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Arques spaltet Breitbandgeschäft von Gigaset ab

Sagem Communication ist der potenzielle Käufer
Von dpa / Anja Zimmermann
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Die Beteiligungsgesellschaft Arques will die Sanierung der ehemaligen Siemens-Telefonsparte Gigaset mit dem Verkauf des Breitbandgeschäfts vorantreiben. Die Sparte solle an den französischen Telekommunikationsanbieter Sagem Communications veräußert werden, teilte die Gigaset Communications GmbH heute in München nach der Unterzeichnung einer entsprechenden Vereinbarung mit.

Sagem ist eine Tochtergesellschaft der Gores Group, an die der Elektrokonzern Siemens auch die Mehrheit an seinem Telefonanlagenbauer SEN abgegeben hatte. Die Transaktion stehe noch unter Vorbehalt der Kartellbehörden, über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden.

Gigaset will sich aufs Kerngeschäft konzentrieren

Erst vor wenigen Tagen hatte der Schnurlostelefon-Hersteller Gigaset nach einem Verlust im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007/08 (30. September) die Streichung von mehr als zehn Prozent seiner weltweit 2 100 Arbeitsplätze bekanntgegeben. Arques-Vorstand Hans Gisbert Ulmke hatte zuvor bereits Überlegungen zur Abspaltung des Breitbandgeschäft bestätigt. Ziel sei, das Unternehmen profitabel zu machen und so auf einen Verkauf vorzubereiten, sagte Ulmke in einem Zeitungsinterview.

Gigaset will sich nach dem Schritt auf sein Kerngeschäft konzentrieren. "Die Telefonie ist unsere Kernkompetenz und die Basis unserer Marktführerschaft", erklärte Unternehmenschef José Costa e Silva. "Wir freuen uns, mit Sagem Communications einen kompetenten Partner gefunden zu haben, der die Breitbandaktivitäten erfolgreich ausbauen wird." Zur Zahl der betroffenen Beschäftigten wollten sich weder Arques noch Gigaset auf Anfrage äußern, da derzeit noch Gespräche liefen. Auch die Zahl der Mitarbeiter im Breitbandgeschäft von Gigaset wurde nicht genannt.

Die frühere Siemens-Sparte leidet bereits seit längerem unter Problemen im Breitbandgeschäft. Die Erlöse des Unternehmens von rund 790 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2006/07 (30. September) waren im vergangenen Geschäftsjahr um rund 20 Prozent zurückgegangen. Dies sei vor allem den Schwierigkeiten im Breitband-Segment geschuldet gewesen, sagte ein Gigaset-Sprecher. Die Sparte machte zuletzt noch etwa 15 Prozent der Gesamtumsätze des Unternehmens aus.

Sagem ist unter anderem auf die Breitbandkommunikation spezialisiert. Die Aktivitäten von Gigaset stellten daher eine ideale Ergänzung dar, hieß es. Da Sagem in diesem Geschäft bereits seit vielen Jahren tätig sei, verfüge das Unternehmen über die kritische Größe für eine erfolgreiche Zukunft des Geschäftsfelds.