Vergleich

So unterscheiden sich Windows Phone 8 und Windows Phone 7

Das macht das neue Microsoft-Betriebssystem anders als der Vorgänger
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Heute ist es so weit, Windows Phone 8 startet offiziell in Deutschland, der Verkauf der neuen Smartphones wie etwa dem Nokia Lumia 920 oder dem HTC 8X beginnt. Ein guter Grund für uns, einmal den Vergleich der komplett überarbeiteten Plattform mit dem Vorgänger Windows Phone 7 bzw. 7.5 zu ziehen. Microsoft hat das mobile Betriebssystem an vielen Stellen überarbeitet und zudem auf ein völlig neues Fundament gesetzt - Windows Phone 8 teilt sich weite Teile des Programmcodes mit dem ebenfalls neuen Windows 8 und basiert nicht mehr auf dem betagten Windows CE. Wir zeigen anhand der wichtigsten Funktionen, wo sich das neue System von dem Vorgänger unterscheidet.

Die Oberfläche

Altes und neues Windows Phone im VergleichAltes und neues Windows Phone im Vergleich Die auffälligste Neuerung stellt die überarbeitete Oberfläche von Windows Phone 8 dar. Mit Windows Phone 8 kann der Anwender die Größe der charakteristischen Live-Tiles oder Kacheln individuell anpassen und damit die Oberfläche besser aufteilen. Während bisher nur quadratische und große rechteckige Kacheln möglich waren, gibt es nun auch kleinere Schaltflächen. Abhängig von der Größe können Anwendungen andere Daten auf den Kacheln darstellen. Zudem sitzt der Homescreen künftig nicht mehr leicht links versetzt auf dem Display, sondern mittig. Die neue Oberfläche soll jedoch nicht nur den Windows-Phone-8-Handys vorbehalten bleiben, sondern mit dem Update auf Windows Phone 7.8 auch den bestehenden Windows Phones zugeführt werden. Wann das Update jedoch ausgeliefert wird, steht noch in den Sternen.

Der Browser

Microsoft hat beim Umstieg auf Windows Phone 8 den Versionssprung auf den neuen Internet Explorer 10 vollzogen. Bei der Vorgänger-Generation kam noch der Internet Explorer 9 zum Einsatz. Es hat sich allerdings nicht nur die Zahl geändert, der neue Browser hat vor allem bei der Geschwindigkeit deutlich zugelegt. In aktuellen Benchmark-Tests, etwa mit Sunspider, schneidet der Windows-Phone-Browser besser ab als die Konkurrenz von Android und iOS, im Vergleich zum IE9 wurde zum Beispiel die Geschwindigkeit von JavaScript um das Vierfache gesteigert. Darüber hinaus findet sich die Funktion, eine Webseite nach einem Suchbegriff zu durchsuchen, nun erneut im Browser-Menü - das praktische Feature hatte den Sprung von Windows Phone 7 auf 7.5 nicht überlebt und wurde jetzt zurück­geholt. Die Schaltfläche links neben der URL-Zeile lässt sich nun individuell mit den Funktionen Favoriten, Tab-Übersicht sowie Anhalten/Aktualisieren belegen.

Die Apps

Bei den Apps gibt es zwei relevante Bereiche, in denen wichtige Dinge geändert wurden. Einerseits profitieren Entwickler davon, dass Windows Phone 8 und Windows 8 die gleiche technische Plattform und die nahezu identische Oberfläche nutzen. So lassen sich Apps schnell für beide Systeme entwickeln, was die Reichweite und damit die Attraktivität deutlich erhöht. Für den Nutzer andererseits ist alleine die Zahl der mittlerweile vorhandenen Anwendungen positiv: Über 120 000 Apps finden sich mittlerweile im Marketplace, zum Start waren es weniger als 4 000 gewesen. Das ist zwar zahlenmäßig noch immer nicht auf dem Niveau von Android und iOS, wirkliche Abstriche müssen Windows-Phone-Nutzer jedoch kaum noch machen. Wichtige Apps wie etwa Facebook und Twitter wurden zudem für Windows Phone 8 komplett überarbeitet.

Das Kartenmaterial

Mit Windows Phone 8 verbessert sich die eigene Karten-Anwendung deutlich, da die neuen Handys nun alle mit dem sehr guten Kartenmaterial von Nokia und Navteq ausgestattet sind. Auch in der Optik hat sich die Navi-App des Betriebssystems leicht verändert. Viel wichtiger jedoch: Alle neuen Windows Phones haben die Möglichkeit, sich das Kartenmaterial für über 100 Länder einzeln auszuwählen und auf dem Handy zu speichern. So lässt sich im In- und Ausland komplett offline navigieren - das ist äußerst praktisch und spart Roaming-Gebühren. Bei Windows Phone 7 gab es diese Möglichkeit nicht, zudem hinkte die Qualität der Karten deutlich hinterher. Wer ein Nokia-Handy wählt, erhält übrigens noch einige weitere exklusive Apps, die die Vorteile des eigenen Kartenmaterials nutzen - mehr dazu im Test des Nokia Lumia 920.

Das waren jedoch noch längst nicht alle wichtigen Änderungen - weitere Dinge beleuchten wir auf der zweiten Seite.

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