Vodafone: Deutsche "finden gut, was aus der Steckdose kommt"
12.05.2011 14:23
Thomas Ellerbeck ist überzeugt, dass LTE keine reine Brückentechnologie ist
 Vodafone-Manager Thomas Ellerbeck
"Wir brauchen einen Masterplan für die Breitbandversorgung im Jahr 2020 / 2030". Dieser Forderung hat
Thomas Ellerbeck, Mitglied der Geschäftsleitung des Telekommunikationsunternehmens
Vodafone, auf einer Veranstaltung des Branchenverbands
VATM am gestrigen Abend erhoben. In seiner Keynote
verwies Ellerbeck im Wesentlichen darauf, dass es sich bei der Telekommunikations-Branche um eine
Schlüsselindustrie handele, die aber genug Freiheit - und damit keine (Über-) Regulierung - brauche, um sich selbst
und den Bürgern weiterhin Fortschritt zu bieten.
Ellerbeck setzt auf Wachstum der TK-Unternehmen
Dabei dürfe das geplante neue Telekommunikationsgesetz (TKG) nicht nur den
Verbraucherschutz, sondern auch den Wettbewerb und die Unternehmen in den Vordergrund stellen.
"Telekommunikation ist der Schlüssel für Innovation, Fortschritt, Wachstum und Wohlstand", sagte Ellerbeck. Das
(neue) TKG sei daher kein Selbstzweck, sondern müsse den Rahmen dafür bieten, dass "eine Industrie
prosperieren kann, die den Bürgern und der Industrie in diesem Land Fortschritt bietet". Thomas Ellerbeck weiter:
"Es muss uns gelingen, eine Projektion in die Zukunft nicht nur zu wagen, (...) sondern auch umzusetzen."
"Telekom verdient mit veralteter Infrastruktur"
Für die künftige Breitbandversorgung Deutschlands benötige man vor allem Technologie-Vielfalt, die besten
Lösungen entwickelten sich dabei "in einem freien Markt". Es dürfe keine "Überleitung des Kupfermonopols in ein
Glasfasermonopol geben", forderte Ellerbeck und verwies darauf, dass die Telekom "mit einer veralteten
Infrastruktur (...) mehr als 90 Prozent des freien Cash-Flows des Sektors" verdiene und stellte die Frage, ob
und warum die Wettbewerber der Telekom dann überhaupt einen
Glasfaserausbau in Erwägung ziehen sollten.
Indes sei auch die Nachfrage nach sehr hohen Bandbreiten (durch Glasfaseranbindungen) fraglich, zudem stehe
die Zahlungsbereitschaft (der Deutschen) der erfolgreichen Vermarktung möglicherweise im Wege. Ähnlich hatte
sich vor kurzem auch der für Regulierung zuständige Telekom-Manager
Marcus Weinkopf geäußert.
Ziehen Deutsche "Internet aus der (Steck-) Dose vor"?
Ellerbeck sprach sich gegen die Festschreibung eines Glasfaser-Universaldienstes im neuen TKG aus. Das sei
"aus gutem Grund" nicht vorgesehen. Denn schließlich sei es "gegen jede wirtschaftliche Logik, dass alternative
Techniken wie LTE ausgegrenzt oder nicht ausreichend berücksicht" würden. "LTE
ist keine Brückentechnologie", verteidigte Ellerbeck die Breitband-Versorgung über den neuen Mobilfunkstandard
der vierten Generation. Schon heute biete LTE 3 bis 5 MBit/s pro Nutzer - "auch in geteilten Zellen". In
Deutschland herrsche indes, so der Vodafone-Manager, aber noch immer eine bestimmte Kultur vor: "Wir finden
alles gut, was aus der Steckdose kommt."
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