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T-Mobile nutzt UMTS-Femtozellen nur für sich selbst
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| Mobilfunkanbieter ließen bislang Ankündigungen keine Taten folgen |
22.11.2009 17:01 |
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Die Idee, mit einer UMTS-Basisstation im Kleinformat die
3G-Funkversorgung in Bereichen mit schlechter und nicht vorhandener Netzabdeckung zu ermöglichen
bzw. in Mobilfunk-versorgten Gebieten die Kapazität zu erweitern, ist nicht neu. Bereits im
vergangenen Jahr hat T-Mobile als einer der ersten Mobilfunkanbieter in
Deutschland die Technik getestet und bei ausgewählten Kunden eine
Femtozelle installiert. Das Gerät, in Größe und Aussehen einem WLAN-Router
ähnlich, wird mit einem DSL-Modem verbunden, der
DSL-Anschluss sorgt dann für die leistungsbasierte Verbindung zum Core Network des
Mobilfunknetzes. Im Praxistest sind allerdings
noch ein paar Probleme aufgetreten. So war beispielsweise die Übergabe von Telefonaten vom
eigenen UMTS-Netz in das normale GSM-/UMTS-Netz nicht möglich.
Mobilfunker: "Nachfrage ist zu gering"

Seit den Tests ist es in Deutschland zum Thema Femtozelle wieder ruhiger geworden. "Wir beobachten den
Markt weiterhin mit großem Interesse", bestätigt T-Mobile-Sprecher Dirk Wende auf Anfrage von teltarif.de.
Aktuell gebe es hierzulande kein kommerzielles Angebot. Ein Grund dafür sei eine zu geringe Nachfrage.
"Innerhalb des Unternehmens wird die Technik aber bereits erfolgreich eingesetzt", sagt Wende. Demnach
hat der Bonner Konzern einige seiner Telekom-Shops aufgrund ihres Standortes
mit einer UMTS-Femtozelle ausgestattet, um innerhalb der Geschäfte eine entsprechend gute Netzversorgung
zu gewährleisten. Dabei handelt es sich allerdings um spezielle Inhouse-Lösungen, die nicht für den
Einsatz auf dem breiten Markt gedacht sind.
Zurückhaltend gibt sich auch der Mobilfunkanbieter o2. "Innerhalb der
Unternehmensgruppe beschäftigen wir uns schon länger mit dem Thema", sagt Pressesprecher Albert Fetsch.
Da der Markt dafür aber noch in der Entstehung sei, gebe es von o2 derzeit keine Angebote.
Vodafone setzt auf UMTS-Nachfolger LTE

 Mobilfunknutzung zu Hause Foto: Vodafone
Konkreter wird das Thema Femtozelle dagegen bei Vodafone "Wir sind in Spanien und Großbritannien bereits
seit einigen Monaten mit einem entsprechenden Angebot auf dem Markt vertreten",
betont Dirk Ellenbeck. In Deutschland gibt es laut Unternehmenssprecher aktuell aber keine Pläne, da der
technische Fokus des Unternehmens derzeit bei der Entwicklung des UMTS-Nachfolgers
LTE liegt.
Und genau das dürfte der springende Punkt sein, warum sich auch die anderen Mobilfunkbetreiber bei der
Einführung von UMTS-Femtozellen hierzulande so zurückhalten und ihr Augenmerk lieber auf das kommende
4G-Netz legen. Die Vorteile liegen jedenfalls klar auf der Hand. Demnach ist es mit LTE unter anderem
möglich, schnelle Datenübertragungsraten von 100 MBit/s und mehr zu realisieren. Zudem soll die
Anfälligkeit für Störungen laut Expertenmeinungen in diesem Fall deutlich geringer ausfallen als bei
der aktuellen UMTS-Technik. Die anfangs beschriebenen Probleme bei der Übergabe von Telefonaten zwischen
Femtozelle und dem normalen GSM-/UMTS-Netz dürften dann der Vergangenheit angehören.
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Ausblick

Ob sich Femtozellen mit der Verfügbarkeit von LTE hierzulande besser vermarkten lassen, lässt sich
nur schwer abschätzen. Fest steht, dass die Nutzung von mobilen Datendiensten per Smartphone,
Netbook oder Notebook in den nächsten Jahren noch deutlich zunehmen wird
und somit der Bedarf nach einer optimierten Netzinfrastruktur steigt. Für diejenigen, die auch in
weniger gut ausgebauten Gebieten auf die moderne LTE-Technik zugreifen möchten, kann die Femtozelle
eine interessante Lösung sein.
Aufgrund der zu erwartenden hohen Kosten sowohl für das Gerät als auch für den schnellen
Breitband-Internet-Anschluss dürfte sich das Angebot aber in
erster Linie an das gewerbliche Umfeld richten. Allerdings können sich bei den meisten auf dem
Markt erhältlichen Femtozellen-Lösungen nur vergleichsweise wenige mobile Endgeräte einbuchen.
Für Kunden, die komplett auf Mobilfunk umsteigen und den bisherigen DSL-Festnetzanschluss
endlich kündigen wollen, bietet der Betrieb einer eigenen Femtozelle keine Alternative, da hier
wie bereits erwähnt ein schneller Breitbandzugang vorhanden sein muss. Zudem dürfte die Frage
im Raum stehen, mit welchen zusätzlichen Kosten - beispielsweise für die Nutzung von
Datendiensten - die Femtozellen-Lösung verbunden ist.
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Michael Friedrichs
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