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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 30.05.2012 |
WLAN im Flugzeug vor dem Durchbruch17.12.2010
16:10 Nutzung des WLAN-Netzes in Lufthansa-Flügen bis Ende Januar kostenlos![]() Internet im Flieger: Das landgestützte System von Aircell Manche Behauptungen halten sich hartnäckig, auch wenn sie längst widerlegt sind. Ein Beispiel für solch eine Behauptung ist, dass angeschaltete Handys ein Flugzeug abstürzen lassen können. Dabei hat wohl jeder schon einmal vergessen, sein Handy oder Smartphone während eines Fluges abzuschalten - und lebt immer noch. Der Gesetzgeber erlaubt schon seit März 2008 das Telefonieren in Flugzeugen. Hierfür gelten jedoch bestimmten Voraussetzungen. Gleiches gilt für Internet-Zugänge über WLAN-Netze. "Man war sich lange nicht sicher, inwieweit die Geräte die Bord-Elektronik stören", erklärt Martin Gaebges, Sprecher von BARIG. Das ist der Zusammenschluss von Fluggesellschaften in Deutschland. Und noch heute sei das Telefonieren mit dem eigenen Mobiltelefon durchaus umstritten, auch wenn es einige Airlines wie Emirates und Singapore Airlines erlauben oder zumindest in Zukunft erlauben wollen. Satellit- und landgestützte SystemeVoraussetzung für das Telefonieren sind in den Flugzeugen eingebaute Umschaltstationen. Als ein Beispiel ist hier das bereits zugelassene OnAir System zu nennen, erläutert Claudia Cramer vom Luftfahrt Bundesamt in Braunschweig. Das OnAir System nutzt etwa die brasilianische Fluggesellschaft TAM auf einigen Inlandsstrecken. Das System arbeitet dabei mit Hilfe von Satelliten-Verbindungen und kann deshalb auch bei transatlantischen Flügen eingesetzt werden. Eine Alternative zu solchen, durch Satelliten gestützten Systemen, stellt Aircell da. Hier wird die Verbindung per Funk vom Boden aus hergestellt, Aircell arbeitet also landgestützt. Deshalb kommt dieses System vor allem auf Flügen über die Landmasse Nord-Amerikas zum Einsatz. Zu den Aircell-Kunden gehören große Airlines wie US Airways, Virgin America, American Airlines, Delta Air Lines aber auch Air Canada. Die entsprechende Fluggesellschaft muss beweisen, dass der Betrieb von Smartphones unbedenklich und sicher ist. Natürlich darf der Pilot den Betrieb der elektronischen Geräte wieder verbieten, sobald es Sicherheitsbedenken gibt. "Die kritischen Phasen sind das Landen und das Starten, weshalb die Nutzung aller elektrischer Geräte ja auch erst ab einer bestimmten Flughöhe gestattet ist", erläutert Gaebges. Zugleich erlaubt die neue Verordnung zum Betrieb von 2008 auch, mit dem Net- oder Notebook über WLAN im Internet zu surfen. "Dafür muss im Flugzeug ein so genannter Hotspot installiert sein", erklärt Cramer weiter. Auch der Betrieb von anderen elektronischen Geräten wie Apples iPad, Gameboys und Digitalkameras sei seit 2008 genehmigt. WLAN-Hotspots wie in HotelsSeit Anfang diesen Monats bietet die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa ihren Passagieren auf ausgewählten Nordatlantik-Flügen einen Zugang zum Internet an. Vor sechs Jahren gab es bereits ein ähnliches Angebot, welches aber wieder eingestellt wurde. "Das funktioniert nun im Grunde, wie man das etwa aus Hotels kennt", führt Lufthansa-Sprecher Boris Ogursky weiter aus. Der Kunde könne sich in der kompletten Flugkabine mit seinem WLAN-fähigen Gerät, egal ob Note- oder Netbook oder Smartphone, wie an einem öffentlichen Hotspot einloggen und werde dann auf das kostenlose Lufthansa-Flynet-Portal weitergeleitet. Von dort aus kann der Passagier sich über einen Service der Deutschen Telekom mit dem World Wide Web verbinden. Dafür werden allerdings 1,80 Euro pro zehn Minuten fällig. Alternativ kann auch per Bonusmeilen bezahlt werden. Die einstündige Pauschale kostet 10,95 Euro oder 3 500 Meilen, für 19,95 Euro oder anders 7 000 Meilen können Fluggäste 24 Stunden online bleiben. Zur Einführung ist das Angebot bis Ende Januar erst einmal kostenlos. Einführung kostet GeldDie meisten Airlines halten sich derzeit allerdings noch zurück. "Man muss schließlich auch investieren, wenn man das anbieten will", begründet BARIG-Sprecher Gaebges die Zurückhaltung. Solch ein Zugang lohne sich nicht für jede Airline. "Für Ferienflieger ist das nicht so ein Thema", sagt Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband in Berlin. Internet in Flugzeugen sei eher für Geschäftsleute interessant. So können Geschäftsreisende, die viel Zeit im Flugzeug verbringen, diese dann sinnvoll nutzen. Auch die zweitgrößte deutsche Airline Air Berlin denkt deshalb derzeit darüber nach, auf Langstreckenflügen einen Internetzugang anzubieten. Allerdings gebe es bisher noch keine ausführlichen Planungen, sagt eine Sprecherin. Noch zurückhaltender sind die Fluggesellschaften beim Thema Telefonieren über den Wolken. "Umfragen haben ergeben, dass die Passagiere das gar nicht wollen", so Lufthansa-Sprecher Ogursky. In der Enge der Flugzeugkabine fühlen sich die Gäste leicht gestört. Und wirklich vertrauliche Angelegenheiten könnten ohnehin nicht besprochen werden. Zur Not können Lufthansa-Kunden in einigen Fliegern die bordeigenen Telefone nutzen. Diese sind jedoch fest installiert und daher nicht an jedem Sitz vorhanden. Zudem sind sie nicht billig. "Eine Minute kostet da etwa 10 US-Dollar", erklärt Ogursky. Entspannte Gespräche lassen sich bei diesem Preis wohl kaum führen. Kaj-Sören Mossdorf mit Material von dpa
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