Push-to-Talk

WhatsApp als Walkie-Talkie: Neue Messaging-Funktion im Test

Gute Sprachqualität, zuverlässige Übermittlung der Nachrichten
AAA

Wie berichtet hat der Smartphone-Messenger WhatsApp am Mittwoch eine neue Funktion eingeführt. Push-to-Talk, wie sich das neue Feature nennt, wurde ursprünglich vor acht Jahren von der Deutschen Telekom eingeführt, später aber wieder aufgegeben, nachdem die Nutzer das Tarifmodell nicht angenommen hatten. Nun hat WhatsApp den Push-to-Talk-Dienst in seinen Messenger integriert.

Der Service wurde parallel für alle Smartphone-Plattformen eingeführt. Dabei war kein Update der jeweiligen WhatsApp-Applikation erforderlich. Offenbar hatte der Anbieter das Feature schon lange in der Software implementiert, aber für die Kunden nicht freigeschaltet. So war gestern auch zu beobachten, dass Push-to-Talk nicht für alle Interessenten gleichzeitig zur Verfügung stand, sondern sukzessive freigeschaltet wurde. Dabei machte es keinen Unterschied, welches Smartphone bzw. welches Betriebssystem verwendet wurde.

Push-to-Talk mit WhatsAppPush-to-Talk mit WhatsApp Wir konnten gestern Vormittag bereits mit einem Blackberry Q10, mit einem HTC One und einem Google Nexus 4 den kostenlosen Service nutzen, während es mit einem zweiten Nexus 4 noch nicht funktioniert hat. Auch ein zweiter HTC-One-Besitzer fand das Mikrofon-Symbol noch nicht neben dem Texteingabefeld im Chat-Menü. Ebenso konnten wir den Dienst am Nokia Lumia 920 noch nicht nutzen.

Sukzessive Aktivierung sorgte für Verwirrung und Probleme

Ärgerlich war die sukzessive Freischaltung für iPhone-Nutzer. Wer nämlich einem Apple-Smartphone-Besitzer eine Sprachnachricht geschickt hatte, als dieser noch nicht freigeschaltet war, konnte die eingegangene Mitteilung nicht abgehört werden. Inzwischen sollten aber alle Nutzer von WhatsApp das Mikrofon-Symbol im Menü finden.

Schon bisher gab es die Möglichkeit, Sprachnotizen in Form von anhängenden Dateien per WhatsApp auszuschauen. Die neue Push-to-Talk-Funktion sorgt aber in vielen Fällen für eine deutlich bessere Sprachqualität. Klingt eine "herkömmliche" Sprachnachricht, die mit einem Alcatel One Touch 997D aufgezeichnet wurde, vergleichsweise schlecht, so ist der Sound über Push-to-Talk deutlich besser.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten auf verschiedenen Plattformen

Medien-Empfang unter Android abschaltbarMedien-Empfang unter Android abschaltbar Herkömmliche Sprachnachrichten waren bei WhatsApp bislang auf maximal zwei Minuten begrenzt. Android-Nutzer konnten dieses Limit umgehen, indem sie den zum Betriebssystem gehörenden Sprachrecorder für die Aufzeichnung verwendet haben. Bei Blackberry 10 ließen sich die Sprachnachrichten bislang generell nur mit einer externen Software erstellen. Zur Aufzeichnung musste der Nutzer WhatsApp verlassen, um auf diesem Weg eine Mitteilung aufzuzeichnen, die im Gegensatz zu iPhone und Windows Phone ebenfalls keine zeitliche Begrenzung hat.

Bei Push-to-Talk gibt es dagegen die Zwei-Minuten-Grenze für den Nachrichtenversand derzeit ausschließlich bei Android. Wer mit einem HTC One, einem Samsung Galaxy S4 oder einem Google Nexus 4 eine längere Message versenden möchte, muss diese aufteilen. Im Test gab es die zeitgliche Beschränkung aber beim iPhone 5, beim Nokia Lumia 920 und beim Blackberry Q10 nicht.

Push-to-Talk funktioniert gut und sorgt für höheren Daten-Traffic

Insgesamt hinterlässt WhatsApp als Walkie-Talkie einen guten Eindruck. Die Bedienung erfolgt intuitiv, der Service funktioniert reibungslos - sowohl in Einzel-Chats als auch in Gruppen. Bei der Nutzung gilt es allerdings, das für die Übermittlung der Sprachnachrichten anfallende Datenkontingent zu beachten. Eine Zwei-Minuten-Nachricht kann gut und gerne rund 500 kB groß sein. Kleinere Smartphone-Tarife können so schnell an ihre Grenzen stoßen.

Besonders problematisch ist die Nutzung im Ausland, wo Roaming-Gebühren anfallen. Die Android-App von WhatsApp sieht die Möglichkeit vor, den automatischen Download von Medien-Inhalten im Roaming abzuschalten. Unter iOS, Windows Phone und Blackberry 10 haben wir diesen Menüpunkt aber vergeblich gesucht.

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