Gedankenspiele

Vodafone-Frequenzen: Mit LTE wären 1,7 GBit/s möglich

Diverse Voraussetzungen müssten jedoch erfüllt sein - wir sagen, welche. Doch auch in den kommenden Monaten soll die Datenrate schon erhöht werden.
AAA
Teilen

Aktuell kann Vodafone in seinem Netz per LTE technisch maximal 225 MBit/s anbieten. Genutzt werden dazu die Frequenzen um 800 MHz, die 75 MBit/s liefern können, sowie Frequenzen um 2600 MHz mit weiteren 150 MBit/s. Schon bald sollen aber Frequenzen um 1800 MHz hinzukommen, so dass 375 MBit/s möglich sind. Theoretisch könnte Vodafone mit allen Frequenzen, die das Unternehmen ab kommendem Jahr nutzen darf, bis zu 1,7 GBit/s per LTE übertragen. Dazu sind jedoch einige Voraussetzungen notwendig.

Über eine Voraussetzung, die Vodafone offenbar umsetzen will, hatten wir bereits berichtet: Das Frequenzband um 1800 MHz müsste bei Vodafone für LTE geräumt werden. GSM würde dann nur noch um 900 MHz angeboten. Allerdings sind bei Vodafone aktuell ohnehin nur 5,4 MHz Frequenzspektrum in diesem Bereich im Einsatz. Ein breiteres Spektrum kann der Anbieter erst zum Jahreswechsel einsetzen, wenn die bei der Frequenzauktion im vergangenen Jahr ersteigerten Frequenzen genutzt werden können. Hier wird Vodafone auf den ersteigerten 25 MHz in diesem Frequenzband LTE einsetzen. Das bringt dem Anbieter eine zusätzliche Downstream-Performance von 150 MBit/s sowie weiteren 37,5 MBit/s für kleine Zellen.

MIMO und andere Modulation könnten aufs Tempo drücken

Gedankenspiele zum LTE-Speed bei VodafoneGedankenspiele zum LTE-Speed bei Vodafone Langfristig könnten sich diese Datenraten jedoch noch deutlich erhöhen, indem MIMO und eine andere Modulation eingesetzt wird. Dann wären mit 4x4 MIMO bei LTE CAT15 insgesamt 500 MBit/s alleine im 1800-MHz-Band möglich.

Doch Vodafone hat noch weitaus mehr Frequenzbereiche. Derzeit werden die Frequenzen um 800 MHz (LTE mit 75 MBit/s), 900 MHz (GSM), 2100 MHz (UMTS mit 42,2 MBit/s) und 2600 MHZ (LTE mit bis zu 150 MBit/s) genutzt. Mit MIMO und Modulationsänderungen käme Vodafone nach eigenen Berechnungen im 800er-Band auf 200 MBit/s, im 2600er-Band auf 400 MBit/s. GSM 900 soll langfristig bleiben.

UMTS-Abschaltung wäre Voraussetzung

Allerdings könnte es mittelfristig offenbar UMTS "an den Kragen gehen". Aus als "vertraulich" gekennzeichneten Unterlagen geht das Gedankenspiel "Shut down 3G" jedenfalls hervor. Aus Vodafone-Kreisen ist zu hören, dass man sich mittelfristig anschauen werde, wo UMTS noch signifikant genutzt wird und wo man stattdessen auf den Frequenzen LTE realisieren könnte. Im fraglichen 2100-MHz-Band ließen sich laut Vodafone weitere 300 MBit/s realisieren.

Noch gar nicht genutzt werden die Frequenzen um 700 MHz (jüngst ersteigert und noch von DVB-T belegt) sowie 1500 MHz. Beide setzen voraus, dass die Nutzer entsprechende Endgeräte für diese Frequenzen haben. Vereinzelt tauchen zumindest für das 700-MHz-Band entsprechende Geräte auf. Das 1500-MHz-Band hingegen wird noch nicht unterstützt - dabei wären die Frequenzen sofort frei. Ob und wann Geräte kommen, bleibt offen. Vodafone will die Frequenzen dieses Jahr jedenfalls noch nicht zum Einsatz bringen, war zu erfahren. Sie würden weitere 400 MBit/s im Downstream bringen, die 700er-Frequenzen 200 MBit/s.

Fazit: Bis 1,7 GBit/s LTE ist es ein weiter Weg, auf dem auf 5G wartet

Ob Vodafone jemals 1,7 GBit/s per LTE anbieten wird, darf bezweifelt werden. Es sind zu viele Faktoren, die erfüllt sein müssen: Geräte für 700 und 1500 MHz, Abschaltung von GSM 1800 und UMTS, MIMO und Cat15. Zudem muss die Carrier-Aggegration vorangetrieben werden, damit Endgeräte bis zu fünf verschiedene Frequenzbereiche bündeln können. Möglicherweise ist die Mobilfunkindustrie dann schon auf der Zielgeraden für 5G und nutzt Frequenzen für den neueren Standard.

Klar ist aber: Schon bald wird Vodafone zumindest 375 MBit/s durch die Nutzung der LTE-Frequenzen 800, 1800 und 2600 MHz anbieten können - zusätzlich sind weitere 37,5 MBit/s für Hotspots geplant. Drei verschiedene Frequenzen lassen sich heute schon versuchsweise bündeln. Vodafone-Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter kündigte im Dezember für dieses Jahr LTE mit 500 bzw. später auch 750 MBit/s an. Auf welchem Weg, sagte er jedoch nicht.

Teilen

Mehr zum Thema LTE