Analyse

Auswertung: So nutzten die Deutschen ihr Handy an Heiligabend und Silvester

Hätten Sie gedacht, dass der Datentraffic im UMTS- und LTE-Netz zum Jahreswechsel zurückgeht? Hätten Sie erwartet, dass an Heiligabend vor allem gegen 11 Uhr telefoniert wird? Diese und andere Erkenntnisse ergeben von Vodafone veröffentlichte Nutzungszahlen.
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Zwar liegen die Weihnachtsfeiertage und der Jahreswechsel schon einige Tage zurück, doch viele Angestellte haben erst in dieser Woche wieder die Arbeit aufgenommen. Entsprechend spät haben die Netzbetreiber in diesem Jahr auch die Nutzung der Netze an den Feiertagen für die Öffentlichkeit ausgewertet. Dabei legte insbesondere Vodafone bereits Anfang der Woche umfangreiche Zahlen vor, während die zu Telefónica Deutschland gehörenden Netze o2 und E-Plus bis heute trotz entsprechender Zusage keine Zahlen lieferten. Die Auswertung von Vodafone ist jedoch derart umfangreich, dass wir Ihnen diese nach einem kurzen Anriss in der vergangenen Woche nun ausführlich vorstellen wollen. Das Nutzungsverhalten der Vodafone-Kunden dürfte dabei im Mittel nicht von dem Verhalten anderer Kunden abweichen.

Auf Seite zwei dieses Artikels finden Sie neben der Auswertung zum Jahreswechsel auch Zahlen, die uns die Telekom für ihre Mobilfunknutzung vorgelegt hat.

Update: Inzwischen haben auch E-Plus und o2 ihre Zahlen vorgelegt, blieben dabei jedoch im Vergleich zu Vodafone sehr oberflächlich.

Details zur Nutzung des Vodafone-Netzes an Heiligabend

Auswertung zur Handynutzung am Ende des JahresAuswertung zur Handynutzung am Ende des Jahres Telefoniert wird an Heiligabend im Netz von Vodafone vor allem in den Morgenstunden. Der Peak findet sich an diesem Tag um 11 Uhr vormittags mit etwa 2,8 Millionen Gesprächen im GSM-Netz und 3,3 Millionen Gesprächen im UMTS-Netz. Danach fällt die Nutzung langsam bis in die Abendstunden ab, eine bemerkenswerte Delle in der Nutzungskurve zur Bescherung ist nicht festzustellen. Insgesamt haben die Vodafone-Nutzer 26,7 Millionen Gespräche im GSM-Netz (Vorjahr 29,4 Millionen) und 30,8 Millionen (Vorjahr 27,7 Millionen) Gespräche im UMTS-Netz geführt.

Dabei telefonieren die GSM-Nutzer scheinbar länger: Mit 95,3 Millionen Gesprächsminuten liegen sie deutlich vor den Nutzern des UMTS-Netzes mit 42,4 Millionen Minuten. Möglich aber auch, dass dieses technologiebedingt ist. Es könnte also sein, dass ein im UMTS-Netz begonnenes Gespräch als UMTS-Gespräch gezählt wird, auch wenn es im Gesprächsverlauf vom Nutzer unbemerkt an das GSM-Netz übergeben wird und die weiteren Gesprächsminuten dann dort gezählt werden. Eine solche Übergabe erfolgt meist dann, wenn das GSM-Netz einen besseren Empfang aufweist oder GSM mehr Sprachkapazität hat als das UMTS-Netz, das sich um die Datenvermittlung kümmert. Das Gesprächsvolumen ist damit aber auch deutlich geringer, als an einem normalen Mittwoch (17. Dezember 2014), wo in beiden Netzen zusammen etwa 93,4 Millionen Gespräche mit 252 Millionen Gesprächsminuten anfallen.

Starke Datennutzung am frühen Nachmittag

Beim SMS-Versand ist der Heilig-Abend-Peak indes um 14 Uhr zu finden. Hier wurden fast 1,4 Millionen SMS pro Stunde verschickt. Insgesamt haben die Vodafone-Nutzer an Heiligabend etwas mehr als 18 Millionen SMS verschickt. Das sind deutlich weniger als noch ein Jahr zuvor, wo es 29,3 Millionen waren. Zum Vergleich: An einem normalen Mittwoch eine Woche zuvor waren es 16,9 Millionen SMS.

Die Datenübermittlung an Heiligabend wurde vor allem zwischen 13 und 14 Uhr am stärksten genutzt und später noch einmal gegen 21 Uhr. In der Spitze wurden mehr 16 TB pro Stunde im UMTS-Netz und 14 TB im LTE-Netz übertragen. Insgesamt bringt es Vodafone an Heiligabend auf 254 TB im UMTS-Netz und 233 TB im LTE-Netz. Im Vorjahr waren es im LTE-Netz noch 160 TB, zum UMTS-Netz wurden keine Vergleichszahlen vorgelegt. Hier weichen die Zahlen nicht wesentlich von einem normalen Werktag ab. Am 17. Dezember 2014 wurden im UMTS-Netz 299 TB und im LTE-Netz 231 TB übertragen.

Auf der nächsten Seite erfahren Sie, wie die Netze zum Jahreswechsel genutzt wurden. Überraschend: Die Datennetze haben keinen herausragenden Peak um Mitternacht - im Gegenteil.

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