Warnsystem

Katastrophen-App: NRW startet heute Test

Die Bevölkerung soll künftig per Smartphone vor Gefahren gewarnt werden - in Nordrhein-Westfalen startet heute ein entsprechender Test mit einer Katastrophen-App.
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Das modulare Warnsystem des Bundesamts für Bevölkerungshilfe und KatastrophenschutzDas modulare Warnsystem des Bundesamts für Bevölkerungshilfe und Katastrophenschutz In Nordrhein-Westfalen gibt es ab heute Tests mit einer Katastrophen-App für Smartphones. Die App für iOS und Android soll künftig Bürger in ganz Deutschland per Eilmeldung vor Hochwasser, Großbränden, giftigen Rauchwolken, Bombenentschärfungen oder anderen Gefahren warnen. Nach Angaben des Bundesamts für Bevölkerungshilfe und Katastrophenschutz (BBK, Bonn) werden die bundesweit einzigen Pilot-Versuche bei den Feuerwehrleitstellen in Düsseldorf und Gütersloh aufgesetzt. Dort soll die App zwei Wochen lang mit rund 200 Testpersonen erprobt werden, bevor das System allen Bundesbürgern zur Verfügung gestellt wird.

Bislang lagen die Sendestellen für zentrale Warnungen nur bei den Innenministerien von Bund und Ländern sowie dem BBK. Abgesetzt wurden sie an Rundfunkanstalten, Internetanbieter, Presse-Agenturen und Paging-Dienste. Künftig sollen die Bürger ohne den Umweg über Medien direkt über Gefahren in ihrer Nähe informiert werden. NRW will nach erfolgreichen Tests alle Leitstellen mit der Technik ausstatten.

App gibt Verhaltenstipps

Anders als bei einer Warnung über Sirenen erfahre der Bürger über sein Smartphone direkt den Anlass für den Alarm und erhalte Verhaltensregeln, sagte ein Sprecher des NRW-Innenministeriums der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. Ein Sprecher der Feuerwehrleitstelle des Landeshauptstadt sieht das satellitengestützte Warnsystem als einen weiteren Baustein der Gefahrenabwehr. Es gehe darum, möglichst viele Menschen auf unterschiedlichsten Wegen zu erreichen.

Als Folge der politischen Entspannungen Ende der 1980er Jahre wurden die Einrichtungen der bisherigen Warndienste in beiden deutschen Staaten ersatzlos aufgegeben. Die teuren Zivilschutz- Alarmierungssysteme wurden Ende 1992 außer Betrieb genommen.

Von den ehemaligen ZS-Sirenen wurden etwa 40 000 Sirenen von den Gemeinden übernommen und bis heute weiterhin lokal für Zwecke des Brandschutzes und Katastrophenschutzes auf Kosten der Gemeinden weiterbetrieben, ein großer Teil der Sirenen wurde abgebaut.

Bund und Länder einigten sich darauf, bei Großschadenslagen, Katastrophen und im Verteidigungsfall den Rundfunk als Hauptwarnmittel einzusetzen. Mit der zunehmenden Verbreitung von Smartphones ist es natürlich sinnvoll, auch per App vor Gefahren zu warnen.

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