Genau hinsehen

Vodafone DSL Surf-Sofort-Paket: Anbieter entschärft Kostenfalle

Eigentlich kundenfreundliche Offerte hatte bislang unerfreulichen Haken
AAA

Der Telekom­munikations­anbieter Vodafone bietet DSL-Neukunden bei Bestellung ein sogenanntes "Surf-Sofort-Paket" an. Das soll die Zeit bis zur Bereit­stellung des Anschlusses überbrücken und beinhaltet eine Surf- und Festnetz-Sprach-Flatrate ohne Mehrpreis. Doch im Klein­gedruckten des eigentlich kunden­freundlichen Angebots lauerte bislang eine Kostenfalle. Nun hat Vodafone sein Vorgehen geändert.

Das Surf-Sofort-Paket ermöglicht das kostenlose Surfen (10 GB ungedrosseltes Datenvolumen pro Monat) am Ort des bestellten DSL-Anschlusses ("Zuhause-Bereich") und wird per UMTS-Surfstick realisiert. Für das Surfen außerhalb dieses Bereichs werden 9 Cent pro Minute bei Abrechnung im 5-Minuten-Takt fällig. Für die erforderliche Hardware muss ein Einmalpreis gezahlt werden.

DSL-Anschluss und Surf-Sofort-Paket sind zwei separate Verträge

Vodafone Surf-SofortVodafone:
Das "Surf-Sofort"-Angebot hat einen Haken
Das Problem versteckt sich auch aktuell noch in der Produkt­beschreibung ("InfoDok") des Surf-Sofort-Pakets. Dort heißt es: "Die Leistungen für Ihr Vodafone DSL Paket und den Tarif Vodafone Surf-Sofort erbringen wir unabhängig voneinander. Sie erhalten dafür getrennte Rechnungen."

Und im Kleingedruckten noch etwas präziser: "Ein Vertrag über das DSL-Paket kommt erst zustande, wenn wir die technische Realisier­barkeit dieses DSL-Pakets geprüft haben und Ihnen den Auftrag schriftlich bestätigen. Wenn der Vodafone-DSL-Vertrag endet oder falls DSL nicht verfügbar ist, richten wir den Tarif Vodafone Surf-Sofort UMTS für Sie ein. Ist DSL nicht verfügbar, können Sie innerhalb von 30 Tagen nach unserer Mitteilung darüber vom Vertrag insgesamt zurücktreten."

Ohne DSL-Anschluss wird auf einen kostenpflichtigen Tarif umgestellt

Halten wir fest: Für Vodafone stellen Surf-Sofort und der eigentliche DSL-Vertrag zwei unterschiedliche Verträge dar. Kann DSL nicht geschaltet werden oder kündigt der Kunde neben seinem DSL-Vertrag nicht explizit auch den Surf-Sofort-Vertrag, wurde dieser bislang in den kostenpflichtigen Tarif "Surf-Sofort UMTS" Surf-SofortBei der Online-Bestellung wird das Angebot
als "Surf-Sofort-Option" dargestellt
umgestellt. Während Vodafone den Kunden über diesen Fakt informiert, wenn der bestellte DSL-Anschluss nicht geschaltet werden kann, gab es eine solche Information bei Vertragsende - und (alleiniger) Kündigung des DSL-Anschlusses - bisher nicht.

Bei Surf-Sofort UMTS handelt es sich indes um einen kostenpflichtigen Datenvertrag mit 24-monatiger Mindestvertrags­laufzeit. Die Monatskosten liegen derzeit bei 19,95 Euro (10 GB monatliches High-Speed-Volumen, nutzbar im "Zuhause-Bereich").

Wird der Kunde ausreichend über die Thematik informiert?

Vodafone Surf-SofortAuch der Klick auf Fußnote 7 bringt keine Information über den Abschluss von zwei separaten Verträgen Doch ist dem Kunden überhaupt bewusst, dass er bei Wahl von "Surf-Sofort" zwei separate Verträge abschließt? Und weiß er, dass er nicht nur seinen DSL-Anschluss, sondern auch explizit den Surf-Sofort-Vertrag kündigen muss? Im Bestellprozess auf der Website weist das Unternehmen jedenfalls auch heute noch nicht auf diese Tatsache hin - nur per Klick auf die Preisliste findet man diese Information in einem mehrseitigen PDF-Dokument. Zudem wird Surf-Sofort bei Bestellung als "Surf-Sofort-Option" bezeichnet, was eben nicht auf den Abschluss eines separaten Vertrages schließen lässt.

Auf der folgenden Seite zeigen wir Ihnen, wie ein Vodafone-Kunde sich erfolgreich gegen die Forderung des Anbieters für das kostenpflichtige Surf-Sofort-UMTS-Paket gewehrt hat, was Sie bei der Kündigung eines Vodafone-DSL-Anschlusses beachten sollten und wie Vodafone seine Regelung nun entschärft hat.

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