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WhatSIM: WhatsApp weltweit ohne Roamingkosten nutzen

Kostenlose WhatsApp-Nutzung in 150 Ländern verspricht ein neuer SIM-Anbieter aus Italien. WhatSIM soll einmalig pro Jahr berechnet werden - der Versand von Bildern, Videos und Sprachnachrichten kostet jedoch.
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WhatSIM will WhatsApp ohne Roaming-Kosten ermöglichenWhatSIM will WhatsApp ohne Roaming-Kosten ermöglichen Ein Anbieter mit Sitz in Italien will eine WhatsApp-SIM auf den Markt bringen, die die weltweite Nutzung von WhatsApp ohne Roaming-Kosten ermöglichen soll. WhatSIM, so der Name des Angebotes, soll in mehr als 400 Netzen in etwa 150 Ländern weltweit funktionieren. Lediglich einmal pro Jahr fallen Kosten in Höhe von 5 bzw. 10 Euro für die SIM-Karte an. Dafür kann dann kostenlos gechattet werden. Weitere WhatsApp-Funktionen wie das Verschicken von Bildern oder Sprachnachrichten kostet allerdings extra. Wir haben uns das Angebot näher angeschaut.

WhatSIM soll keine anderen Datendienste als WhatsApp übertragen können. Somit stellt der Anbieter sicher, dass das Roaming nicht für andere Dienste missbraucht wird, die er nicht bezahlt bekommt. Preislisten für Telefonie oder SMS gibt es nicht. Das ist auch nicht notwendig, da auch diese Dienste nicht unterstützt werden. Allerdings gibt es eine WhatSIM-Preisliste für andere WhatsApp-Dienste, da das Übermitteln von Bildern, Videos und Sprachnachrichten kostenpflichtig ist.

Das kosten Bilder und Videos

Unklar ist, wie WhatSIM als Netzbetreiber erkennen will, ob ein Bild oder eine Videonachricht übertragen wird. Unklar ist auch, ob nur der Versand abgerechnet wird oder sogar der Empfang von Bildern abgerechnet wird. Zudem gibt es keine echte Preisliste, die die Preise in einer Währung ausdrückt. Abgerechnet wird in Credits, diese wiederum müssen dann in Euro umgerechnet werden. 5 Euro, die über die Webseite auf die Karte aufgeladen werden können, entsprechen 1 000 Credits. Der Versand eines Bildes aus der Zone 1, die weitgehend Europa, den USA aber auch Saudi-Arabien und Russland entspricht, kostet 20 Credits. Das entspricht 10 Cent. Ein Video kostet 100 Credits (50 Cent), eine Sprachnachricht 5 Credits (2,5 Cent).

In der Zone 2 (unter anderem Australien, China, Brasilien, Japan und Sri Lanka) fallen für ein BIld 75 Credits (37,5 Cent), ein Video 300 Credits (1,50 Euro) und eine Sprachnachricht 15 Credits (7,5 Cent) an, in Zone 3 (u.a. Kanada, Mexiko, Indien und Südafrika) sind es 150, 600 bzw. 30 Credits, also 75, 300 bzw. 15 Cent und in der teuersten Zone 4 (u.a. Karibik) 200, 800 und 40 Credits und somit 100, 400 bzw. 20 Cent.

Versendet werden sollen die SIM-Karten ab Ende Februar. Der Versand schlägt mit 5 Euro, die SIM-Karte mit 5 bis 10 Euro (je nach Land) und eine mögliche Erstaufladung noch einmal mit 5 Euro zu Buche.

Technische Umsetzung unklar

Es bleibt unklar, wie WhatSIM erkennen will, welche Inhalte per WhatsApp übertragen werden. Möglich scheint eine Auswertung des Datenvolumens, da der Anbieter in einer Definition davon ausgeht, dass Videos und Sprachnachrichten maximal 10 Sekunden lang sind. Bei längeren Aufnahmen soll die doppelte Berechnung erfolgen. Auch ist unklar, ob die SIM nur mit der zur SIM gehörenden Nummer funktioniert oder auch bestehende WhatsApp-Accounts - etwa in Dual-SIM-Handys - genutzt werden können.

Zumindest verspricht WhatSIM in seiner englischsprachigen Pressemitteilung, dass Gebühren für einen WhatsApp-Account ab dem zweiten Jahr als Credits erstattet werden sollen. Das spricht gegen eine Nutzung von bestehenden Accounts. Sollte dieses doch möglich sein, so wäre WhatSIM für Globetrotter eine interessante Dual-SIM-Handy-Ergänzung. Ob WhatSIM in Absprache oder gar als Kooperation mit WhatsApp operiert, ist unklar. Gerade heute war WhatsApp erst gegen die Drittanbieter-App WhatsApp Plus vorgegangen und hatte deren Nutzer gesperrt.

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