Update-Dilemma

Here: Windows 10 Mobile hat keine hohe Priorität

Der Support für Windows 10 Mobile hält sich stark in Grenzen, gerade wenn es um die Veröffentlichung von Updates geht.
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Windows 10 Mobile steht bei Here nicht so hoch im Kurs
Windows 10 Mobile steht bei Here nicht so hoch im Kurs
Verfügbarkeit: ja - Guter Update-Support: nein. Die App-Bilanz nach etwa drei Monaten Windows 10 Mobile ist eher ernüchternd. Viele Mainstream-Apps sind zwar im Store des 10er-OS vorhanden, doch es mangelt diesen häufig an regelmäßiger Pflege in Form von Aktualisierungen.

Gerade Drittanbieter-Apps, die nicht von Microsoft entwickelt wurden, werden in aller Regel deutlich später mit frischen Features versorgt. Während auf den Geräten der Android- und iOS-Anwender bereits die neuste Version läuft, müssen Windows-Nutzer oft weiter ausharren oder sogar ganz auf bestimmte Neuerungen verzichten.

Here äußert sich zum Update-Support bei Windows 10 Mobile

Seit einigen Wochen ist Here mit seiner Navi-App auf Windows 10 (Mobile) vertreten. Endlich, war der Grundtenor der Nutzer nach Bekanntwerden des Release auf dem 10er-OS. Schließlich war Here ursprünglich eine exklusive Karten-App, die nur auf Geräten mit Windows Phone angeboten wurde. Im starken Kontrast dazu steht die Aussage eines Here-Mitarbeiters, der sich in den Kommentaren unter einem Blogpost wie folgt äußert: "[...] Unsere Entwicklungsanstrengungen fokussieren sich auf unsere Apps auf iOS und Android." ([...] "our development efforts are focused on our applications on iOS and Android."). Zuvor hatte ein Nutzer darum gebeten, die im Here-Update für iOS und Android enthaltenen Änderungen auch für Windows 10 zu bringen.

Zwar lässt sich der zeitliche Abstand zwischen den Update-Release nicht aus den Zeilen herauslesen, doch es wird deutlich, dass Windows 10 Mobile auf der Here-Prioritätenliste ganz unten steht. Ein weiteres Indiz: Der Hersteller bewirbt die Navi-App für Windows 10 Mobile nicht offensiv auf seiner Seite - stattdessen ist sie nur als Fußnote aufgeführt.

Windows-Entwicklerteams mit weniger Ressourcen

Am Rande der Build Tour 2015 von Microsoft erzählte uns ein Entwickler einer bekannten Fitness-App, dass das Windows-Team wesentlich kleiner aufgestellt sei, als etwa die Android- und iOS-Entwicklungsteams. Aus wirtschaftlicher Sicht ist dies durchaus nachvollziehbar: Grundsätzlich stehen dem Aufwand und den Kosten für die Entwicklung und Pflege einer App, die zu erwartenden Umsätze gegenüber. Diese fallen bei Windows 10 Mobile aufgrund des eingeschränkten Nutzerkreises deutlich geringer aus, als etwa bei Android oder vor allem iOS. Die geringeren Umsätze und die kleineren Entwicklungsteams bei Windows 10 (Mobile) haben in der Folge natürlich auch Auswirkungen auf die Häufigkeit von App-Updates.

Schnellere Update-Versorgung: Bring der Xamarin-Deal eine Verbesserung?

Xamarin hat vor wenigen Stunden die Übernahme durch Microsoft bestätigt. Bei Xamarin handelt es sich um den Anbieter einer App-Entwicklungsumgebung für iOS, Android und Windows. Ähnlich wie beim Entwicklungs-Tool PhoneGap können Nutzer darüber parallel für unterschiedliche Systeme Apps entwickeln und später auch Updates nahezu zeitgleich auf allen Plattformen veröffentlichen. Ob Microsoft mit dem Tool allerdings bei potenziellen Windows-10-Entwicklern punkten kann, muss sich noch zeigen. Hoffnung gibt es allerdings an einer anderen Stelle: Mit der iOS-Bridge lassen sich ursprüngliche iPhone-Anwendungen ohne großen Anpassungsaufwand auf Windows 10 (Mobile) portieren.

In einem weiteren Artikel haben wir gezeigt, welches Apps derzeit schon für Windows 10 Mobile verfügbar sind und wo noch Lücken klaffen. Das Ergebnis können Sie hier nachlesen.

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