem Viertel der Hörer genutzt. Die Möglichkeit 90elf über DAB+ zu hören gibt es jedoch erst seit August 2011.

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