Netzausbau

Vodafone: "Wieder auf Augenhöhe mit der Telekom"

Vodafone-Deutschland-Chef Jens Schulte-Bockum sieht sein Unternehmen in Sachen Netzqualität wieder auf Augenhöhe mit der Telekom. Die Stimmung im Unternehmen sei so gut wie seit Jahren nicht mehr.
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Vodafone-Deutschland-Chef Jens Schulte-BockumVodafone-Deutschland-Chef Jens Schulte-Bockum Vodafone-Deutschland-Chef Jens Schulte-Bockum sieht seinen Konzern wieder auf Kurs. Die Stimmung im Unternehmen sei so gut wie seit vier Jahren nicht mehr, sagte er dem Handelsblatt. Vodafone habe bei der Netzqualität aufgeholt: "Wir werden in einem Jahr ein vollmodernisiertes Netz und über 90 Prozent LTE-Abdeckung haben. Wir sind wieder auf Augenhöhe mit der Telekom."

Der große Mobilfunk-Netztest des Magazins Connect, der Anfang Dezember erschien, zeigte, dass Vodafone in Sachen Netzqualität tatsächlich aufholen konnte - mit dem besten Testergebnis seit dem Jahr 2010 konnte Vodafone als einziger Betreiber in dem Test Ergebnispunkte hinzugewinnen. Vodafone melde sich mit einer "rundum guten Performance im Kampf um die anspruchsvolle Kundschaft zurück" hießt es.

Vodafone hatte im vergangenen Jahr ein großes Ausbau-Programm aufgelegt, um die Versäumnisse aus den Jahren zuvor auszubügeln und das Netz zukunftsfähig zu machen. Auf der CeBIT vergangenen Jahres verkündete Schulte-Bockum, dass Vodafone binnen zwei Jahren das modernste Mobilfunknetz Deutschlands haben werde.

Konsolidierung erwünscht

Der Vodafone-Chef setzt zudem auf eine Konsolidierung der Branche. Das "Klein-Klein auf Unternehmensebene" müsse überwunden werden, auch um gegenüber US-Konzernen bestehen zu können. Probleme wegen möglicher Einwände des Bundeskartellamts sieht er gelassen: "Das ist eine Frage der Zuständigkeit. Es hat sich einiges geändert. Heute werden große Konsolidierungen in der Telekommunikationsbranche auf europäischer Ebene entschieden." Dafür gäbe es Präzedenzfälle, etwa in den Niederlanden. "Die europäische Sichtweise ist entspannter." Zum möglichen Kauf des Kabelanbieters Unitymedia Kabel BW sagte Schulte-Bockum: "Wir haben keine akuten Pläne. Aber in der Tat: Ein weiterer nationaler Festnetzanbieter täte dem deutschen Markt sehr gut."

Kritisch äußerte sich der Vodafone-Deutschlandchef zu der Tatsache, dass der Bund nach wie vor Großaktionär bei der Telekom ist: "Die Telekom verfügt über ein Netz, das von unseren Großeltern finanziert worden ist und ihr jetzt einen Ausbauvorteil verschafft. Und: Der Bund hat als Großaktionär einen glasklaren Interessenkonflikt. Es ist unverständlich, warum er die Anteile an der Telekom langfristig halten sollte. Die Aktie steht gut da, ich kann Herrn Schäuble nur raten, den Cashout zu machen."

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