Bilanz

Vodafone: Handy-Marktführer, aber weniger Kunden

Umsatz pro Kunde geht zurück, Datenumsatz steigt stark
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Vodafone ist wieder MarktführerVodafone ist wieder Marktführer Vodafone hat heute seine Zahlen für das Geschäftsjahr 2011/2012 vorgelegt und zeigt sich unterm Strich sehr zufrieden mit den Ergebnissen. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als Marktführer nach Umsatz und Kunden im deutschen Mobilfunkmarkt. Der Konzern konnte in allen Geschäftsbereichen ein spürbares Wachstum verzeichnen, trotz einschneidender regulatorischer Effekte und eines ungebrochen starken Wettbewerbs. Insbesondere im 4. Quartal des Geschäftsjahres, in dem der Regulierungseffekt nicht mehr zum Tragen kam, verbuchte Vodafone Deutschland kräftige Zuwächse bei den Service-Umsätzen: Über alle Sparten lag das Plus bei 4 Prozent, das Mobilfunk-Segment wuchs um 4,51 Prozent.

Der Service-Umsatz über alle Sparten legte im Vergleich zum Vorjahr um 1,21 Prozent auf 8,888 Milliarden Euro zu. Wachstumstreiber waren das Firmenkundengeschäft (+5,6 Prozent) sowie die mobilen Datendienste (+21,3 Prozent). "Unser Fokus auf Daten- und Internetservices und die Investitionen in die neue Mobilfunktechnologie LTE zahlen sich aus", resümiert Fritz Joussen, CEO Vodafone Deutschland. "Ebenso wie der konsequente Aufbau des neuen Geschäftsfeldes für Firmenkunden nach der Übernahme von Arcor 2008. Beides sind heute Wachstumsmärkte für Vodafone in Deutschland. Der Kurs stimmt, unser Wachstum ist nachhaltig und hat sich über acht Quartale verstetigt."

SMS und MMS legen und 12,9 Prozent zu

Das starke vierte Quartal mit einem Umsatzplus von 4,01 Prozent sorgte dafür, dass Vodafone Deutschland im Mobilfunksegment nach der Kundenzahl erstmals auch nach Umsatz die Marktführerschaft wieder erreicht hat. Im Gesamtjahr verzeichnete das Segment einen Anstieg beim Service-Umsatz um 1,51 Prozent auf 6,745 Milliarden Euro (Vorjahr 6,656 Milliarden Euro). Bereinigt um den Effekt durch die Kürzung der Terminierungsentgelte legte der Mobilfunk-Service-Umsatz um 4,4 Prozent zu. Einen nachhaltigen Beitrag leistet weiterhin neben den mobilen Daten auch der Bereich der Nachrichtenservices. Mit SMS und MMS verdiente der Düsseldorfer Konzern im gesamten Geschäftsjahr 1,051 Milliarden Euro. Das sind 12,9 Prozent mehr als im Vorjahr (930 Millionen Euro). Aktuell erreichen über 2 600 LTE-Basisstationen von Vodafone bundesweit bereits über 14 Millionen Haushalte. Sie decken demnach mehr als 35 Prozent der Fläche Deutschlands ab. 160 000 Kunden profitieren bereits vom mobilen Breitband-Internet über die vierte Mobilfunkgeneration. Weiteres Wachstumspotential für LTE bieten die Städte: Nach Düsseldorf bringt Vodafone in den kommenden Monaten auch Dresden, Leipzig, Dortmund sowie viele weitere Großstädte ans LTE-Netz. In zahlreichen deutschen Großstädten wie Berlin, München und Hannover profitieren Bewohner und Besucher bereits heute in weiten Teilen durch die Versorgung des nahen Umlands mit LTE.

Die mobilen Datendienste machen mittlerweile deutlich mehr als ein Viertel (27,9 Prozent) am Service-Umsatz im Mobilfunk aus. Mit einem Umsatzplus von 17,8 Prozent im vierten Quartal und einem Plus von 21,3 Prozent im Geschäftsjahr 2011/2012 auf insgesamt 1,782 Milliarden Euro erreichten die mobilen Datendienste wieder ein Rekordniveau. Die Smartphones tragen daran einen nicht unerheblichen Anteil: Zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres telefonierte fast jeder vierte Vodafone-Kunde in Deutschland mit einem internetfähigen Handy. Über 80 Prozent aller verkauften Vodafone-Vertragshandys sind mittlerweile Smartphones.

Kundenwachstum geht zurück

Insgesamt zählt Vodafone nun 36,461 Millionen Mobilfunkkunden (0,7 Prozent weniger als im Vorjahr). 3,391 Millionen Kunden haben einen DSL-Anschluss (79 000 weniger als im Vorjahr). Jeder Kunde hat im Schnitt 125,8 Minuten pro Monat telefoniert, was insgesamt 54,513 Milliarden Mobilfunkminuten im vergangenen Jahr ausgemacht hat. Der Umsatz pro Kunde liegt bei 15,3 Euro und ist damit leicht zurück gegangen. Diese Zahlen sollten Vodafone alarmieren. Denn wenn die Kundenzahl zurückgeht und diese Kunden weniger Umsatz machen, wirkt sich das langfristig nicht gut auf die Bilanzen aus. Die aufkommenden All-Net-Flatrates für um die 20 Euro werden dem Anbieter das Geschäft nicht leichter machen.

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