Interview

Vodafone-Chef: Ab 2016 LTE mit 750 MBit/s geplant

Vodafone will die Geschwindigkeit von LTE deutlich erhöhen - schon im kommenden Jahr. 5G wird jedoch noch auf sich warten lassen. Das sagte Vodafone-Chef Ametsreiter in einem Interview mit der Bild am Sonntag.
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Vodafone blickt in die ZukunftVodafone blickt in die Zukunft Vodafone will schon 2016 LTE mit zunächst 500 MBit/s, später dann mit 750 MBit/s anbieten. Das sagte der neue Vodafone-Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter in einem heute veröffentlichten Interview mit der Bild am Sonntag. Mit der Einführung von 5G rechnet er nicht vor 2020. Gleichzeitig übte er in dem kurzen Interview Kritik an der jüngsten VDSL-Vectoring-Entscheidung der Bundesnetzagentur.

5G sei noch nicht abschießend als Standard definiert. Daher werde man echtes 5G erst um das Jahr 2020 herum im Markt sehen. Vodafone will aber mit einem Zwischenstandard, den Ametsreiter als 4,5G bezeichnete, als erster in Deutschland die Gigabitmarke knacken. Nach Angaben von Vodafone testet der Anbieter schon heute zusammen mit Huawei am Vodafone-Campus in Düsseldorf den ersten 4,5G Prototypen Europas. Mitte 2016 will das Unternehmen diesbezüglich die ersten Feldtests machen, 2017 in den Live-Betrieb gehen und den Kunden dann 1,2 GBit/s bieten. LTE soll sich bis dahin auch auf die bereits erwähnten 750 MBit/s beschleunigen - an ausgewählten Standorten, wie der Vodafone-Chef sagte. Er räumte aber auch ein, dass die heutigen Handys das noch nicht unterstützen können. Die Zukunft von Vodafone sieht er als Gigabit-Anbieter.

"Wer in DSL investiert, investiert in die Vergangenheit"

Ametsreiter kritisierte in der Bild am Sonntag den Konsultationsentwurf der Bundesnetzagentur zum VDSL Vectoring im Nahbereich scharf. "Hier wird gerade die größte Remonopolisierung geprobt, die der deutsche Markt je gesehen hat", sagte er. Die Telekom bekäme dem Entwurf zufolge in den meisten der knapp 7900 Vermittlungsstellen-Nahbereiche ein Monopol für VDSL Vectoring. Amtesreiter versteht den Schritt, auf Kupfer zu setzen, wenn man DSL weiter ausbauen wolle. Für Deutschlands Zukunft sei das aber ein "Riesenfehler". "Wer heute noch Geld in DSL steckt, investert in die Vergangenheit." Vodafone hat im Festnetz den Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland übernommen und integriert diesen in sein Netz.

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