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Optisches WLAN: Vier HD-Filme in einen Raum streamen

06.11.2011
11:41

Fraunhofer-Institut entwickelt Datenübertragung per LED-Licht

Fraunhofer-Institut entwickelt Highspeed-Datenübertragung per LED-Licht
Fraunhofer-Institut entwickelt Highspeed-Datenübertragung per LED-Licht
Lampen sollen künftig nicht nur zur Beleuchtung dienen, sondern auch den Datentransfer übernehmen. Sie könnten Filme in HD-Qualität verlustfrei, schnell und sicher auf iPhone oder Laptop übertragen. Mit nur wenigen Zusatzbauteilen könnten normale LEDs zum optischen WLAN werden. Möglich machen soll all das die so genannte "Visible Light Communication".

Zukunft: Vier HD-Filme gleichzeitig drahtlos in einem Raum verteilen

Die Fraunhofer-Gesellschaft skizziert in einer Mitteilung folgendes Szenario: Vier Personen haben es sich in einem Raum gemütlich gemacht. Jeder von ihnen kann auf einem eigenen Laptop einen anderen Film aus dem Internet in HD-Qualität genießen. Möglich wird dies dank optischem WLAN. Als Medium für die Datenübertragung soll Licht aus den LEDs der Deckenbeleuchtung dienen. Das war lange eine Zukunftsvision. Doch seit Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut (HHI) in Berlin im EU-Projekt OMEGA eine neue Übertragungstechnologie für Videodateien entwickelt haben, rückt ihre Realisierung in greifbare Nähe.

Bereits Ende Mai konnten die Forscher das Projektergebnis in Rennes, Frankreich präsentieren: Es gelang, mit Decken-LEDs, die mehr als zehn Quadratmeter eines Raums ausleuchteten, Daten mit 100 Megabit pro Sekunde verlustfrei zu übertragen. Der Empfänger lässt sich innerhalb dieser zehn Quadratmeter beliebig platzieren. "Das heißt, wir haben vier Videofilme in HD-Qualität gleichzeitig auf vier Laptops gebracht", berichtet Dr. Anagnostis Paraskevopoulos, Wissenschaftler am HHI.

Weißlicht-LEDs dienen für Beleuchtung und Datenübertragung

"Die Grundlagen für Visible Light Communication – VLC – wurden im Projekt gemeinsam mit den Industriepartnern Siemens und France Telecom Orange Labs entwickelt", sagt der Experte. Zusammen mit einem Team um Projektleiter Klaus-Dieter Langer wird die neue Technologie jetzt am HHI weiterentwickelt. "Bei VLC dienen die Lichtquellen – in diesem Fall Weißlicht-LEDs – gleichzeitig für die Raumbeleuchtung und für die Informationsübertragung. Mithilfe eines Spezialbauteils, des Modulators, knipsen wir die LEDs ganz schnell ein und aus, und übertragen die Informationen als Einsen und Nullen. Das menschliche Auge nimmt die Lichtmodulation nicht wahr. Als Empfänger am Laptop reicht eine schlichte Photodiode. Sie fängt das Licht auf, eine Elektronik dekodiert die Information und übersetzt sie in elektrische Impulse, also die Sprache des Computers", erläutert Langer.

Ein Vorteil der Technik ist: Die LEDs lassen sich mit nur wenigen Bauteilen so präparieren, dass sie als Überträger dienen. Ein gravierender Nachteil der Übertragungstechnik: Sobald etwas zwischen Lampe und Photodiode gerät, wenn also jemand eine Hand dazwischenhält, wird die Übertragung beeinträchtigt. Als mögliche Endgeräte kommen nach Informationen der Fraunhofer-Gesellschaft Laptop, PDA oder Handy in Frage.

Visible Light Communication kein Ersatz für herkömmliche Datenübertragung

Visible Light Communication solle kein Ersatz für herkömmliches WLAN, PowerLAN oder UMTS werden, betonen die Wissenschaftler. Dort wo Funknetze unerwünscht oder nicht möglich seien, eigne es sich vielmehr als zusätzliche Datenübertragungsoption – ohne dass im Haus neue Kabel oder Geräte nötig werden. Dabei seien auch Kombinationen möglich, etwa für eine Richtung optisches WLAN und für den Rückkanal PowerLAN. So sollen sich Filme auf den PC übertragen und auch wieder von dort zurückspielen und auf einen anderen Rechner senden lassen.

Die neue Übertragungstechnik könnte sich beispielsweise für Krankenhäuser eignen. Denn hier sind klassische Funknetze in der Regel nicht erwünscht. Dennoch müssten hohe Datenraten verlustfrei und unkomprimiert übertragen werden, meinen die Experten. Wenn ein Teil der Kommunikation über die OP-Lampe läuft, ließen sich drahtlos OP-Roboter steuern oder Röntgenbilder übermitteln. In Flugzeugen könnte jeder Passagier sein eigenes Unterhaltungsprogramm auf einem Display sehen, die Flugzeughersteller könnten gleichzeitig Kilometer an Kabeln sparen. Ein weiterer möglicher Einsatzort sind Fabrikhallen. Auch hier stören Funknetze oft die Abläufe.

Derzeit entwickeln die Forscher ihre Systeme weiter in Richtung höherer Bitraten. "Im Labor konnten wir mit einer rot-blau-grünen Weißlicht-LED 800 Mbit/s übertragen", sagt Langer "Das ist Weltrekord für die VLC-Methode."

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Betreff Autor Datum
RE: "Vortschrittsland" Deutschland mikiscom 08.11.11 09:02
Product Placement rotella 07.11.11 17:52
RE: "Vortschrittsland" Deutschland mikiscom 07.11.11 11:25
RE: "Vortschrittsland" Deutschland peregrintuk 07.11.11 10:59
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Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2012-02, Erwachsene ab 14 Jahre