Handelsblatt: Vodafone sagt kleineren Mitbewerbern den Kampf an
10.02.2013 17:38
Vodafone-Chef Schulte-Bockum setzt vor allem auf mobiles Internet
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 Vodafone setzt auf LTE
Vodafone will nicht länger tatenlos dem Vormarsch der
Billig-Konkurrenz von E-Plus und o2
zusehen. "Wir wollen Marktanteile von den kleineren Anbietern holen", sagte der
Deutschland-Chef des britischen Mobilfunkkonzerns dem Handelsblatt, Jens
Schulte-Bockum. Zu lange habe man sich damit abgefunden, dass "Marge und
Marktanteile schrumpfen und die Kleinen immer größer werden."
Noch Ende der 90er-Jahre hatten Vodafone aber auch die Deutsche Telekom
Anteile am deutschen Mobilfunkmarkt von gut 40 Prozent, wie das Handelsblatt
weiter berichtet. Doch mit aggressiven Preisen und attraktiven
Flatrate-Angeboten konnten E-Plus und
o2 mehr und mehr Kunden auf ihre Seite ziehen. Der Marktanteil der beiden
Platzhirsche betrug zuletzt nur noch gut 30 Prozent. Auch die operative
Rendite (Ebitda) geriet dem Bericht zufolge wegen der anhaltenden Preiskämpfe
unter Druck.
Vodafone setzt auf mobiles Internet
Der seit Oktober 2012 amtierende Schulte-Bockum setzt seine Hoffnungen
dem Handelsblatt-Bericht zufolge weniger auf neue Preisrunden als das
mobile Internet. Mit Schnelligkeit,
besserem Service und Netzqualität wolle Vodafone Kunden zurückgewinnen.
Hintergrund ist der explodierende Datentransport von Bild-, Video- oder
Musikdateien, ausgelöst durch Millionen verkaufter Smartphones und
Tablets.
Der Schlüssel ist für Schulte-Bockum dabei der Ausbau des
LTE-Mobilfunknetzes, das mobile Datenübertragungs
mit derzeit bis zu 100 MBit/s ermöglicht. Darin investieren Vodafone
aber auch die Deutsche Telekom Milliarden Euro. E-Plus will dagegen erst im
Laufe des Jahres seinen Kunden LTE in großen Städten anbieten und auch o2
hinkt beim Netzausbau hinterher und ist erst in vier Ballungszentren offiziell
gestartet.
Hochwertiges Smartphone und zweitklassiges Netz widersprechen sich
Schulte-Bockum sieht laut Handelsblatt in der immer weiter verbreiteten
mobilen Internet-Nutzug die Chance, sich von der lästigen Konkurrenz abzusetzen.
"Ich glaube nicht, dass sich ein Kunde mit einem hochwertigen Smartphone für
ein zweitklassiges Netz entscheiden wird", so der Vodafone-Chef.
Viele Verbraucher seien sogar bereit, für ein superschnelles und sicheres
Netz einen Premiumaufschlag zu zahlen, glaubt Schulte-Bockum. So ist die
LTE-Nutzung beim zweitgrößten deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber nach wie
vor nicht in allen Verträgen automatisch möglich. Je nach Tarif kann der
Dienst erst gar nicht oder nur gegen Aufpreis gebucht werden. Die
Differenzierung zwischen den Anbietern werde sich - so der Vodafone-Chef - über
den Transport von Datenpaketen entscheiden. "Wir werden noch zehn Jahre
lang die Unterschiede sehen und zwar deutlich", glaubt er.
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