
Nokia N8 mit WLAN-n-Unterstützung
Daten- und Funkschnittstellen haben bei Handys und Smartphone eine lange Tradition. Alles
begann mit der seriellen Schnittstelle, die sich bis vor wenigen Jahren auch noch in den
meisten Computern fand. Dann kam Infrarot; es ermöglichte einen Datenaustausch über wenige
Zentimeter, ohne das Handy an den Computer anschließen zu müssen. Mittlerweile haben sich
USB, Wireless LAN und Bluetooth etabliert und finden sich in nahezu allen Smartphones.
Handys bringen zumeist USB und Bluetooth mit. Wir konzentrieren uns in diesem
Hintergrundartikel auf WLAN und Bluetooth und zeigen, was die beiden Funkschnittstellen
ermöglichen. Mit dabei: Datenübertragung, Surfen, Telefonieren und vieles mehr.
WLAN: Surfen und Mailen
Mit der Massenverbreitung von Notebooks setzte sich WLAN als der Standard
für den drahtlosen Internetzugang durch. Daher war es nur eine Frage der Zeit, bis auch
kleinere Gerätegattungen mit WLAN ausgestattet wurden. Anfangs waren es nur
Business-Smartphones, inzwischen spendieren die Hersteller
auch ihren teureren Multimedia-Handys WLAN. Beim Kauf eines WLAN-Routers und zugehöriger
Geräte wie Note- oder Netbooks, Tablet-PCs
und Smartphones sollten Sie auf die Standards achten, mit denen diese funken. Am weitesten
verbreitet ist der Standard IEEE 802.11g (oder kurz: WLAN g). Höhere
Übertragungs-Geschwindigkeiten lassen sich mit WLAN n (IEEE 802.11n) erzielen. Wer
in eine neue Infrastruktur investiert, sollte daher auf WLAN n setzen.
Wichtig ist, dass möglichst alle Geräte den gleichen Standard nutzen. Denn ein Notebook mit
WLAN n kommt zwar auch mit einem älteren Router
zurecht, der lediglich den g-Standard unterstützt - die Surfgeschwindigkeit ist aber deutlich
niedriger als bei WLAN n. Wer in Mehrfamilienhäusern wohnt und damit rechnen muss, dass
viele WLANs um ihn herum aktiv sind, sollte zudem darauf achten, dass sich der Router auf die
beiden Bandbreiten 2,4 und 5 GHz versteht. Ist ein Band zu stark mit Signalen frequentiert,
kann auf das alternative Band ausgewichen werden.
WLAN: Hotspot-Funktion und Standortbestimmung
Tethering ist eine Funktion, die in
den letzten Monaten für große Diskussionen im Mobilfunkmarkt gesorgt hat. Grund: Einige
Netzbetreiber untersagen ihren Kunden, mit einem gebuchten Internettarif fürs Handys
zusätzlich über ein Notebook online zu gehen. In einem solchen Fall baut das Notebook zum
Handy eine Verbindung auf, das Handy wiederum wählt sich per GPRS,
EDGE, UMTS oder
HSPA ins Internet ein.
Die Kommunikation zwischen Handy und Notebook kann hierbei über USB, Bluetooth oder WLAN
erfolgen. Im Falle von WLAN wird das Handy zu einer Art Router, so dass sich bei manchen
Handys auch mehrere Nutzer einwählen können. Aktuell sind zum Beispiel
Google-Handys mit Android 2.2 sowie das
Palm Pre mit webOS dafür geeignet. Auch mit dem
iPhone ist Tethering möglich. Für andere Betriebssysteme wie
Symbian sind Zusatzprogramme nötig, etwa
Joikuspot. Windows Phone 7
sieht aktuell noch kein Tethering vor, Angaben über ein mögliches Update fehlen.
Eine weitere Anwendungsmöglichkeit von WLAN ist das Positioning-System. Dabei ermittelt das
Handy durch die verfügbaren Hotspots einen möglichst genauen Standort. Das bedeutet: Je mehr
Hotspots das Gerät finden kann, umso genauer erfolgt die Positionsbestimmung des Handys und
des Nutzers. Die WLAN-Daten, die das Handy nutzt, wurden entweder von WLAN-Betreiber
hinterlegt oder zum Beispiel von Google im Rahmen des Street-View-Programms gescannt.
WLAN: Verbindung zu anderen Geräten
Mittlerweile lässt sich WLAN aber nicht nur für den Internetzugang oder die
Positionsbestimmung nutzen. Findige Programmierer nutzen es als Alternative zu Bluetooth,
etwa für die Synchronisation eines Smartphones mit einem PC. Beispielhaft sei hier der
My-Phone-Explorer erwähnt.
Mit ihm lassen sich Android-Smartphones mit Outlook abgleichen sowie Dateien übertragen. Die
Verbindung zwischen PC und Smartphone erfolgt entweder über USB-Kabel oder per WLAN - wobei
letztere Möglichkeit wohl die komfortablere ist und Kabelsalat vermeidet.
Neben dem PC kann auch weitere Technik im Haus von WLAN profitieren. Viele Hersteller rüsten
ihre Fernseher neuerdings mit DLNA aus. Damit können Sie auf
einen HDMI-Anschluss am Smartphone verzichten und Bilder und Videos direkt auf den Fernseher
streamen. Aktuell können das aber nicht viele Smartphones.
Sony Ericsson stattet schon seit einigen Jahren fast alle
Geräte damit aus, lediglich bei einigen aktuellen Android-Smartphones fehlt DLNA.
HTC liefert unter anderem die Modelle
Desire HD und
Desire Z mit DLNA aus, LG hat mit
dem E720 Optimus Chic ein Gerät im Angebot.
Motorola verkauft zwei Geräte, das
Defy und das
Milestone 2, mit DLNA-Anbindung. Und
Samsung bietet hierfür unter anderem das
Omnia II I8000 und das
Wave 8500 auf.
Auf der nächsten Seite lesen Sie, welche Rolle Bluetooth und NFC bei
der Datenübertragung und bei anderen Diensten spielen.
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