Ende-zu-Ende

Telekom kündigt Volks­verschlüsselung an

Zusammen mit dem Fraunhofer SIT startet die Telekom im kommenden Jahr mit der sogenannten Volksverschlüsselung. E-Mails werden dabei Ende-zu-Ende verschlüsselt.
AAA
Teilen (30)

Nutzer können noch im ersten Halbjahr 2016 den neuen Dienst kostenfrei verwendenNutzer können noch im ersten Halbjahr 2016 den neuen Dienst kostenfrei verwenden Auf dem heutigen IT-Gipfel in Berlin hat die Telekom eine neue Lösung für die Verschlüsselung von E-Mails unter dem Namen "Volksverschlüsselung" vorgestellt. Diese wird vom Frauenhofer Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) entwickelt.

Nachdem heute bereits 1&1 die Zahlen zur Nutzung seiner PGP-Verschlüsselung bei Web.de und GMX vorgestellt hatte (wir berichteten), nutzt die Telekom den nationalen IT-Gipfel in Berlin, um seinen neuen Service zur Verschlüsselung von E-Mails vorzustellen. Nutzer sollen die sogenannte Volksverschlüsselung bereits im ersten Halbjahr 2016 nutzen können. Dabei soll die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung über den Standard S/MIME (Secure/Multipurpose Internet Mail Extensions) zusammen mit dem X.509-Zertifikat realisiert werden. Durch die Verwendung von S/MIME möchte der Anbieter erreichen, dass sich die Integration der Volksverschlüsselung in gängige E-Mail-Clients (etwa Outlook oder Thunderbird) problemlos gestaltet.

Software ist zunächst nur für Windows verfügbar

Auf die Frage nach der Einbindung in Web-Mail-Programm, möchte sich der Anbieter auf seiner FAQ-Seite nicht klar äußern. Die Integration sei anbieterabhängig, allerdings sei eine enge Zusammenarbeit mit den Dienstanbietern vom Fraunhofer SIT angestrebt. Bislang soll es nur eine Softwareversion für Windows geben. Allerdings seien Varianten für Mac OS X, Linux, iOS und Android geplant. Somit werden Nutzer die verschlüsselten Mails künftig auch unterwegs nutzen können. Zudem soll es später auch möglich sein, auf den OpenPGP-Standard für die Verschlüsselung zurückzugreifen. Für Privatkunden soll für die Nutzung von der Volksverschlüsselung keinerlei Gebühren anfallen. Für Firmenkunden soll das Angebot hingegen kostenpflichtig sein.

So soll die Verschlüsselung ablaufen

Nutzer müssen die Software für Windows auf ihrem PC installieren. Anschließend erzeugt diese auf dem Rechner einen kryptografischen Schlüssel, mit denen sich E-Mails und Daten verschlüsseln und signieren lassen. Nachdem sich der Nutzer erfolgreich via Telekom-Login oder dem elektronischen Personalausweis authentifiziert hat, sollen "bei der Zertifizierungsstelle der Volksverschlüsselung digitale Zertifikate für Verschlüsselung, Authentisierung und Signatur erzeugt" werden. Anschließend soll die Software nach E-Mail-Programmen, Browsern und anderen Anwendungen suchen, die Kryptografie nutzen können. Abschließend können Anwender etwa mit Thunderbird und Outlook verschlüsselt E-Mails verschicken können.

Um mögliche Schwachstellen in dem Programmcode schnell auszumachen, werden Interessenten freie Einsicht in den Source Code erhalten. Übrigens soll der neue Verschlüsselungsdienst die De-Mail nicht ersetzten, sondern das bestehende Angebot wird Kunden auch weiterhin zur Verfügung stehen.

In einem weiteren Artikel sind wir auf die Verbreitung von PGP-Mailing bei Web.de und GMX eingegangen.

Teilen (30)

Mehr zum Thema Sicherheit