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Mobiles Internet über EDGE im Vodafone-Netz mit Schwächen

Datenübertragungsraten oft schlechter als über GPRS ohne EDGE
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Vodafone mit schlechter Performance über EDGEVodafone mit schlechter Performance über EDGE In den vergangenen Wochen haben wir die Performance der mobilen Internet-Zugänge in den Netzen von Telekom, Vodafone, E-Plus und o2 untersucht. Dabei kristallisierte sich ein besonderes Negativbeispiel heraus, bei dem es sich um keinen Einzelfall, sondern um eine offenbar längerfristige Beeinträchtigung handelt, wie auch Leser aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands gegenüber teltarif.de bestätigten.

Wir haben im Rahmen unseres Netztests den mobilen Internet-Zugang über EDGE im Vodafone-Netz in Biebergemünd, einer Gemeinde im hessischen Spessart, untersucht. Zumindest in einigen Ortsteilen steht nur das GSM-Netz zur Verfügung. Wer mobiles Internet nutzen möchte, ist demnach auf EDGE angewiesen, da UMTS und LTE nicht ausgebaut sind.

Zwischen 2 und 5 kBit/s im Upstream

Im Downstream lagen die Datenübertragungsraten bei etwa 38 bis 71 kBit/s, wobei der Wert durchschnittlich bei rund 46 kBit/s lag. Das ist keineswegs EDGE-Niveau, sondern wäre auch über GPRS ohne EDGE-Erweiterung möglich. Besonders schlecht waren die Upstream-Werte. Zwar kamen wir im Langzeit-Test in Einzelfällen ebenfalls auf bis zu 46 kBit/s. Die Regel waren aber Werte zwischen 2 und 5 kBit/s - also nahezu kein Datendurchsatz.

Weitere Tests zeigten, dass der Datendurchsatz im Vodafone-Netz auch bei Zugfahrten zwischen Wolfsburg und Berlin nahezu komplett zusammenbricht, sobald man sich im Bereich einer Funkzelle mit EDGE befindet. Selbst im Bereich von Sendeanlagen, die lediglich GPRS-Verbindungen ermöglichen, registrierten wir eine bessere Performance.

Die Ergebnisse zeigen, dass EDGE bei Vodafone in vielen Fällen deutlich langsamer ist, als es der Standard eigentlich ermöglichen würde. Kommt die mobile Nutzung bei hoher Geschwindigkeit im ICE dazu, so fließen praktisch keine Daten mehr über die Leitung. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Surfstick, ein Smartphone als Daten-Modem oder ein Mobile Hotspot zur Versorgung eines Notebooks mit einem WLAN-Internet-Zugang verwendet wird.

Leser bestätigen Probleme in weiten Teilen Deutschlands

Leser bestätigten unterdessen ähnliche Probleme beim Versuch, den mobilen Internet-Zugang von Vodafone über EDGE zu nutzen. Dabei erreichten uns Reaktionen aus verschiedenen Regionen Deutschlands - beispielsweise aus Nordrhein-Westfalen, aus dem Saarland, aus Berlin und aus München. Zudem sind die Probleme schon über einen längeren Zeitraum zu beobachten. Es handelt sich allerdings nicht um eine bundesweite Störung, wie ein Test in Mittelfranken gezeigt hat. Hier haben wir immerhin rund 100 kBit/s im Up- und Downstream erzielt.

Der Hintergrund ist der Problematik unklar, zumal der Internet-Zugang von Vodafone über GPRS, UMTS und LTE normal funktioniert und lediglich Funkzellen mit EDGE betroffen sind. Von der Pressestelle des zurzeit größten deutschen Mobilfunk-Netzbetreibers erhielten wir bislang noch keine Stellungnahme zum EDGE-Problem.

Auch in den anderen deutschen Mobilfunknetzen werden über EDGE kaum noch Datenraten von mehr als 200 kBit/s erreicht, die zumindest theoretisch möglich wären. Bei unseren Tests kamen wir in den Netzen von Telekom, E-Plus und o2 aber immer noch auf Werte zwischen 100 und 200 kBit/s.

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