WhatsApp-Messenger wird offenbar kostenpflichtig
19.11.2012 18:23
Erste Android-Nutzer wurden zur Abo-Verlängerung aufgefordert
Von
 WhatsApp wird kostenpflichtig
Der beliebte Smartphone-Messenger WhatsApp wird offenbar
kostenpflichtig. Bereits in unserem Themen-Spezial zu Messaging-Apps
informierten wir über einen Einzelfall, bei dem der Dienst künftig nur noch gegen
Entgelt nutzbar sein soll. Nun gibt es weitere Nutzer, die zum Abschluss eines
Abonnements aufgefordert wurden.
Betroffen sind derzeit offenbar ausschließlich WhatsApp-Nutzer, die ein Smartphone
verwenden, das auf dem Android-Betriebssystem von Google
basiert. Hier soll die Verlängerung der Nutzungszeit um ein Jahr 99 US-Cent
kosten. Das wären umgerechnet etwa 78 Euro-Cent.
WhatsApp informiert die betroffenen Kunden in einer Mitteilung, dass der kostenlose
Nutzungszeitraum in den nächsten 14 Tagen endet. Zugleich bekommen die Anwender
einen Link übermittelt, über den sich das 99-Cent-Abo für ein Jahr abschließen lassen
soll. Dieser Link führt in den Google Play Store,
so sich der Nutzungszeitraum in der Tat entsprechend verlängern lässt.
Nutzer: "Kostenloses Abo trotz Zahlungsaufforderung verlängert worden"
Im Forum des Onlineportals Mobiflip meldeten sich allerdings Nutzer zu Wort, die berichten,
ebenfalls zur Zahlung aufgefordert worden zu sein. Schlussendlich sei das kostenlose
Abonnement dann dennoch verlängert worden. Der Hintergrund hierfür ist unklar.
iPhone-Nutzer müssen WhatsApp schon beim erstmaligen
Herunterladen aus dem AppStore von Apple bezahlen. Lediglich im Rahmen von Aktionen
wird der Download kostenlos angeboten. Zu Abo-Preisen auf der iOS-Plattform hat
WhatsApp bislang keine Informationen veröffentlicht.
Wer den Smartphone-Messenger dagegen auf einem Android-Smartphone, einem
Blackberry, einem
Windows Phone oder einem
Symbian-Handy installiert, kann
die App zunächst kostenlos herunterladen. Dabei erhalten die Anwender auch die
Information, das Angebot sei für ein Jahr kostenlos.
Festlegung des Abo-Zeitraum zum Teil nicht transparent
Bislang haben sich die kostenlosen Zugänge für alle Kunden immer wieder automatisch
um ein Jahr verlängert. In vielen Fällen erfolgte sogar eine Verlängerung um einen
sehr langen Zeitraum. So wird uns auf einem Blackberry Bold 9790 beispielsweise
angezeigt, der Account sei bis zum 9. August 2022 bezahlt, obwohl noch nie
eine Zahlung geleistet wurde.
Unklar ist auch noch, was geschieht, wenn ein Nutzer WhatsApp mit dem iPhone gekauft
hat und später zu Android wechselt. Bleibt der Account bis auf weiteres kostenlos
oder wird die Jahresgebühr berechnet, die WhatsApp offenbar gerade einführt. Ebenso
offen ist die Frage, wie ein Kunde das Abo zahlt, wenn er von Android zum iPhone
wechselt und im Apple AppStore keine WhatsApp-Abonnements vorgesehen sind.
Auch wenn es zumindest für einige Kunden jetzt offenbar noch möglich ist, die Kosten
zu umgehen, arbeitet WhatsApp ganz offenbar daran, seinen Dienst künftig nur noch
gegen ein - wenn auch sehr geringes - Entgelt anzubieten. Das ist durchaus
verständlich, zumal für den Betrieb der Infrastruktur zum Betrieb der Plattform
naturgemäß auch Kosten anfallen.
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