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Nach der Übernahme: Vodafone will Kabel Deutschland und Arcor zusammenlegen

Vereinte Festnetz-Kompetenzen im Privatkundengeschäft plant Vodafone nach der Übernahme von Kabel Deutschland. Aus diesem Grund will der britische Telekom-Konzern seine deutsche Festnetzsparte Arcor mit dem Kabelnetzbetreiber zusammenführen.
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Nach der Übernahme: Vodafone will Kabel Deutschland und Arcor zusammenlegenVodafone hat große Pläne Der britische Telekom-Konzern Vodafone will nach der Übernahme von Kabel Deutschland seine deutsche Festnetzsparte Arcor mit dem Münchner Anbieter zusammenführen. "Im Privatkundengeschäft wollen wir unsere Festnetz-Kompetenzen mit denen von Kabel Deutschland vereinen", sagte Vodafone-Chef Vittorio Colao der "Süddeutschen Zeitung". Die Sparte solle künftig von Unterföhring bei München aus geführt werden.

Vodafone will mit der Übernahme vor allem der Deutschen Telekom auf ihrem Heimatmarkt das Leben deutlich schwerer machen. Bisher sind die Briten mit Deutschland-Zentrale in Düsseldorf in erster Linie auf dem Mobilfunkmarkt der ärgste Rivale der Bonner. Mithilfe des Kabelnetzes will Vodafone künftig aber auch mit Angeboten aus Fernsehen, Telefon und schnellem Internet angreifen. Zu Spekulationen, Vodafone selbst könne vom US-Telekomriesen AT&T übernommen werden, sagte Colao: "Es ist ganz klar nicht mein Ziel, die Firma zu verkaufen."

Colao kritisiert die strenge Regulierung der Telekom-Branche

Der Manager kritisierte die aus seiner Sicht zu strenge Regulierung der Telekom-Branche. Gegenüber reinen Internet-Anbietern wie Facebook oder dessen jüngstem Zukauf WhatsApp gerate man dadurch ins Hintertreffen. "Wir können die Welten, in denen Telekommunikations-, Internet- und Medienunternehmen unterwegs sind, nicht als drei verschiedene Welten betrachten. Wir brauchen einheitliche Regeln für alle", sagte Colao der Zeitung.

Im September vergangenen Jahres hatte die EU-Kommission grünes Licht für die Übernahme von Kabel Deutschland (KDG) durch Vodafone gegeben. Als oberste Kartellbehörde der EU entschied die Kommission, dass das Vorhaben keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken aufwirft und machte so den Weg für die Übernahme des größten deutschen Kabelnetzbetreibers durch den britischen Konzern frei. Zudem ergänzen sich laut der EU-Kommission die Geschäftstätigkeiten beider Unternehmen im Wesentlichen. Auch Verbraucherschützer sehen der Fusion zum großen Teil gelassen entgegen. Einige Kabel-Deutschland-Aktionäre sind hingegen verärgert. Sie erhalten ihrer Meinung nach zu wenig für ihre Aktien. Warum das so ist, erfahren Sie in einer weiteren Meldung.

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