Betrugsversuch

Nicht klicken: WhatsApp Call provoziert erste Spam-Mails

WhatsApp Call für Telefonate ist noch gar nicht freigeschaltet, schon nutzen erste Spammer die Vorfreude der Nutzer schamlos aus. Akute Spam-Mails suggerieren eine gespeicherte Sprachnachricht, führen aber zu Schadsoftware. Doch Mitdenken hilft.
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Nicht klicken: WhatsApp Call provoziert erste Spam-MailsNicht klicken: WhatsApp Call provoziert erste Spam-Mails Die neue Telefonie-Funktion von WhatsApp ist noch nicht einmal auf breiter Basis eingeführt, schon lockt sie Spammer und Kriminelle an, die mit dem Hype um das neue Feature ihre dubiosen Geschäfte machen wollen. Mit ein wenig Aufmerksamkeit können Nutzer die Mail aber ganz leicht enttarnen.

Vor wenigen Tagen hatten wir darüber berichtet, wie einzelne Nutzer mit einem Trick WhatsApp Call zumindest temporär freischalten konnten. Wirkliche Telefonate kommen damit aber noch nicht zustande und die beschriebene Bastellösung ist auch eher als Spielerei zu verstehen. Offiziell müssen Nutzer darauf warten, dass WhatsApp die Funktion sowohl in der App als auch in technischer Hinsicht freischaltet.

Vorgebliche Sprachnachricht bewirkt Installation von Schadsoftware

Nichtsdestotrotz machen sich erste Kriminelle die Erwartung der WhatsApp-Nutzer bereits zunutze und versenden Spam-Mitteilungen, die suggerieren, dass die Funktion bereits aktiv ist. mimikama.at berichtet über Mails, die optisch recht offiziell aussehen und den Hinweis enthalten "WhatsApp: You have a new voicemail."

Die Spammer täuschen also vor, dass WhatsApp zusätzlich zur Telefonie gleich einen Anrufbeantworter eingeführt hat, auf dem sich WhatsApp-Nutzer gegenseitig Sprachnachrichten bei Abwesenheit hinterlassen können. Nun soll der Anwender zum Abhören auf einen WhatsApp-grünen Button in der Mail drücken, auf dem entweder "Listen" oder "Play" steht.

Allerdings hört der Nutzer dann keine Sprachnachricht, sondern wird auf eine russischsprachige Seite umgeleitet. Viele Browser erkennen diese sofort als Betrugsversuch und zeigen dies an. Auf der Seite werden beispielsweise Viagra oder Fälschungen davon zum Kauf angeboten. Die Experten von hoax-slayer.com haben analysiert, was dann passiert: Die Seite versucht, auf dem System des Anwenders eine Schadsoftware zu installieren. Dies funktioniert unter Windows, Android und iOS, aber nicht unter Mac OS X. Unter Android sind beispielsweise Dialer-Programme installiert worden, die teure Premium-Nummern anwählen. Die Infiltration von iOS gelingt nur, wenn das iPhone per Jailbreak "geöffnet" ist.

Mitdenken hilft: WhatsApp verschickt keine E-Mails

Kein Problem bekommt, wer die Mail sofort löscht, nicht auf den grünen Button klickt und auch ansonsten sein Gehirnschmalz aktiviert: Denn WhatsApp verschickt keine E-Mails an seine Anwender, weil der Dienst - offiziell zumindest - gar keine Mailadressen seiner Nutzer hat. Für die Registrierung bei WhatsApp wird lediglich die Handynummer verwendet.

Falls WhatsApp tatsächlich einen Anrufbeantworter für seinen Telefonie-Service anbieten würde, wäre es im übrigen das natürlichste von der Welt, die Nutzer über verpasste Anrufe per WhatsApp-Textnachricht zu informieren. Die bereits aktive Funktion für Sprachnachrichten zeigt der Messenger auch innerhalb des Nachrichtenfensters an.

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